Acid Drinkers / Fishdick Zwei - The Dick Is Rising Again
Fishdick Zwei - The Dick Is Rising Again Spielzeit: 51:59
Medium: CD
Label: Mystic Production, 2010
Stil: Thrash Metal/Crossover

Review vom 25.11.2010


Marius Gindra
Die seit knapp 25 Jahren ohne Unterbrechung umtriebigen, polnischen Spaß-Thrasher Acid Drinkers (u.a. verantwortlich für "Are You Rebel?" (1990) und "Dirty Money, Dirty Tricks" (1991)) veröffentlichten vor kurzem mit "Fishdick Zwei - The Dick Strikes Back" über die ebenfalls aus Polen entstammenden Mystic Production eine Fortsetzung ihres 1994er Coveralbums "Fishdick" (Wo man mit Coverversionen u.a. von Motörhead ("Ace Of Spades"), AC/DC ("Whole Lotta Rosie") und Deep Purple ("Highway Star") glänzte.) und erweisen auch bei ihrem zweiten Anlauf MusikerInnen unterschiedlichster Coleur auf ihre Art und Weise eine kleine Ehre - von Swing über Disco, von Country bis hin zu Thrash: Alles wird bedient und verwurstelt!
Auf der einen Seite zollen die Jungs eher unmetallischen Interpreten wie beispielsweise
Johnny Cash, Ray Charles, Donna Summer (!), The B52s oder Frank Sinatra ihren eigenen Tribut, indem man die allseits bekannten Hits "Ring Of Fire", "Hot Stuff", "Love Shack" und "New York, New York" humorvoll durch den Crossover-Thrash-Fleischwolf dreht.
Weiterhin werden aber auch verballhornende Neuinterpretationen von ziemlich bekannten Metal-Songs wie dem Slayer-Kracher "Seasons In The Abyss" oder der abgenudelten Metallica-Schnulze "Nothing Else Matters" (für mich persönlich ist diese folkloristische Wiederverwertung DAS Highlight des 16-Trackers und eine perfekte Persiflage an die schon seit weit über 20 Jahren vom Kommerz aufgefressenen Ex-Thrasher!) präsentiert, womit einige namhafte Mucker der Rock- und Popkultur mit offensichtlich viel Spaß in den Backen auch dieses Mal wieder ihr Fett wegbekommen.
Etwas schade finde ich persönlich lediglich, dass die beiden Klassiker "Detroit Rock City" (Kiss) und "Losfer Words - Big 'Orra" (Iron Maiden) nur kurz angespielt werden und irgendwie auch etwas deplatziert wirken. Zumal man bei beiden Titeln nicht den typischen Humor der Quartetts herausfiltern kann. Sonst gibt es an diesem 51 Minuten andauerndem Release jedoch kaum etwas zu meckern. Lediglich vielleicht der wie gewohnt etwas holperige und ein bisschen nuschelige, ziemlich auffällig an die Hardcore-Punk-Pioniere Dead Kennedys erinnernde Gesang von Tomasz 'Titus' Pukacki dürfte manchen Hörern etwas auf die Nerven gehen. Doch wer die Acid Drinkers kennt, weiß bezüglich der Stimme sowieso, was er hier zu erwarten hat. Das Album wird übrigens mit einer ähnlich wie im Original gespielten Version von Black Sabbaths "Fluff" beendet.
Mein Fazit: Ein empfehlenswertes Album, das sich durch seinen hohen Spaßfaktor wahrlich prima als Party-Beschallung für amtliche, ausschweifende Headbanger-Feten eignet! Thrasher oder einfach nur allgemein Metalheads mit einem Sinn für Humor sollten wirklich mal ein Ohr riskieren. Ich vergebe schlussendlich 7,5 von 10 RockTimes-Uhren !
Line-up:
Tomasz "Titus" Pukacki (vocals, bass)
Wojciech 'Jankie' Moryto (guitar, vocals)
Dariusz "Popcorn" Popowicz (guitar)
Maciej "Slimak" Starosta (drums)
Tracklist
01:Ring Of Fire (Johnny Cash)
02:Hit The Road Jack (Ray Charles)
03:Losfer Words Big 'Orra (Iron Maiden)
04:Love Shack (The B52s)
05:New York, New York (Frank Sinatra)
06:Bring It On Home (Led Zeppelin)
07:Hot Stuff (Donna Summer)
08:Et Si Tu N'Extais Pas (Joe Dassin)
09:2000 Man (The Rolling Stones)
10:Bad Reputation (Thin Lizzy)
11:Seasons In The Abyss (Slayer)
12:Blood Sugar Sex Magik (Red Hot Chili Peppers)
13:Nothing Else Matters (Metallica)
14:Detroit Rock City (Kiss)
15:Make No Mistake (Keith Richards)
16:Fluff (Black Sabbath)
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