Die seit knapp 25 Jahren ohne Unterbrechung umtriebigen, polnischen Spaß-Thrasher
Acid Drinkers (u.a. verantwortlich für "Are You Rebel?" (1990) und "Dirty Money, Dirty Tricks" (1991)) veröffentlichten vor kurzem mit "Fishdick Zwei - The Dick Strikes Back" über die ebenfalls aus Polen entstammenden Mystic Production eine Fortsetzung ihres 1994er Coveralbums "Fishdick" (Wo man mit Coverversionen u.a. von
Motörhead ("Ace Of Spades"),
AC/DC ("Whole Lotta Rosie") und
Deep Purple ("Highway Star") glänzte.) und erweisen auch bei ihrem zweiten Anlauf MusikerInnen unterschiedlichster Coleur auf ihre Art und Weise eine kleine Ehre - von Swing über Disco, von Country bis hin zu Thrash: Alles wird bedient und verwurstelt!
Auf der einen Seite zollen die Jungs eher unmetallischen Interpreten wie beispielsweise
Johnny Cash,
Ray Charles,
Donna Summer (!),
The B52s oder
Frank Sinatra ihren eigenen Tribut, indem man die allseits bekannten Hits "Ring Of Fire", "Hot Stuff", "Love Shack" und "New York, New York" humorvoll durch den Crossover-Thrash-Fleischwolf dreht.
Weiterhin werden aber auch verballhornende Neuinterpretationen von ziemlich bekannten Metal-Songs wie dem
Slayer-Kracher "Seasons In The Abyss" oder der abgenudelten
Metallica-Schnulze "Nothing Else Matters" (für mich persönlich ist diese folkloristische Wiederverwertung DAS Highlight des 16-Trackers und eine perfekte Persiflage an die schon seit weit über 20 Jahren vom Kommerz aufgefressenen Ex-Thrasher!) präsentiert, womit einige namhafte Mucker der Rock- und Popkultur mit offensichtlich viel Spaß in den Backen auch dieses Mal wieder ihr Fett wegbekommen.
Etwas schade finde ich persönlich lediglich, dass die beiden Klassiker "Detroit Rock City" (
Kiss) und "Losfer Words - Big 'Orra" (
Iron Maiden) nur kurz angespielt werden und irgendwie auch etwas deplatziert wirken. Zumal man bei beiden Titeln nicht den typischen Humor der Quartetts herausfiltern kann. Sonst gibt es an diesem 51 Minuten andauerndem Release jedoch kaum etwas zu meckern. Lediglich vielleicht der wie gewohnt etwas holperige und ein bisschen nuschelige, ziemlich auffällig an die Hardcore-Punk-Pioniere
Dead Kennedys erinnernde Gesang von
Tomasz 'Titus' Pukacki dürfte manchen Hörern etwas auf die Nerven gehen. Doch wer die
Acid Drinkers kennt, weiß bezüglich der Stimme sowieso, was er hier zu erwarten hat. Das Album wird übrigens mit einer ähnlich wie im Original gespielten Version von
Black Sabbaths "Fluff" beendet.
Mein Fazit: Ein empfehlenswertes Album, das sich durch seinen hohen Spaßfaktor wahrlich prima als Party-Beschallung für amtliche, ausschweifende Headbanger-Feten eignet! Thrasher oder einfach nur allgemein Metalheads mit einem Sinn für Humor sollten wirklich mal ein Ohr riskieren. Ich vergebe schlussendlich
7,5 von 10 RockTimes-Uhren !