Amy Allen wurde im Alter von zwanzig Jahren in Arkansas mit einer Version von "Proud Mary" in der Fassung von
Ike & Tina Turner entdeckt. Doch bereits zuvor stand sie auf der Bühne. Schon mit zwölf Jahren war sie als Sängerin und Pianistin einer Bluesband auf der Bühne aktiv. Drei Jahre später war es Countrymusik, mit der Folge des vorübergehenden Umzugs nach Nashville und wieder zurück nach Arkansas, mit einer ersten Platte im Gepäck. Durch einige Schicksalsschläge war sie wohl einige Zeit nicht im Geschäft, kehrt jedoch mit dieser Veröffentlichung wieder zurück.
Und das mit Musik zwischen Pop, Rock und Country sowie dem gewissen Hauch Singer/Songwriter. "Someday Is Today", der Titelsong, besticht durch einen federnden Groove, hervorragende Background Vocals und eine kraftvoll singende Amy Allen. Mittendrin ein kurzes prägnantes Gitarrensolo - das hat alles von einem typischen Songaufbau, nur fehlt etwas eine gewisse Hookline, das kleine bisschen, an dem man den Song schnell wiedererkennen könnte. Also nur fast Hitcharakter.
Sehr gut gelungen sind für mich die Balladen, wie sogleich "Cryin Time". Dort hat Amy für mich stimmlich die stärksten Auftritte. Hier kann sie viel besser ihre Emotionen gestalten und dazu ihr Quäntchen Soul in der Stimme gut präsentieren. Ja, "Cryin' Time" ist gewaltig im Ausdruck, mein erster heimlicher Hit!
Ansonsten verteilt sich die oben angesprochene Stilmischung quer durch die Platte, gelegentlich mit einem Hauch Blue Eyed Soul versetzt. Manchmal erinnert mich die Musik auch ein wenig an die von
Vonda Shepard, vor allem, wenn es rockiger wie auf "Thought Of Being Alone" abgeht. Nur hier gefällt mir der Gesang nicht so sehr, klingt er mitunter ein wenig gepresst und angestrengt. Auf "Clearly, However" sorgt der Einsatz des Saxofons für eine zusätzliche Variante im Sound. Auch hier klingt
Amy Allen wieder sehr soulbetont, bzgl. der Atmosphäre könnte bei diesem Stück gut und gern
Glenn Frey mitmachen - in diese Richtung aus seiner ersten Soloplatte geht es, sehr gut gemacht!
"Give Us One More Day" und "Putting The Music Back In Me", wieder zwei wunderschöne Balladen, bilden für mich das Herz dieser Platte. Hier sprühen und funkeln Emotionen. Hier scheint man zu bemerken, dass Amy offensichtlich ganz viel an Szenen aus dem wahren Leben verarbeitet hat. Mit Bluesharp und hart rockenden Tönen inklusive einer elektrischen Slidegitarre verabschiedet uns die Band aus einem guten und feinen Album - doch, wie gesagt, die Balladen sind es..., die...