Aperion / Act Of Hybris
Act Of Hybris Spielzeit: 44:51
Medium: CD
Label: G-Records, 2011
Stil: Prog Metal

Review vom 22.02.2011


Holger Ott
Sofort mit Beginn des ersten Titels "Source" des Debütalbums "Act Of Hybris" erinnerten mich Gesang und Musik an eine Mischung aus Tarja (Ex- Nightwish), Amy Lee und Apocalyptica. Viele klassische Instrumente, gespickt mit einer beeindruckenden Gesangsstimme, dazu im richtigen Moment einsetzende Gitarren und treibende Bässe. Kupfern hier Aperion nur etwas ab oder versuchen sie ihren eigenen Stil zu präsentieren? Ich werde es im weiteren Verlauf des Albums ergründen.
Normalerweise beginnt eine Band im Proberaum mit den Ideen und dem Ausfeilen verschiedener Musiktitel, um sie irgendwann auf einen Tonträger zu bannen und dann unter das Volk zu mischen. Bei guter Resonanz gibt es eine Tour und dem Erfolg steht nichts mehr im Wege. Aber in einem unserer neueren EG-Länder ticken die Uhren anscheinend anders herum. Im fernen Slowenien fanden sich vor Jahren einige Musiker aus dem Klassischen und dem Rockbereich zusammen, mischten ihr Können und tourten einfach drauf los. Hinzu kamen noch verschiedene Tänzer sowie alles was dazu gehört und Aperion zelebrierten auf der Bühne eine schöne Show, die an ein Rocktheater erinnerte. Durch diesen Erfolg animiert, entschloss sich die, inzwischen auf acht Musiker angewachsene Band ins Studio zu gehen und ihr Erstlingswerk "Act Of Hybris" einzuspielen. Was dabei herausgekommen ist, ist ein Klangerlebnis für jedes Ohr. Schöne Streicher, kräftige Gitarren, druckvolle Drums und dazu eine phantastische Stimme von Zala Hodnik.
Die daraus entstandene CD "Act Of Hybris" kann man nur als Gesamtpaket ansehen. Einzelne Titel besonders hervor zu heben wäre wirklich fehl am Platze. Also einschalten, anhören und genießen. Trotzdem werde ich etwas intensiver auf die Musik eingehen, denn die Scheibe hat doch einige Überraschungen parat. Wie anfangs schon erwähnt, begeisterte mich das Eingangsstück nicht unbedingt, aber meine Freude sollte sich mit "Ocean" schon steigern. Sehr schnell und heavy kommen uns die Slowenen hier entgegen und im Superfast-Tempo ist der Song auch schon vorbeigerauscht. Die Streicherabteilung kommt mit "Shine" so richtig in Wallung. Da werden die Saiten nach Strich und Faden bearbeitet und eine eindrucksvolle Stimme setzt dem i den Punkt auf. Rockige Gitarren sorgen dabei für den Aha-Effekt und angenehme Tempowechsel vertreiben die Langeweile. Fast alle der 13 Tracks fangen recht ruhig an, steigern sich aber zusehends und hauen dann ab Mitte der Spielzeit richtig in die Vollen. So auch bei "Urma", "Light" und "Maya".
Einen Ausrutscher bietet die Nummer "Fairytale Mind". Klingt diese doch wie ein Country-Stück, das aber nach zwei Minuten in den Heavy-Bereich wechselt und deutlich besser wird.
Einen Ausflug südlich des Äquators macht die Band mit "Black Flies". Vermutlich kam die Idee dazu während einer Urlaubsreise nach Australien, denn so wie das Didgeridoo dieses Musikstück beherrscht, kann das nur um ein Lagerfeuer am Fuße des Ayers Rock aufgenommen worden sein.
Eine ungewöhnliche Bereicherung auf "Act Of Hybris". Das anschließende "The Truth" ist hingegen etwas ruhiger. Es ist nicht gerade der beste Titel der Platte. Umso interessanter ist das folgenden "Fe+". Wüsste ich nicht, welche Band sich hier gerade im CD-Player dreht, so wäre mein erster Gedanke, dass es sich um Jethro Tull in ihren besten Jahren, zu Zeiten von "Minstrel In The Gallery" handelt. Das Flötenspiel ist grandios und in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen ist ein wahres Nostalgiestück entstanden. Das nächste Fragezeichen steht mir bei "Dajte" auf der Stirn. Ist das jetzt irische Folklore oder stammt es aus "Herr der Ringe", als die Hobbits ihr Fest feiern und auf den Tischen tanzen? Passt irgendwie nicht so ganz ins Konzept und zwingt mich leider zum Weiterschalten. Mit einem traurigen Song geht es weiter. "The Concept" beginnt sehr sentimental, steigert sich aber zum Glück noch und lässt zum Ende mein Herz wieder höher schlagen. Zu guter Letzt gibt es noch ein "Ü" als sehr rockigen Abschluss, gespickt mit einigen ruhigen Passagen.
Aperion haben ein klasse Album abgeliefert. Sehr schöne Melodien, Streicher die zum Träumen einladen, ein super Gitarrensound unterstützt von treibenden Bässen und nicht zu vergessen, eine grandiose Stimme. Wenn die Bühnenshow mit den Tänzern und dem Bühnenbild das hält, was die Musik auf "Act Of Hybris" verspricht, können wir uns hoffentlich bald auf ein großes Musiktheater freuen.
Line-up:
Zala (vocals)
Crt (guitar)
Dani (bass)
Samo (violoncello)
Tinka (flute)
Martin (viola)
Nejc (drums)
Ziga (didgeridoo)
Tracklist
01:Source (1:35)
02:Ocean (2:17)
03:Shine (3:59)
04:Urma (4:03)
05:Light (4:05)
06:Maya (3:14)
07:Fairytale Mind (2:52)
08:Black Flies (4:59)
09:The Truth (4:20)
10:Fe+ (2:53)
11:Dajte (4:30)
12:The Concept (5:17)
13:Ü (3:37)
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