Armagedon / Death Then Nothing
Death Then Nothing Spielzeit: 32:31
Medium: CD
Label: Mystic Production, 2010
Stil: Death Metal

Review vom 07.06.2010


Gunnar Körner
Lediglich eingefleischten Death Metal-Fans wird diese Band etwas sagen, dennoch gehörte man Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger zu der ersten großen Welle des Genres, das gerade im Begriff war, im Bereich der extremen Musik den Thrash abzulösen bzw. zu verdrängen. Was als polnische Band sicher alles andere als einfach war, reichen doch die Anfänge von Armagedon bis in das Jahr 1986 zurück. Und sicher kann sich ein jeder gut vorstellen, dass es zu Zeiten des kalten Krieges so gut wie keine Infrastruktur, praktisch keine offizielle Szene für Metal im Allgemeinen dort gab. Mal ganz davon zu schweigen, an gute Instrumente und Ausrüstung zu kommen. Und doch schaffte man es, zusammen mit Vader, Anfang der Neunziger die Speerspitze des polnischen Undergrounds zu bilden und auch international einige kleinere Achtungserfolge zu landen, bevor man sich dann 1994 auflöste.
Verlassen wir also die Geschichtsstunde und schlagen eine Brücke zur 'Neuzeit'. Nachdem die Band seit 2006 wieder aktiv ist, gibt es nun endlich, vier Jahre später, neues Material in Form von "Death Then Nothing" zu hören. Und was soll man sagen? Man könnte sich auch gut zwanzig Jahre zurück versetzt fühlen.
Brutaler, kompromissloser Death Metal der ganz alten Schule. Man bewegt sich gekonnt in mittleren bis schnellen Tempogefilden, und lediglich auf der technischen Seite scheint man im Laufe der Jahre ein gutes Pfund zugelegt zu haben. So geht das ganze Material, auch ob einigen kurzen, melodischen Gitarrentupfern, vor allem in Richtung technischem Death Metal amerikanischer Prägung, aber immer mit eigener Note. Insgesamt gibt es hier ohne nennenswerte Ausfälle zehn Mal gekonnt mit runter gestimmten Klampfen und fiesem Gegrowle auf die Zwölf, das Ganze unbeirrbar schön geradeaus, aber nicht ohne musikalischen Anspruch.
Ist das originell? Nicht die Bohne! Soll es originell sein? In diesem Fall aber bloß nicht! Ist die Scheibe mit einer guten halben Stunde zu kurz? Nö, nicht ein bisschen. Durchweg ist das Geknüppel auf hohem Niveau. Alle Liebhaber extremer Musik und vor allem solche, die genug von dem ganzen Metal- und Deathcore, proggigen Ablegern und sonstigen Mischstilen haben, gehen jetzt mal schön zu ihrem Plattenhändler.
Tracklist
01:Death Then Nothing
02:Dead Code
03:Enemy
04:Blanket Of Silence
05:Seeing Is Believing
06:Bed Of Thorns
07:Father Of Oblivion
08:Emptiness Beyond Believe
09:Betrayed
10:F...End
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