Bad News Reunion / The Easiest Way
The Easiest Way
Deutschland in den Siebzigern: Viele lokale Bands, die nie den Sprung nach oben schafften.
So erging es auch der Hamburger Band Bad News Reunion - hervorgegangen aus der Combo Bad News.
Interessant erscheint mir, dass, trotz Michael Schlüter und Peter Urban, die Band nie über Hamburg hinaus bekannt wurde, waren beide doch beim Magazin "Sounds" als Schreiber beschäftigt.
Neben der "Live im Logo" CD, wurde nun auch vorliegendes Album von "Sireena Records" auf CD gebracht und einem größeren Publikum vorgestellt.
Die CD beinhaltet drei eigene Songs und sieben Coverversionen. Zwei der Eigenkompositionen - "Behind the next door" und "Confused mind" sind als Bonustracks in einer Demoversion doppelt an Bord.
Michael Schlüter schreibt selbst im Booklet, dass er sich lange Zeit genierte den Song "The easiest way" den Kollegen vorzustellen. Zu kitschig der Text dieser Ballade in seiner Lieblingsakkordfolge G-em-C-D.
Es ist halt ein Liebeslied mit den üblichen Klischees und wenn man es so sieht, passt es schon.
Auch ruhig, aber eher aus der Schublade Singer/Songwriter dann "Confused Mind". Pop der gefälligen Art trifft "Behind the next door" wohl am ehesten.
Kommen wir nun zu den Coverversionen und da geht es schon anders zur Sache.
Graham Parkers "Pourin' it all out" eröffnet den Cover Reigen. Eine schöne Gitarre und das richtige Tempo bringen die Füße schnell zum wippen.
"Palace of the King", kenne ich von Freddie King. Was BNR aus dieser Nummer macht, muß man hören. Entstaubt und fetzig mit tollen Backing Vocals und Harmonies.
Weiter geht es dann mit "Like a hurricane". Ja, Neil Young. Jedoch ist der Song hier poppig. Aber nicht zu sehr, denn es gibt einen ausgedehnten Gitarrenpart mit wunderschöner Orgelbegleitung.
Mit "The Loner" folgt eine weiteres Young-Cover in einer psychedelischen Fassung. Nicht schlecht - der Track lebt von der Gitarrenarbeit.
Als ob Neil Young nicht schon genug wäre, gibt es nun etwas vom guten alten Herrn Zimmerman: "Sad eyed lady of the lowlands". Und auch die BNR Version kommt sehr glaubwürdig rüber. Sogar Michaels Stimme kling etwas nach Dylan.
"Boogie Man" fällt da etwas ab und Moon Martins "Bad case of loving you" gefällt mir persönlich von Robert Palmer besser. Aber diesen Song habe ich so oft gehört, dass es wohl jede andere Version sehr schwer hat.
Beachtenswert ist der Klang der CD. Absolut top produziert. Aber wenn man liest wer hier restored und gemastered hat, ist dieser Sound normal: EROC at THE RANCH.
Spielzeit: 52:30, Medium: CD, Sireena Records/ Strange Ways Musikverlag 1980 (Reissue 2002)
Ulli Heiser, 20.05.2002