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"Barefoot Servants" (1994) war/ist eine der CDs, die mich damals echt positiv überrascht haben. Nun sind sie mit "2" back again, nachdem ich mir sehr sicher war, dass sie in der Versenkung verschwunden sind.
Griffbereit fand nach dem ersten Hören von "2" die erste wieder mal den Weg in den Player. Nahtlos, einfach ohne Lücke, reihen sich beide Discs aneinander. Wie hat dieses Quartett die Stirn uns so lange auf das nächste Ding warten zu lassen?
Wahrscheinlich viel beschäftigt, wenn man bedenkt, dass hier kein geringerer als Leland Sklar den Tieftöner bedient und den kann man sich ja definitiv in keiner Musiker-ABM vorstellen. Ebenso der Gitarrist Jon Butcher (Jon Butcher Axis).
Der weitere Gitarrist ist Ben Schultz und die Felle bedient Neal Wilkinson.
"Pharao's House" ebnet die diversen musikalischen Wege, auf denen sich die Servants gerieren, beeindruckend. Dampf ablassen, filigran und gekonnt, ein Songwriting, das sitzt.
Die Mischung aus akustischer und elektrischer Gitarre, hier und da gepaart mit Harp, beamt einen in der Zeitmaschine hin und her. "I Don't Care", oben drauf auch noch feinster Satzgesang.
Das gefällt auch mir, der angesichts einer solchen CD vom Blues-Balkon aus gerne auch mal in Nachbars Garten schaut.
"Crazy", ein eher percussion-getragener Song, liefert eine perfekte Stimmung ab. Feinfühlige Slideklänge im Hintergrund, verstärkt durch Sklars Basstupfer, lassen Blues-Feeling, mit einem eingängigen Refrain, aufkommen.
Beim Hören der CD frage ich mich, ob es sinnvoll ist, Gehörtes nochmals zu genießen, oder sich auf eine weitere Überraschung ein zu lassen.
Die Akustische führt uns zu "Bell's Of St. Mary". No Drums, ein wenig Tamburin, Dobro-Slide, das war's schon an Instrumenten bei diesem höchst intensiven Track.
Eine fast schon klassische Gitarre eröffnet "Monsters In Bethlehem". Butchers für gewöhnlich dreckiger Stimme werden außer der Reihe mal für 3 Minuten die Zügel angelegt.
Diese Monster lullen einen richtig schön ein.
Aufgeschreckt wird man dann durch das riffige "Crack The Sky". Alle Schotten dicht und volle Kraft voraus. Rock der besonderen Art. Hat Sklars Bass auch hier eine treibende Kraft.
Es ist erlaubt, es darf sein, dass der Gesang die guten, alten Tage eines Rod Stewart ins Gedächtnis zurück ruft. Tonangebend sind kolossale elektrische Gitarren in "Dog Days". Tempi-Wechsel und einige Breaks würzen diesen Song.
Eher sanft groovend, mit orientalischen, an Led Zeppelin erinnernde Anleihen werden wir mit "Phases Of The Moon" aus der CD entlassen.
"2" ist eine sinnige Sammlung von kleinen, weil z.T. kurzen Juwelen, die auch durch häufigeres Lauschen immer wieder funkeln.
Viel Spaß mit den wieder auferstandenen Barefoot Servants.
Spielzeit:47:18, Medium: CD, Atom Records, 2005
1:Pharao's House 2:I Don't Care At All 3:Crazy 4:When The Day Comes 5:Rude Boy 6:Take My Breath Away 7:Bells Of St. Mary's 8:Brown Penny 9:Monsters In Bethlehem 10:Crack The Sky 11:Love You Too Much 12:Dog Days 13:Phases Of The Moon
Joachim P. Brookes, 20.04.2006
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