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Ihr sucht nach der ultimativen musikalischen Untermalung zum Weltuntergang 2012? Halt, dann dürfte euch dieses Review interessieren! Blindead, eine 2003 gegründete Band, deren Mainman Mateusz Smierzchalski alias Havok von 2000 bis 2004 bei der kommerziell relativ erfolgreichen Black/Death-Combo Behemoth die sechs Saiten bediente, zocken progressiven Post/Sludge/Doom Metal, der laut Promotiontext von Truppen wie Neurosis oder Isis geprägt wurde. Voller Depression, Schwermut und anderer negativer Gefühle werden auch auf diesem, bereits dritten Longplayer "Affliction XXIX II MXMVI" (erschien Ende 2010 über Mystic Production) acht überlange, komplett ineinander übergehende Songs geboten, deren Titel hintereinander gelesen einen vollständigen Satz ergeben. Dieser lautet: 'Self-consciousness is desire and after 38 weeks my new playground became dark and glay, so it feels like misunterstanding when all my hopes and dreams turn into Affliction XXVI II MMIX'. Wer's braucht...
Für Freunde von Lyrics: Das Thema dieses Konzeptalbums erzählt die Geschichte eines Mädchens, das unter der Krankheit Autismus leidet. Im Booklet zur CD wird die Story nochmals ausführlich erläutert.
Und jetzt noch einmal zur Musik selbst: Nun, diese Band bezieht ihre Einflüsse eigentlich kaum noch aus dem Metal, wie ihn der klassische, Dosenbier vernichtende Kuttenträger erklären würde. Denn teilweise minutenlang herrschen cleane Parts mit elektronischen Einschüben vor oder es gibt mal dezente Trompeten- und Piano-Untermalungen. Auch verzerrtes Gekreische von Samples, wie ich persönlich es seit dem ersten und auch allerletzten Durchlauf von Linkin Parks "Hybrid Theory" vor zum Glück auch schon mehr als 10 Jahren hasse, kommt in manchen Tracks vor. Sicherlich werden Freunde von anspruchsvollen, ausgeklügelten und allem voran abwechslungsreichen Klängen ihren Spaß daran haben, ich persönlich muss zugeben, dass es für mich eine wahre Qual war, mich komplett durch dieses Album zu kämpfen. Diese extreme Vielseitigkeit ist eben einfach (noch?) nicht so wirklich kompatibel für meine Hörsinne...
Die Vocals, für die sich ein Herr namens Patryk Zwolinski verantwortlich zeigte, wechseln gekonnt zwischen schon fast Metalcore-ähnlichen Growls und einer glasklaren Stimme. Das Tempo der Stücke bleibt nahezu konsequent im eher unteren Bereich, sehr selten kommt es vor, dass mal schnellere Töne zu hören sind.
Wirklich nur geeignet für Musikfreunde, deren Nerven so dick wie Stahlseile sind oder für Proggies mit einem Sinn für komplett absurde Klangwände...
Line-up:
Patryk Zwolinski (vocals)
Mateusz Smierzchalski (guitar, bass)
Marek Zielinski (guitar, soundscapes)
Piotr Kawalerowski (bass)
Bartosz Hervy (keys, electronics)
Konrad Ciesielski (drums)
| Tracklist |
01:Self-Consciousness Is Desire And
02:After 38 Weeks
03:My New Playground Became
04:Dark And Gray
05:So It Feels Like Misunderstanding When
06:All My Hopes And Dreams Turn Into
07:Affliction XXVI II MMIX
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Externe Links:
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