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Seit fast einem Vierteljahrhundert greift Rob Balducci mittlerweile in die Saiten. Der in New York lebende Gitarrist bringt mit "The Color Of Light" nach "Balance" (1995) und "Mantra" (2002) nun sein drittes rein instrumentales Album auf den Markt.
In dem der CD beiliegenden Booklet, wenn man einen einmal gefalteten Bogen denn überhaupt so nennen kann, ist neben einer kurzen Beschreibung zu den jeweiligen Stücken auch das Line Up enthalten:
Rob Stankiewicz (Drums)
Jim Peggy (Percussion)
Ben Whitman (Djembe, Tambourine)
Anthony Paganini (Bass)
Maria Dessena (Piano)
Nun, der Titel "The Color Of Light" ist - im Sinne von "die Farben des Lichts" - recht bezeichnend für dieses Album. Damit meine ich den Unterschied zwischen "hellen" und "dunklen" Farben - oder in diesem Zusammenhang dafür zugeordnet: "langsame" und "schnelle" Stücke.
Kommen wir also zunächst auf die "dunklen" Farben zu sprechen:
Bei den schnelleren Nummern ist es nicht gerade Musik für die (Rock)-Massen, was Rob Balducci auf seiner CD zum Besten gibt. Dafür ist sie im Wesentlichen zu spezifisch, um ihr als "Normalo" wirklich folgen zu wollen. Man hat es größtenteils mit Fusion-Rock zu tun, vermengt mit Hardrock- und Metalrythmen und einer gehörigen Portion Jazz, wobei Balducci sich zwar einerseits als talentierter Gitarrist und Musiker präsentiert, dabei aber letztendlich zu wenig für die Eingängigkeit tut. So richtig "hängen" bleibt bei mir infolge dessen kaum einer der Tracks.
Zu entrückt sind seine Soli. Und genau da liegt der Hase begraben - sicherlich, die Soloeinlagen sind versiert und teils auch sehr schnell - aber für mein Befinden sind sie zu technisch und zu zerfahren. Man kann sich manches mal des Eindrucks nicht erwehren, dass der Mann eher eine Kostprobe seines technischen Könnens geben will als etwas für den Zusammenhalt seiner Musik zu tun. Wobei - Gitarre spielen kann er wirklich!
Ein gutes Beispiel dafür ist "Falling Water". Das Stück fängt richtig vielversprechend an, mit einer eingängigen Melodie, dann kommt ein Metalrhythmus hinzu, der es satt nach vorne treibt und Lust auf mehr macht. Im weiteren Verlauf jedoch verliere ich den Faden durch immer komplizierter arrangierte Solos.
Ähnlich ergeht es mir auch bei dem Titelstück "The Color Of Light", bei dem ich mit den Soloeinlagen überhaupt nichts anfangen kann, sie kommen unvermittelt und sind oft rasend schnell gespielt (was will uns Balducci nur damit sagen?) oder bei "Black Garden". Ständig wechselnde Themen und schnell gespielte Soli versalzen mir da den Hörgenuss.
Ein Übriges tut der Sound von Balduccis Gitarre. Er ist durchsetzt von einer ganzen Menge Effekten, die in ihrer Summe den Klang schon synthetisch erscheinen lassen und somit den Hörer etwas nerven kann.
Und nun zu den "hellen" Farben:
Balducci zeigt seine Qualitäten mit den langsameren Tracks.
Bei "Of The Earth (A Vampire Love Story)" zum Beispiel verfolgt er konsequent die anfängliche Thematik bis zum Ende, es ist balladesk, sehr einfühlsam gespielt und mit schönen, wenn auch oft sehr verspielten Soli durchsetzt. Hört sich wirklich gut an.
Ebenso "Empress", das 7 Minuten dauert und mir wirklich ganz ausgezeichnet gefällt - oder auch auch "The Queen Of Cups", welches stellenweise fast schon ein wenig hymnenhaft daherkommt.
Nicht zu vergessen ist mit "Cupra" auch eine kurze "klassische" Einlage, die ruhig etwas länger hätte dauern dürfen als knapp anderthalb Minuten.
Die CD ist sauber produziert und einwandfrei abgemischt.
Ein Knaller ist die Gesamtspielzeit mit satten 70 (!) Minuten. Endlich mal jemand, der sich der Kapazität einer CD bewusst ist. Hut ab!
Veröffentlichungstermin: 1.April 2005
Spielzeit: 79:58, Medium: CD, Favored Nations / Rough Trade, 2005
1:Falling Water 2:The Alchemist 3:All U Divine 4:Empress 5:The Queen Of Cups 6:The Color Of Light 7:Black Garden 8:Of The Earth (A Vampir Love Story) 9:Dementia 10:I Bleed 11:Cupra 12:Ciree3 13:C.O.L. - Frequency Of Twilight (Bonus Track)
Peter Rodenbüsch, 08.04.2005
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