CHP / Same
CHP
CHP steht für Steve Chappel (guitar, voc), Steve Hyde (bass, voc) und Steff Porzel (drums, voc).
Steff kennen wir ja mittlerweile als Drummer der Spencer Davis Group und das ist mit ein Grund, wieso ich ich mich gefreut habe, als er mir diese 2000er-Scheibe seiner Band CHP in den Briefkasten legte.
Liest man über die Einflüsse der drei Musiker (klassiche Rock-Besetzung) auf der Bandhomepage, wird schon vor dem Hören klar, dass die Musik gar nicht anders kann, als zu gefallen.
Gleich der erste Track erinnert an eine rockige Walsh-Nummer und da die Jungs allesamt vokalistisch in Erscheinung treten, ist auch der Gesang die reinste Freude. Stark, wenn sich eine Stimme dann in hohe, rockige Lagen schraubt. Eine Wah-Wah-Passage startet "Crossing That River". Perfekt der dreistimmige Gesang zu den punktgenauen Bass-Lines. Bricht dann auch noch die Gitarre ein, freut sich der Hörer.
"Groovin'" groovt in der Tat, untermalt mit herrlich relaxten Gitarrenlines, während "Never Find Another" boogiemäßig daherrollt und ich nachschaue, ob nicht irgendwo Status Quo im Booklet steht. Ist aber schon von CHP. Nun kommt doch ein Cover: Eddy Floyds & Steve Croppers "Knock On Wood", gesungen von Steve Chapple, der nun Steff am Mikro ablöst. Das ist jetzt nicht mein Ding, weil die Nummer mir noch nie gefallen hat. Steff sagte mir: "Das mussten wir tun, um die CD vollzukriegen."
Und wo ich gerade am kritisieren bin: Es gibt noch weitere Cover-Songs auf dem Album, und zwar "Love Hurts" (Everly Brothers, aber von Nazareth ist es wohl bekannter) und den Gershwin-Klassiker "Summertime". Ich kritisiere im Übrigen nicht die Interpretaton dieser beiden Gassenhauer. "Love Hurts" startet geil mit einem an Bad Co. erinnernden Gitarren-Lick, Steffs Stimme hat sogar das 'berühmte' Kratzen im Timbre. Und "Summertime" ist einfach nur als genial zu bezeichnen. Steves Gesang bringt die Stimmung des Originals herrlich rüber, die Backings erzeugen eine wohlige Gänsehaut und wenn die Gitarre soliert passt das einfach.
Wieso also Kritik? Ganz einfach, Die CHP-Songs haben eine eigene Qualität und da braucht es meiner Meinung nach keine 'Fremdnummern', egal wie toll die auch rüberkommen.
Blues, so wie er sein soll: "Daddy's Coming Home", geschrieben von Steve Chapple im Krankenhaus nach einer Hämorrhoiden-OP. "Hats Off To Bill" ist ein Uptempo-Rocker und eine Hommage an den Ex-Mixer der Band, der trotz Einarmigkeit dafür sorgte, dass auch neben seinem Job an den Reglern, alles klappte.
Der nächste Track, "Let's Get Outa Here" wäre wohl eine Nummer 1 geworden, hätte sie ein John Bon Jovi im Repertoire gehabt. Nichts für diesen Herrn ist jedoch "Never Say Never". Eher für einen Mann names Knopfler. Gitarre und auch die Stimme (Steve Hyde zeichnet jetzt für den Gesang) klingen tatsächlich frappierend nach Dire Straits.
CHP steht für drei Musiker, die nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern durch die Reihe auch stimmlich voll überzeugen. Alleine wegen der Stimmen ist eine stilistische Vielfalt möglich, die wenigen Bands vorbehalten sein dürfte. Auf der Bandseite kann man in die Tracks reinhören und die CD auch direkt bei der Band bestellen.


Spielzeit: 44:24, Medium: CD, Tollton Records, 2002
1:Don't Mean Nothin' 2:Crossing That River 3:Groovin' 4:Never Find Another 5:Knock On Wood 6:Daddy's Coming Home 7:Love Hurts 8:Hats Off To Bill 9:Let's Get Outa Here 10:Never Say Never 11:Summertime
Ulli Heiser, 09.03.2006
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