Critical State / Lord Of The Crows
Lord Of The Crows Spielzeit: 60:11
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2014
Stil: Melodic Metal

Review vom 21.05.2014


Peter Bigalke
20 Jahre Critical State, sieben CDs in Eigenregie, die kurzlebige Episode mit OTR Productions eingerechnet, ein nahezu stabiles Line-up über die Jahre, das schafft auch nicht jede Band! Seit der ersten Veröffentlichung, "Street Symphony" aus dem Jahr 1997, bin ich Fan dieser Band. Das erleichtert einem es nicht gerade, objektive Reviews ohne rosa-rot gefärbte Brille zu schreiben. Trotzdem habe ich jede neue CD der Band immer kritisch und objektiv gehört und verglichen, um im Prinzip immer zum gleichen Ergebnis zu kommen. Schwächeln kommt nicht in Frage. Critical State sind auch keine der Bands von denen gesagt werden kann: kennst du eine Veröffentlichung kennst du alle. Es gibt ein Grundgerüst, das immer wieder neu variiert wird, ohne Anbiederung an einen massentauglichen Geschmack oder den Versuch auf einen evtl. kommerziell gewinnbringenden Zug aufzuspringen.
Passend zum Jubiläumskonzert, nun also die neue CD. Nicht kleckern, klotzen heißt die Devise. 10 Titel, 60:11 Minuten, Spielzeiten pro Song zwischen vier und über sieben Minuten. Genug Zeit also, spielerische und gesangliche Fähigkeiten unter Beweis zu stellen oder noch schneller wie die Titanic unterzugehen. So oft wie ich die CD jetzt gehört habe, minimale Effizienz ist die kompakte Zusammenfassung dessen was ich jetzt zum fünften Mal höre. Es bedarf keiner aufgeblasenen Epik, ellenlanger Gitarrensoli oder sonstigem Firlefanz, um irgendwie Aufmerksamkeit zu bekommen. Brainstorm, die ich hier als Bezugspunkt nenne, um Critical State allen bis dato Unwissenden etwas schmackhafter zu machen, haben mit ihrer neuen CD einen ähnlichen Weg eingeschlagen.
Wie ich schon geschrieben habe, gibt es einen roten Faden, der für alle bisherigen Silberlinge der Band gilt. Melodisch, nicht zu heftig, aber auch nicht in Pop Metal-Gefilde abgleitend. Ob jetzt auf die Texte zugeschnitten oder weil es einfach passte, bewegen sich alle Titel nahezu komplett im mittleren Tempobereich, ein schwieriges Terrain, weil es für die Hörerin oder den Hörer schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen kann. Nicht so bei Titeln wie "Home From War", "Last Man Standing" oder dem abschließenden "Colosseum (Arena Of Death)". Nicht so richtig warm werde ich mit "We're Here To Rock". Mir persönlich zu einfach gestaltet, ist der Song jedoch als Rausschmeißer bei Konzerten sicherlich gut geeignet. Aber er stört den Fluss des Albums und ist zwischen dem erwähnten "Home From War" und dem episch erhabenen "The Legacy We Left Behind" nur ein unnötiger Störfaktor. Ist passiert und nicht mehr zu ändern. Dafür entschädigt dann das unbändige Sperrfeuer "The Hourglass", für so einen Titel würden Rage heutzutage ihre Großmutter verkaufen!
Lange Rede, kurzer Sinn. "Lord Of The Crows" macht Spaß und sorgt nicht für Ohrenschmerzen! Wenn Critical State irgendwann nicht mehr sind, kann die Frage welches Vermächtnis hinterlassen wurde, ganz einfach beantwortet werden: Ganz viele Platten, die denen, die Monat für Monat veröffentlicht werden bzw. wurden, mehr als ebenbürtig sind!
9 von 10 RockTimes-Uhren.
Line-up:
Mathias Schattenfroh (vocals)
Oliver Baudisch (guitars, backing vocals)
Stefan Lerchl (drums, backing vocals)
Martin Weiskopf (bass, backing vocals)
Tracklist
01:Lord Of The Crows
02:Home From The War
03:We're Here To Rock
04:The Legacy We Left Behind
05:The Hourglass
06:Undying
07:Last Man Standing
08:Feel My Pain
09:Storm In The Night
10:Colosseum (Arena Of Death)
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