The Crystal Caravan / Same
Same Spielzeit: 43:14
Medium: CD
Label: Garageland Records, 2009
Stil: Garagenrock, Classic Rock

Review vom 20.04.2009


Daniel Kurfess
Vorbei am frühen Prog Rock mit einer frischen Brise Psychedelic aus dem offenen Seitenfenster auf der Haut, dabei immer Richtung schwungvollem Garagenrock schwedischer Prägung - so lässt sich die Route des Crystal Caravans in aller Kürze zusammenfassen. Neu erfinden sie dabei rein gar nichts, huldigen den alten Helden wie T. Rex, Led Zeppelin und Jimi Hendrix, jedoch mit viel Pfeffer im Arsch. Das klingt nicht nach Retorte, wie es bei so vielen skandinavischen Kameraden der Fall ist, sondern kommt über die volle Länge des selbstbetitelten Albums authentisch rüber.
Kristallklarer Stoff also, den die sechs Nordmänner Niklas Gustafsson (Gesang), Björn Lohmander, Stefan Bränberg (beide Gitarre), Jonas Lindsköld (Orgel), Christopher Olsson (Schlagzeug), Pierre Svensson (Bass) und die Nordfrau Annika Bränberg (Percussion) über das Indie-Label Garageland Records unter die Leute bringen. Eine Überdosis wird sich davon allerdings niemand holen, hat man sich das doch alles irgendwo schon einmal reingezogen.
Um Billigware handelt es sich dennoch keinesfalls - die genannten Stilrichtungen beherrschen alle Beteiligten im Schlaf, mal klingen The Crystal Caravan nach Led Zeppelin mit einem Zug Sabbath, dann wieder mehr nach einem Schuss The Who - besonders wenn Tempo aufgenommen wird. Und wer genau darauf aus ist, dem wird dieses Debüt-Album sicherlich viel Freude bereiten.
So gibt's in "Wicked Mind" Orgelsounds, die unweigerlich dunkel-violette Assoziationen wecken, während Sänger Niklas Gustafsson bei "Desert King" zum dunklen Doom-Fürsten avanciert und - ganz locker - den Ozzy raushängen lässt. Die psychedelischen Soli erinnern dagegen wieder an Jimmy Page und das schwungvolle Intro in "Monkey" an T. Rex. Es finden sich in jedem der zehn Songs immer wieder Zitate großer Bands und Künstler. Umso erstaunlicher also, dass das Album dabei in sich geschlossen bleibt und auch die einzelnen Kompositionen genug Eigenständigkeit mitbringen, um hängen zu bleiben. Beispielhaft sei hier "Down Under" genannt, ein Anspieltipp.
Wer sich auf einen Roadtrip im "Crystal Caravan" einlässt, begibt sich auf eine Zeitreise zurück in die bedeutendste Ära der Rockmusik, bekommt ein abwechslungsreiches und mit viel Leidenschaft zubereitetes Potpourri serviert. Dass in den meisten Regalen der zielgruppenrelevanten Personen bereits "Paranoid", "Machine Head" und "IV" stehen werden, schmälert die Daseinsberichtigung eines solchen Outputs allerdings beträchtlich. Doch wer den Frühling mit frischem Stoff und aufgedrehter Anlage begrüßen möchte und dabei gerne mal ein wenig in der Vergangenheit schwelgt, der macht mit diesem Album nichts falsch!
8 von 10 RockTimes-Uhren
Line-up:
Niklas Rg Gustafsson (vocals)
Björn Lohmander (guitar)
Stefan Bränberg (guitar)
Jonas Lindsköld (organ)
Pierre Svensson (bass)
Annika Bränberg (percussion)
Christopher Olsson (drums)
Tracklist
01:Between The Mountain And The Spoon
02:Tombstone Eyes
03:Down Under
04:Wicked Mind
05:Dead Inside
06:A New Time Is Coming
07:Train Song
08:Flying High (Or So It Seems)
09:Monkey
10:Desert King
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