Wenn man sich die Instrumente der vier Bandmitglieder von
Daily Bread ansieht, kann man sich schon fast denken, dass es hier sehr unrockig zugeht. Gleich zwei Synthesizer und keine Gitarre - willkommen in den poppigen Frühachtzigern. Die Band aus dem Norden der Niederlande zelebriert auf ihrem zweiten Album "Iterum" ( lateinisch für 'wieder') lupenreinen Wave Pop wie zu besten
Joy Division-Zeiten. Dabei hatte man eigentlich ganz anderes geplant.
Vier Jahre ist es schon her, als man damals noch als Trio mit "Well, You Are Not Invited" das Debüt vorlegte. Vor allem die Single "Sexy Garage Dance" kam im Nachbarland gut an. Die Musik auf dem Erstlingswerk war damals noch wesentlich rauer und wilder und hatte mit Pop nur am Rande zu tun. Doch während der Vorbereitungen für das Nachfolgewerk änderte man den Stil und ließ sich hörbar von dunklen Wave-Bands wie
Echo & The Bunnymen oder eben
Joy Division beeinflussen. Das Ganze dann mit einem guten Schuss Pop und weiblichen Vocals und schon war "Iterum" fertig. Der Stilwechsel hat sich gelohnt, denn das Album enthält zwölf durchweg gelungene Songs, mit den bereits erwähnten, sehr starken 80er-Anleihen.
Natürlich ist dies nicht sehr originell, aber gut gemacht und was zählt, sind nun mal gute Songs. Davon gibt es auf "Iterum" jede Menge. Schon direkt der Opener "Allure" hat einfach alles, was einen guten Wave Pop-Song ausmacht: Große Synthieflächen, die typischen verspielten kleinen Zwischenmelodien und einen bombastischen Refrain. "The River" dagegen erinnert mit seinen Beats etwas an die Elektro-Rocker
The Prodigy, während die Single "The Conflict" wieder an die bereits erwähnten
Joy Division erinnert, die einfach auf den gesamten knapp fünfzig Minuten allgegenwärtig sind. Aber auch bei etwas ruhigeren Tönen bekommen
Daily Bread die Kurve, ohne kitschig zu wirken, wie bei "She Spider".
Gegen Ende der CD wird es mir persönlich etwas zu Techno-lastig, aber auf jeden Fall geht die Band nicht auf Nummer sicher und mischt eben 80s-Wave geschickt mit anderen Stilelementen. Mit "In All" gibt es am Ende nochmals eine richtig tolle Pop-Hymne, die
The Cure in ihren Hoch-Zeiten nicht besser hätten machen können.
"Iterum" ist durch und durch eine Hommage an die Wave Pop-Musik der frühen 80er und dies auch noch absolut gelungen. Fans, die gerne diese Musik hören, sollten unbedingt einmal reinhören. Große Melodien und eine sehr 'old school'-gehaltene Produktion machen die CD zum gefundenen Fressen für alle Fans von eben dieser Musik. Mir jedenfalls hat diese 49-minütige Zeitreise gut gefallen und ich hoffe, die Band auch mal live auf der Bühne sehen zu können. Zeitlose Mitsing-Hymnen hat die Gruppe nämlich genug am Start und tanzbar ist ihr Sound sowieso. Beste Voraussetzungen also für ein gelungenes Konzert.