|
Der Name Darkest Era, der Titel "Severance" und dann das Cover - hier könnte man reichlich Finsteres erwarten, was jedoch nicht wirklich zum Label Cruz del Sur passen würde. So dunkel wie gedacht ist es dann doch nicht, zumindest nicht auf der 'Evil'-Schiene, sondern auf andere Weise.
Schauen wir erst einmal zurück zu den Anfängen: Die ehemaligen Schulfreunde Ade Mulgrew und Sarah Wieghell begannen 2005, Musik zu schreiben, die einerseits von traditionellen britischen bzw. irischen Heavy Metal-Bands beeinflusst war, andererseits keltische Wurzeln der beiden Iren verarbeitete. Sie fanden nach und nach weitere Musiker und nannten das Ganze Nemesis. Unter diesem Namen gab es auch ein Demo. 2007 erfolgte die Umbenennung in Darkest Era (denn Nemesis gab es schon mehrfach).
2008 erschien die EP "The Journey Through Damnation", inhaltlich geprägt von keltischer Mythologie (z. B. "The Morrigan"). 2010 folgte eine weitere EP: "The Oaks Session" und 2012 dann das Debüt "The Last Caress Of Light", auf dem wiederum Morrgian als Song und Covermotiv vorkommt.
2014 erblickt nun der Zweitling "Severance" das Licht und mir begegnet die Band erstmals. Die musikalische Mischung ist beim ersten Eindruck etwas verwirrend, Heavy Metal mit Tendenzen zum Epic-/Power Metal trifft auf keltische Einflüsse, Double Lead-Gitarren werden mit folkig wirkenden Melodien kombiniert. Das Grundtempo ist oft flott, dann wieder schleppend, geht stellenweise schon in die Doom-Richtung. Dann winkt zwischendurch die NWoBHM.
Das alles ergibt Celtic Metal, wie Darkest Era ihren Stil bezeichnen, was man durchaus so stehenlassen kann. Mit jedem Hören scheint dieser Begriff passender zu werden. Was beim ersten Durchlauf vielleicht noch 'na ja, ganz nett' erscheint, gewinnt bei weiteren Rotationen an Ausdruckskraft und zieht immer mehr in seinen Bann. "Severance" entwickelt eine eigene, ernstzunehmende Wirklichkeit.
Die Iren selbst nennen als ihre Vorlieben: Primordial, Slough Feg, Iron Maiden, Thin Lizzy.
Okay, niemand verkörpert die Leiden des irischen Volkes so überzeugend wie Alan Averill und Primordial sind eher Richtung Black Metal unterwegs. Wem das zu 'schwarz' ist und wer daher lieber eine Variante davon hätte, die mehr Heavy Metal ist, bekommt von Darkest Era eine interessante Alternative geboten.
Vokalist Krum beweist gerade im ruhigsten und epischsten Stück "Blood, Sand And Stone" durchaus ebenfalls einiges an Ausdrucksstärke. Hier und auch bei anderen Tracks kommen immer wieder Zeilen vor, deren Harmonie sich einbrennt:
»Blood on my hands
The tyrant of man
Dragging further from the light
Blood on my hands
They call to me
A thousand screaming souls in the deep
("A Thousand Screaming Souls") «
Irland, die grüne Insel voller landschaftlicher Schönheit, jedoch oftmals trauriger Geschichte, bringt immer wieder schöne, melancholische Musik hervor. So auch in diesem Fall. "Severance" verbreitet in Töne umgesetzte Anmut ebenso wie Schmerz, ist manchmal verträumt, manchmal wütend.
Das keltische Herz der Vergangenheit schlägt in Darkest Era, lebendig im Hier und Jetzt, gleichzeitig zeitlos. Die 'dunkelste Ära' reicht weit zurück, verbindet alte Zeiten mit den metallischen 80er Jahren und führt bis in die Gegenwart.
Was dieser emotional beeindruckenden Band hoffentlich eine gute Zukunft bescheren wird…
Die zweite Dame im Line-up, Drummerin Lisa Howe wird allerdings da nicht mehr dabei sein, denn ihren Platz hat mittlerweile Cameron Åhslund-Glass eingenommen.
Line-up:
Krum (vocals)
Ade Mulgrew (guitar)
Sarah Wieghell (guitar)
Daniel O'Toole (bass)
Lisa Howe (drums)
| Tracklist |
01:Sorrow's Boundless Realm (6:03)
02:Songs Of Gods And Men (5:16)
03:The Serpent And The Shadow (4:39)
04:Beyond The Grey Veil (6:01)
05:Trapped In The Hourglass (5:24)
06:The Scavenger (4:31)
07:Secret Commonwealth (5:48)
08:A Thousand Screaming Souls (4:49)
09:Blood, Sand And Stone (8:08) |
|
Externe Links:
|