Zeitreise in die Vergangenheit vor gut vierzig Jahren. Dafür sorgen die Franzosen Deadline mit ihrer neuen Platte "Fire Inside". Auch wenn hier speziell die Old School-Musikfreunde angesprochen werden, die die Zeit miterlebten, als noch solche Bands wie zum Beispiel Europe oder Whitesnake in der damaligen Hard Rock-Szenerie kräftig mitmischten, bewegen sich eben auch die Neuzeitler Deadline in diesem Old School-Hard Rock-Genre.
Der knapp einminütige Opener "The Fire" wurde mit reichlichen Knistereffekten aufgenommen, sodass man meinen könnte, ein eingestaubtes Vinyl vom Grammophon zu Gehör zu bekommen. Nahtlos geht es in den Titeltrack "Fire Inside" über, einer sehr rhythmisch rockigen Nummer. Bereits hier wird mir bewusst, dass Sänger Arnaud Restoueix über extrem gut ausgebildete Stimmbänder verfügt, die er sehr gut einzusetzen weiß, um gekonnt und ausdrucksstark zu singen.
Ui, die ersten Riffs von "Rock You" verfolgen ganz klar die Spur vom Stones-Klassiker "Satisfaction". Doch bereits Sekunden später verlassen Deadline den Pfad der 'rollenden Steine' und powern anschließend - ohne Wenn und Aber - in allerbester Hard Rock-Manier. "Rock You" kann ich ohne Bedenken als erste Hörprobe empfehlen. Genauso wie die folgenden "Teach Me Love" und "Freedom Call". Wer bei diesen Songs nicht so richtig abgeht, dem ist nicht mehr zu helfen.
Joris Beraud und Gabriel Lect bearbeiten ihre Sechssaiter so, als ob sie ein Atomkraftwerk ersetzen müssten. Egal, ob als Sologitarre oder im Verbund mit der Rhythmusklampfe, die beiden erzeugen spielerischen Glanz und schieben die Tonkonserve von Anfang bis zum Ende unermüdlich nach vorn.
So wie es sich für eine Band mit Classic Rock-Charakter gehört, haben sie mit "October" und "No Glory" auch zwei erstklassige Balladen in ihrem Repertoire. Die Teile gehen, in purer 'Schmalz-Rock'-Manier, runter wie Öl und ich denke, dass hier besonders die weiblichen Fans ins Visier genommen werden sollen. Sicher, auch wenn es sich hierbei nur um meine persönliche Vermutung handelt - egal, ob sich nun mehr die Frauen oder 'Frauenversteher' angesprochen fühlen: Das Tanzparkett ist mit "October" und "No Glory" für Liebhaber des eng umschlungenen Tanzes geradezu prädestiniert.
Aber bitte keine Panik, meine Herren! Spätestens mit "Like An Old Man", einem wieder mehr groovenden, rockigen Stück, ist die 'raue Männerwelt' wieder in Ordnung. Denn hier ist, vorausgesetzt der männliche Fan besitzt eine überlange Haarpracht, eher fulminantes Kopfschütteln angesagt. Von nun an lassen sich Deadline nicht mehr aufhalten und es wird bis zum Finaltrack "Broken Parts" gerockt, was das Zeug hält.
Fazit: Ich habe schon lange nicht mehr ein so geiles Album wie "Fire Inside" von Deadline zu Gehör bekommen. Auch wenn hier vorwiegend die Fans des Hard Rocks der 80er angesprochen werden, die Platte ist so gut produziert und brilliert mit derart fettem Sound, wie man es einst nur von solchen Granantenbands der bereits oben erwähnten Kultkapellen kennt. Sänger Arnaud Restoueix bekommt von mir für seine Textvorträge eine glatte Eins plus! An seinen Stimmbändern gibt es nichts, aber auch rein gar nichts auszusetzen! Die Gitarrensoli bestechen ebenfalls mit exzellenter Qualität und da auch die Rhythmiker keinerlei Schwächen aufweisen, kann es von meiner Seite aus nur heißen - KAUFEN!
Line-up:
Arnaud Restoueix (vocals)
Joris Beraud (guitar)
Gabriel Lect (guitar)
Sebastien Debbane (bass)
Fabrice Trovato (drums)
Tracklist |
01:The Fire (0:59)
02:Fire Inside (4:11)
03:Rock You (5:16)
04:Teach Me Love (4:10)
05:Freedom Call (5:16)
06:October (5:22)
07:Like An Old Man (5:05)
08:The Maverick (4:22)
09:No Glory (5:12)
10:Broken Parts (5:53)
11:The Hunter (4:06)
12:Broken Parts [Cello] (5:52)
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