Deliverance / As Above - So Below
As Above - So Below Spielzeit: 51:04
Medium: CD
Label: Retroactive Records, 2008
Stil: Progressive Thrash Metal

Review vom 11.02.2008


Stefan Gebauer
Wenn die Sprache auf Heavy Metal mit christlichen Texten kommt, fällt meistens zuerst der Name der Bibel werfenden Clowns von Stryper, die mit ihrer eher banalen Musik und lächerlichen Bühnenshow die gottlosen Metaller eher erheitern als diese zu missionieren.
Auf der anderen Seite gibt es aber durchaus eine ganze Menge ernstzunehmende gläubige Metal Acts wie z.B. Tyrant (US), Recon, Barren Cross, Torniquet oder Trouble, um nur einige zu nennen. Und mit Truppen wie Sacrament, Believer oder den Briten Seventh Angel sind sogar einige Thrasher vertreten.
Eine der dienstältesten christlichen Thrash Bands ist allerdings Deliverance aus Los Angeles, die bereits seit 1985 aktiv ist. Ihre ersten beiden Alben "Deliverance"(1989) und "Weapons Of Our Warfare"(1990) boten sehr anspruchsvollen, melodischen aber trotzdem sehr druckvollen Thrash Metal und sorgten seinerzeit für großes Aufsehen. Noch heute besitzen sie völlig zu Recht Kultstatus.
Mit ihrem dritten Werk "What A Joke" entfernten sich die Musiker sehr stark von ihren Wurzeln, weswegen ich mich bis heute nicht mehr mit ihnen befasste. Tja, und wie klingen die kalifonischen Klosterschüler anderthalb Dekaden und acht Tonträger später?
Nun ja, während des ersten Hördurchgangs von "As Above-So Below" macht sich zunächst Ernüchterung breit. Nur die wenigsten Stücke wollen auf Anhieb zünden, was aber daran lag, dass ich mit den völlig falschen Erwartungen an die Sache heran gegangen bin. Mit dem rasanten Thrash der frühen Tage hat das Gehörte nur noch wenig zu tun. Heutzutage klingen Deliverance wesentlich technischer. Das Gaspedal wird nur noch selten durchgetreten. So erinnern mich nur noch "Should We Cross Path" und einige Parts des etwas sperrigen Openers "Cause & Effect" an vergangene Zeiten. Ansonsten regiert überwiegend Midtempo.
Dafür besticht das Album durch andere Vorzüge. Das aktuelle Material ist häufig durchsetzt mit vertrackten Rhythmen, komplizierten Breaks verbunden mit harten Riffs und filigranen Gitarrensoli, was die Band auch für den einen oder anderen toleranten Prog Metal-Fan interessant machen dürfte. Bei aller Komplexität bleibt aber trotzdem die Eingängigkeit nie auf der Strecke, was vor allen an den großartigen, teilweise melancholischen, Gesangslinien von James P. Brown dem II. liegt, dessen glasklare, manchmal etwas weinerliche Stimme sich bestens mit dem thrashigen Riffing ergänzt.
Es benötigt vielleicht einige Zeit bis sich dem Hörer die wirkliche Klasse solcher Stücke wie "Enlightened", dem packenden, gut zwölfminütigen Instrumental "Thristles" oder dem bereits erwähnten "Should We Cross Path" erschließen, aber die Scheibe wächst mit jedem Durchgang. Thrash-Puristen werden sicher ihre Schwierigkeiten mit dieser CD haben, aber aufgeschlossene Freunde härterer progressiver Klänge werden sich bestimmt für "As Above- So Below" begeistern können.
Line-up:
Jimmy P. Brown II (vocals, guitar)
Mike Phillips (lead and rhythm guitar)
Tim Kronyak (bass)
Mike Reed (drums)
Tracklist
01:Legum Servi Sumus Ut Libri Esse Possimus(Intro)
02:Cause & Effect
03:Return To Form
04:As Above - So Below
05:Screaming
06:Should We Cross Path
07:Contempt
08:Thitles
09:My Love
10:Enlightened
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