Doc Idiot ist eine deutsche Drei-Mann-Band aus Münster, Osnabrück und Lengerich, die bisher eine EP und zudem dieses Album veröffentlicht haben. Ihre Musik wird als Stoner Rock und Noise Rock bezeichnet.
Böse Gitarrenriffs erzeugen hier von Anfang an eine düstere Stimmung. Die Drums klingen dagegen etwas hohl und blechern. Hervorragend in den Kontext passt auch die Stimme des Hauptsängers, wobei es nicht ganz hervorgeht, ob diese von Gitarrist Sebastian Vehmeyer oder von Basser Jens Broxtermann kommt. Bei beiden ist Gesang aufgeführt.
Nicht nur die ersten Tracks sind von dem düsteren Riffs und dem für dieses Genre noch recht harmlosen Gesang dominiert. Was jedoch auffällt ist, dass der Bass mal weniger, mal mehr in den Vordergrund rückt. Hört man ihm beim Opener "Helemeica" noch kaum raus, so hat er bei "Wolfmother Vs. Mastodon Minus Warner Music Perfection" eine wichtigere Rolle, sodass die Rhythmik noch mehr nach vorne peitscht. Was jedoch auch auffällt, ist, dass es teilweise schwer ist, die Stücke auseinanderzuhalten. Vor allem für den im Stoner und Noise Rock ungeübten. Die Patterns scheinen sich häufig zu wiederholen, was aber in dem Stil, den Doc Idiot fahren gang und gäbe ist.
Manchmal fragt man sich aber doch, was diese Musik eigentlich für die Hörer für eine Rolle spielt bzw. einnehmen soll. Als Abrocker auf der Bühne eignet sie sich schließlich genauso gut wie als Frustbewältigung. Auf jeden Fall lässt sich die Scheibe aber nebenbei hören, sei es im Auto oder beim Surfen im Internet. Für konzentriertes Zuhören ist sie aber qualitativ noch gerade so gut genug. Dies liegt zum einen am schlechteren Schlagzeugsound, zum anderen aber auch an der Ähnlichkeit vieler verwendeter Riffs.
Es ist etwas schadet, dass man bis zum sechsten Track auf etwas neues, frisches und innovatives wartet und spätestens dann denkt, es müsste eigentlich mal etwas anderes kommen. Vielleicht etwas mit weniger Tempo. Beim vorletzten Stück "Très Chic" ist es dann endlich so weit. Zumindest für die ersten Anderhalbminuten, die dann aber aufgrund ihrer spartanischen Instrumentierung nicht großartig begeistern. Trotzdem schaffen sie es, endlich etwas mehr von der erhofften Spannung aufzubauen, die sich dann im zweiten Part des Songs gehörig entlädt.
Doch was kommt dann? Die Quotenballade zum Schluss? Mal sehen … Hmm, die erst Minute ja, und dann wieder diese Riffs, die hier einen Song kaputt zu machen scheinen, ehe es wieder ruhiger wird. Ein seltener Moment mit cleanen Gitarren, den es auf diesem von den sonst verzerrten E-Gitarren dominiertem Album zu genießen gilt. Was kann hier noch anderes passieren, als dass zwischen ruhigeren und heftigeren Parts geswitcht wird. Bei den ruhigen Parts denkt man sogar, Doc Idiot könnten auch Porcupine Tree gehört haben, vor allem die Alben "In Absentia", "Deadwing" und "Fear Of A Blank Planet". Schade ist irgendwie, dass der Song im kurzen Gitarrengewitter dann abrupt vorbei ist.
Fazit: Wenn es ordentlich rocken und hart sein soll, dann eignet sich diese Scheibe bestens. Wie erwähnt auch zur Frustbewältigung anwendbar, vor allem wenn es nicht gleich aggressivster Death Metal sein soll, und trotzdem wummern soll.
Qualitativ gesehen ist eine deutliche Steigerung möglich, wenn auch die Band durchaus Potenzial zu haben scheint. 5 von 10 RockTimes-Uhren
Line-up:
Sebastian Vehmeyer (guitar, vocals)
Jens Broxtermann (bass, vocals)
Volker Storch (drums)
Tracklist |
01:Helemeica
02:Church Is Over (Peter's Song)
03:Wolfmother Vs. Mastodon Minus Warner Music Perfection
04:A Little Heartache
05:Very Cold Coolness
06:I Love You Bitch
07:Dead Kingz
08:Très Chic
09:2 In The Street
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