Wie bereits beim Vorgängeralbum, Under The Mile Off Moon, hat Eggs Laid By Tigers auch bei dieser neuen Veröffentlichung auf Texte von Dylan Thomas zurückgegriffen. Hinzu kommt, dass die vorliegende Platte, "This Red-Eyed Earth" betitelt, offiziell bereits im letzten Jahr - genau zum hundertsten Geburtstag des walisischen Dichters - veröffentlicht wurde, nämlich am 27. Oktober 2014. Etwas verspätet gibt es sie nun auch hierzulande.
Noch immer sind sie präsent, diese mannigfaltigen Zutaten aus Pop, Rock, Jazz und Folk sowie Musik der Beat-Ära. Und erneut stelle ich fest, dass ein persönliches Profil noch nicht entstanden ist. Weiterhin gibt es relativ viele Einzelelemente, die das Bild eines Samplers vermitteln können - entweder mit Musik einer Band aus verschiedenen Zeitabschnitten oder schlimmstenfalls einer Kollektion verschiedener Bands. Aber in dieser Hinsicht ist es geringer geworden, denn eine gewisse 'Verdichtung' lässt sich nicht von der Hand weisen. Das ist nun nicht als Negativposten zu werten, sondern lediglich eine reine Feststellung. Die von mir beim Vorläufer noch so positiv für den Gesamtsound hervorgehobenen Bläsereinsätze fehlen nun leider, das ist schade.
Die Zeitreise ist also weitergeführt worden, aber mit weniger Ausflügen. Der erste Song startet mit einem sanften Groove; dies ist ein Wink in die Siebziger und das dortige Umfeld der populären Musik, wobei dieses Jahrzehnt verstärkt präsent zu sein scheint.
Weitere Assoziationen purzeln in Richtung David Bowie ("Do Not Go Gentle Into That Good Night") und was ist geschehen mit "Our Eunuch Dreams"? Das sind doch die Beatles oder ist es Paul McCartney, oder was?
Mehr als einmal wiederholt sich die Atmosphäre des fünften Stücks, ein sich dahinschleppender und gelangweilt-lethargisch wirkender Song ohne große Außenwirkung. Auch "Sometimes The Sky's Too Bright" bleibt relativ unauffällig, bis auf die sich dann plötzlich entwickelnde angenehme Unruhe. Ja, die Musik ist doch insgesamt etwas ruhiger geworden, aber nicht so, dass sich diese Stimmung durch coole Abgeklärtheit auszeichnen würde. Vielmehr scheint sich Eggs Laid By Tigers immer noch nicht vollends orientiert zu haben, denn dieses emotionale Herunterfahren birgt auch die Gefahr von Langeweile. Mit anderen Worten: Der Vorgänger war intensiver, zupackender und frischer im Ausdruck. Hier sind es oft vorrangig verspielte Momente und gelegentliche Farbtupfer, wie der Einsatz einer verhalten gespielten Slidegitarre oder Orgelfetzen.
Was bleibt, ist Musik mit Anspruch, mit hohem Niveau und verbliebener Individualität, trotz der oftmals offensichtlichen Rückschau auf die Vergangenheit.
Line-up:
Jonas Westergaard Krauter (vocals & bass)
Peter Bruun (vocals, drums & acoustic fingerpicking)
Martin Ullits Dahl (vocals, electric guitar & acoustic strumming)
Simon Toldam (piano, organ, synthesizer)
Tracklist |
01:Lift Up Your Face (6:22)
02:Do Not Go Gentle Into That Good Night (5:39)
03:Our Eunuch Dreams (8:22)
04:The Molls (4:17)
05:You Shall Not Despair (5:38)
06:Sometimes The Sky's Too Bright (5:53)
07:Nearly Summer (4:02)
08:Here Lie The Beast (4:24)
(all compositions by Eggs Laid By Tigers)
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