Wolffest 2015 / 12.09.2015 in Aachen
Wolffest 2015 Wolffest 2015
Aachen
12.09.2015
Festivalbericht
Stil: Rock/Metal


Artikel vom 27.09.2015


Jochen v. Arnim
Wenn sich eine Band When Trees Leave Wolves (WTLW) nennt und diese Band dann ein Festival organisiert, dann bleiben im Grunde nur zwei Möglichkeiten, diesem Kind einen Namen zu geben. Und da Tree-Fest keine richtige Option ist, hat man die zweite Variante gewählt und das Event Wolffest genannt. Dieses fand nun kürzlich zum ersten Mal statt und man hatte als Austragungsort das Autonome Zentrum (AZ) in Aachen gewählt. WTLW kommen selber auch aus der Domstadt in der Euregio und haben übrigens kürzlich ihr anerkennenswertes Debütalbum ("Thirteen Stars") auf den Markt gebracht.
Für ein kleines, abendfüllendes Festival reichen vier Bands vollkommen aus und die Jungs der Orga, deren Band natürlich auch auf dem Zettel stand, hatten sich die optisch-akustische Unterstützung von Crossplane als Headliner zugesichert. Dazu gab es noch Mucke aus Mönchengladbach in Form von Phönix Rising und den Anheizer-Slot hatten die Eupener (Ostbelgien) Stagedicks für sich reservieren können.
The StagedicksZiemlich pünktlich hieß es dann auch Bühne frei und alles, was sich bis zu diesem Zeitpunkt in der Bar oder draußen beim Rauchen aufgehalten hatte, drängte in den kleinen Saal. Die Stagedicks machten genau das, wofür man sie engagiert hatte, sie heizten an und das durchweg kurzweilige Set verleitete schon so manch Körper zu 'taktvollen' Bewegungen. Seit rund fünf Jahren treiben die vier Jungs aus dem Nachbarland ihr Unwesen. sind mit eigenen Songs sowie auch Coverversionen unterwegs und haben bislang eine EP auf dem Markt - weitere Veröffentlichungen sollen folgen. Kernigen Rock'n'Roll mit teilweise leicht rotzig-angepunkter Attitüde gab's beim Wolffest zu hören und dem Volke gefiel es durchaus.
Phönix RisingAuf die zweite Band des Abends hatte ich mich persönlich sehr gefreut, denn live waren mir die Gladbacher von Phönix Rising bis dato noch nie vor die Flinte gekommen. Als Freund des guten alten und ehrlichen Metal sollte mir das sehr zusagen, hatte man mir geflüstert. Und es sagte zu, was da der Vierer ins Publikum donnerte. Angeführt von Frontmann Ralf Riebatzki, ausgewiesener KISS-Fan, hämmerten die Jungs einen coolen Stampfer nach dem anderen aus den Boxen. Mit Ausnahme eines einzigen Songs, der mich persönlich viel zu stark an jene unsägliche Band aus Seattle erinnerte, war das ansonsten durch die Reihe erste Sahne. Jeder Freund des klassischen Heavy Metals wird an dieser Band seine Freude haben und Rampensau Riebatzki holte auch beim Wolffest das letzte aus dem Publikum. Sehr feine Sache - brauche ich unbedingt öfter!
WTLWNach der Umbaupause traten dann mit den Gastgebern auch die gefühlten Headliner des Abends auf. Kein Wunder, konnten sie bei dem ohnehin sehr familiären Publikum auch noch ihren Heimvorteil trefflich ausspielen. Restlos alle Anwesenden waren im Saal, inkl. der Mutter des Fronters Lion, die nach vielen Jahren zum ersten Mal überhaupt einem Live-Auftritt des Sohnes beiwohnte - und sie schien Spaß zu haben. Spaß hatte auch das Volk bei dem doomlastigen Heavy Rock der Öcher. Nicht wenige der Anwesenden konnten quasi alles mitsingen, nicht nur altes Material der beiden EPs, sondern auch die neueren Songs des im Frühjahr erschienen Erstling-Longplayers. Sänger und Shouter Lion machte seine Sache perfekt und hielt das Publikum bis zum letzten Akkord der Zugabe in seinem Bann gefangen. Er sägte sich durch das Programm, wie es die Kettensäge auf seiner Kappe vorzugeben schien. Mit dem Support zweier Gitarren und einer derben Rhythmusfraktion knallte das Set der Band wahrscheinlich bis auf Gleis 1 des nahegelegenen Bahnhofs. Eine Anmerkung soll mir an dieser Stelle gestattet sein: Als einem bereits in den Siebzigern musikalisch durch Southern Rock Sozialisierten fehlte mir der angekündigte Southern-Teil in der Klassifizierung des Band-Genres bei diesem Auftritt quasi völlig - der Stimmung tat es jedoch keinen Abbruch, denn die war wirklich klasse.
CrossplaneUnd sie blieb auch auf diesem Level, allein ein Teil des Publikums verschwand irgendwie im weitläufigen Gang- und Raum-Wirrwarr des AZ und erschien auch nach dem Change-over nicht mehr vor der Bühne. Schade eigentlich, denn die Mucker von Crossplane hätten die volle Belegschaft vor der Bühne verdient. Die Pott-Rocker ließen sich aber nichts anmerken und rockten munter los. Einmal quer durch die Diskografie und wieder zurück und dabei gab es auch - mit nicht weniger Enthusiasmus vom Publikum aufgenommen - einige der ganz neuen Stücke von der letzten Scheibe "Masturboned" auf die Ohren, darunter "Brave New World", "The Battle In Me" oder "Get The Rhythm". Frontmann Celli holte zum großen Finale noch einmal ALLE aus dem Saal auf die Bühne und machte einmal mehr deutlich, dass Crossplane eine wirklich geerdete Band zum Anfassen ist. Saugut!
Vielen Dank an die Orga und ich wünsche dem Wolffest, dass es nicht nur eine Wiederholung gibt, sondern dass es beim nächsten Mal auch das Mehr an zahlendem Publikum bekommt, das es verdient hat. (und pssst: Bier aus 0,5er Flaschen is nix…)
Bilder vom Event

The Stagedicks     Setliste Stagedicks     The Stagedicks
Phönix Rising   Phönix Rising   Phönix Rising
WTLW     Setliste WTLW     WTLW
Crossplane   Crossplane   Crossplane
Crossplane     Setliste Phönix Rising
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