Everwaiting Serenade / Lungwork
Lungwork Spielzeit: 42:21
Medium: CD
Label: Granny Records, 2009
Stil: Metalcore

Review vom 16.06.2009


Gunnar Körner
Wir erinnern uns, normal existierten vor einigen Jahren weite Teile der Hardcore- und Metalszene musikalisch für sich weitesgehend allein, nur gelegentlich verirrte sich mal ein metallisches Riff ins wütende Hardcorelager, z.B. bei ganz frühen Vorreitern wie Biohazard. Ausgelöst von amerikanischen Bands wie die Genrekönige Killswitch Engage schossen allerorts, nicht zuletzt auch auf dem alten Kontinent, einschließlich Deutschland, Heerscharen an ähnlich gelagerten Bands aus dem Boden. Wütende Shouts in bester Hardcore-Tradition, thrashige, nicht selten von Slayer 'geborgte' Gitarrenriffs, und jede Menge Melodien in der Tradition der Arrangements der Melodic Death-Vorreiter At The Gates plus oft sehr sozialkritische Lyrics. Das waren und sind meist die Hauptzutaten. Nun, diese Blaupause führte auch dazu, dass nur eine Handvoll dieser Bands wirklich originell rüber kam und eine eigene Identität entwickeln konnte.
Können es die Luxemburger Everwaiting Serenade auf ihrem Zweitwerk besser machen als viele der austauschbaren Kollegen? Ja und nein. Auf der Habenseite stehen unüberhörbar ein hohes instrumentales Können und einige wirklich gelungene cleane Gitarrenparts, sowie ruhigere Songelemente, die ein ums andere Mal das Alternativ Rock-Genre streifen, nachzuhören z.B. im Intro "Keepsake" oder "Motion Unleashed". Mitunter sind diese Parts sehr gut und atmosphärisch sinnig eingestreut, mitunter aber auch so, dass man sich unweigerlich bei manchen Songs fragt, ob das jetzt noch zum selben Lied gehört oder der Player schon eins weiter ist.
Weiter mit den Shouts, die eindeutig zur Nichthabenseite gehören. Keine Frage, Sänger Julien Primout klingt wie es sich gehört, mächtig angepisst und kraftvoll, allerdings auch kaum variabel. Das führt leider schnell zu Langeweile. Die wenigen cleanen Gesangsparts sind dagegen fast alle durchweg gut gemacht.
Sollten Everwaiting Serenade ihre alternativen Farbtupfer in Zukunft noch etwas ausbauen, bin ich mir sicher, dass man noch das ein oder andere von der Band hören wird. So heißt es allerdings für diesmal: Die Zielgruppe darf gerne mal ein Ohr riskieren.
Tracklist
01:Keepsake
02:Trophy
03:Lungwork
04:Motion Captured
05:Shiver
06:The Diving Reflex
07:A Dead End Artery
08:The Next Weekend Revolution
09:Miles Behind The Pioneers
10:Motion Unleashed
11:Even Though
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