Ex Inferis / Hidjama
Hidjama Spielzeit: 27:39
Medium: CD
Label: Noiseworks, 2008
Stil: Death-Metal/Metalcore

Review vom 29.06.2008


Dion Kass
Ja, man muss darauf herumreiten, dass Ex Inferis aus Luxemburg stammen. Der kleine Staat ist nun mal für alles andere bekannt, als seine blühende Metal-Szene. Spontan würden mir auch nur Le Grand Guignol einfallen, die Ex Inferis nationale sowie grob musikalische Zugehörigkeit teilen. Schön also, dass mit dem neusten Long-Player "Hidjama" mal wieder ein paar Töne zu uns ungleich größerem Nachbarn herüber dringen. Und diese Töne haben es in sich!
Denn Ex Inferis legen gleich von Takt eins an ohne große Kompromisse los. Ihre Mischung aus Death-Metal und Metalcore kann man einfach nur als brutal beschreiben, vor allem wenn man sich dieser ohne große Verschnaufpause gegenüber gesetzt sieht. So etwas wie kurz innehaltende Momente, Pausen oder gar Stille kennt man nicht. Wer braucht so etwas auch schon? Wer jetzt denkt, das Ganze geht relativ unmelodiös vonstatten, sieht sich geschnitten, denn immer mal wieder tauchen schöne Gitarren-Harmonien im Geprügel auf, die teilweise Erinnerungen an die alte Göteborger Schule wecken. Der Gesang bewegt sich aber in den üblichen Metalcore-Regionen, das heißt konkret, das übliche Gebrüll, zum Glück aber ohne schiefen Klargesang.
Ein wenig bedenklich ist die magere Spielzeit von ca. 27 Minuten. Wobei man das auch positiv anrechnen kann, denn nach mehr Laufzeit hätte sich der Stil ein wenig abgenutzt und die Platte wäre langweilig geworden. So hält man den Spannungsbogen bis zum Ende, einen wirklichen Ausfall gibt es bei den Songs nicht. Allerdings kann man so auch keinen der sechs Titel besonders hervorheben.
Hervorzuheben ist auf jeden Fall aber die sehr schöne Gestaltung und das Design des Covers. Hier zeigt man, wie man aus wenig sehr viel mehr machen kann. Der ein oder andere wird die bloße Papp-Hülle mit schickem halben Slip-Case vielleicht ein wenig anfällig finden, aber das ist man ja auch schon von Digi-Paks gewöhnt. Einen großen Daumen nach oben also an den Bruder von Gitarrist Kevin Muhlen, der für das Artwork verantwortlich zeichnet.
Empfehlenswert ist die Platte vor allem für Freunde von direktem und schnörkellosem Metalcore à la Heaven Shall Burn und Maroon, zumal die Platte auch im Rape Of Harmony-Studio aufgenommen wurde, wo genannte Bands ebenfalls schon zu Gast waren. Schenkt diesem Album eure Aufmerksamkeit, verdient hat es sie sich allemal.
Line-up:
Angelo Mangini (guitars)
Fabrice Mennuni (vocals)
Kevin Muhlen (guitars)
Marc Nickts (bass)
David Renard (drums, vocals)
Tracklist
01:Heed The Devious
02:Arcadia
03:Se7en Days 6ix Kills
04:Tail Devourers
05:Blackened By Daylight
06:Sweet Venom
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