Na, da scheint jemand alles unter einen Hut bringen zu wollen.
Mehr als dreißig Jahre ist der am 8.Dezember 1955 geborene Bassist und Mitglied
Nathan East mit
Fourplay als Studio- und Livemusiker unterwegs gewesen und nun endlich soweit, sein Debütalbum zu veröffentlichen. Angesichts seiner Laufbahn und hinsichtlich seiner Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen Musikern wie
Eric Clapton,
Herbie Hancock,
Eros Ramazzotti,
Lionel Ritchie,
Toto,
Al Jarreau und vielen anderen scheint es mir in der Tat so, dass er diesen unterschiedlichen Stilrichtungen mit der musikalischen Ausrichtung seines Albums Referenz erweisen wollte. Er präsentiert dreizehn Instrumental- und Gesangsnummern, zumeist geschrieben von bekannten Musikern und veredelt durch manchen Gastbeitrag. Hierzu verweise ich auf das gelistete Line-up.
Das Album erschien bereits letztes Jahr offiziell und wurde für den Grammy in der Sparte 'Best Contemporary Instrumental Album' nominiert. Die Billboard Smooth Jazz-Charts wurden mit Bravour gestürmt, Platz 1 war die Folge.
Der Einstieg erfolgt in typisches Fusion-Geschehen, mit 'bedrohlicher' Nähe zum Smooth Jazz und einigen Latin-Einflüssen, und das lässt zunächst auf gängige Muster schließen.
Doch bereits mit "Sir Duke" belebt sich der Ausdruck mit Energie im Arrangement und durch das das Thema skizzierende Bass-Spiel des Musikers. "Letter From Home" dringt dann in ganz andere Gefilde vor. Träumerisch treibt dieser Song vor sich hin und lädt zum ruhigen und entspannten Verweilen ein, bis uns dann der "Moondance" unvermittelt mit fettem Bigband-Arrangement auf rockender Basis und dem engagierten Vokalbeitrag von Michael McDonald herausreißt. Dessen nachfolgender Song wird gesanglich von Sara Bareilles geschmack- und gefühlvoll präsentiert. Der "Daft Funk" soll wohl an die Band Daft Punk erinnern, für die East ebenfalls schon den Bass zupfte.
"Sevenate" lebt vom leichtfüßigen brasilianischen Flair, bis dann
Eric Clapton zu "Can't Find My Way Home" in die Saiten greift, jedoch keinen wesentlich beeindruckenden Beitrag leistet. Im Vergleich zur Originalversion von
Blind Faith ziehe ich jene auf jeden Fall vor. "Moodswing" ist mit den romantisch-verklärten Streicherarrangements schöne Musik zur Mitternacht. Bei "Overjoyed" bläst der Komponist selbst -
Stevie Wonder - die für ihn so typisch klingende Harmonika und mit "Yesterday" versucht sich
East als Sänger in ruhigem Fahrwasser, auch "Finally Home" ist ein sehr ruhig arrangierter Song - hier haucht er mehr als er singt. So sanft ziehen sich die Songs dahin und mit "Madiba", ein Tribut an
Nelson Mandela, swingt diese Huldigung noch einmal mit reichlich Fusion-Touch energisch. Dieser Titel ist dann für mich auch der ausdrucksstärkste des Albums - von dieser funkensprühenden Energie hätte ich gern mehr gehabt! Und zum Schluss folgt das patriotisch, mit Streichern fett untermalte "America The Beautiful".
Im Booklet findet sich zum Schluss ein Hinweis zur Erinnerung an den im Dezember 2013 bei dieser Platte mitwirkenden Schlagzeuger Ricky Lawson.