Nathan East / Same
Same Spielzeit: 65:39
Medium: CD
Label: Yamaha Entertainment Group, 2014
Stil: Fusion

Review vom 27.10.2015


Wolfgang Giese
Na, da scheint jemand alles unter einen Hut bringen zu wollen. Mehr als dreißig Jahre ist der am 8.Dezember 1955 geborene Bassist und Mitglied Nathan East mit Fourplay als Studio- und Livemusiker unterwegs gewesen und nun endlich soweit, sein Debütalbum zu veröffentlichen. Angesichts seiner Laufbahn und hinsichtlich seiner Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen Musikern wie Eric Clapton, Herbie Hancock, Eros Ramazzotti, Lionel Ritchie, Toto, Al Jarreau und vielen anderen scheint es mir in der Tat so, dass er diesen unterschiedlichen Stilrichtungen mit der musikalischen Ausrichtung seines Albums Referenz erweisen wollte. Er präsentiert dreizehn Instrumental- und Gesangsnummern, zumeist geschrieben von bekannten Musikern und veredelt durch manchen Gastbeitrag. Hierzu verweise ich auf das gelistete Line-up.
Das Album erschien bereits letztes Jahr offiziell und wurde für den Grammy in der Sparte 'Best Contemporary Instrumental Album' nominiert. Die Billboard Smooth Jazz-Charts wurden mit Bravour gestürmt, Platz 1 war die Folge.
Der Einstieg erfolgt in typisches Fusion-Geschehen, mit 'bedrohlicher' Nähe zum Smooth Jazz und einigen Latin-Einflüssen, und das lässt zunächst auf gängige Muster schließen. Doch bereits mit "Sir Duke" belebt sich der Ausdruck mit Energie im Arrangement und durch das das Thema skizzierende Bass-Spiel des Musikers. "Letter From Home" dringt dann in ganz andere Gefilde vor. Träumerisch treibt dieser Song vor sich hin und lädt zum ruhigen und entspannten Verweilen ein, bis uns dann der "Moondance" unvermittelt mit fettem Bigband-Arrangement auf rockender Basis und dem engagierten Vokalbeitrag von Michael McDonald herausreißt. Dessen nachfolgender Song wird gesanglich von Sara Bareilles geschmack- und gefühlvoll präsentiert. Der "Daft Funk" soll wohl an die Band Daft Punk erinnern, für die East ebenfalls schon den Bass zupfte.
"Sevenate" lebt vom leichtfüßigen brasilianischen Flair, bis dann Eric Clapton zu "Can't Find My Way Home" in die Saiten greift, jedoch keinen wesentlich beeindruckenden Beitrag leistet. Im Vergleich zur Originalversion von Blind Faith ziehe ich jene auf jeden Fall vor. "Moodswing" ist mit den romantisch-verklärten Streicherarrangements schöne Musik zur Mitternacht. Bei "Overjoyed" bläst der Komponist selbst - Stevie Wonder - die für ihn so typisch klingende Harmonika und mit "Yesterday" versucht sich East als Sänger in ruhigem Fahrwasser, auch "Finally Home" ist ein sehr ruhig arrangierter Song - hier haucht er mehr als er singt. So sanft ziehen sich die Songs dahin und mit "Madiba", ein Tribut an Nelson Mandela, swingt diese Huldigung noch einmal mit reichlich Fusion-Touch energisch. Dieser Titel ist dann für mich auch der ausdrucksstärkste des Albums - von dieser funkensprühenden Energie hätte ich gern mehr gehabt! Und zum Schluss folgt das patriotisch, mit Streichern fett untermalte "America The Beautiful".
Im Booklet findet sich zum Schluss ein Hinweis zur Erinnerung an den im Dezember 2013 bei dieser Platte mitwirkenden Schlagzeuger Ricky Lawson.
Line-up:
Nathan East (basses, vocals)
Ricky Lawson (drums)
Jeff Babko (piano, keyboards, Hammond B3)
Michael Thompson (guitar)
Ray Parker, Jr. (guitar)
Rafael Padilla (percussion)
Tom Scott (saxophone)
Chuck Findley (trumpet)
Andy Martin (trombone)
Joel Peskin (tenor & baritone saxophones)
Michael McDonald (vocals - #4)
Vinnie Colauita (drums)
Greg Phillinganes (keyboards)
Andrew Synoweic (guitar)
Tim Carmon (Hammond B3)
Byron 'Mr. Talkbox' Chambers (talkbox vocals - #6)
Carmen Cuesta (vocals)
Eric Clapton (guitar - #8)
David Paich (Wurlitzer, keyboards)
Debi Selby (background vocals)
Gale Mayes (background vocals)
Janice Gaines (background vocals)
Bob James (piano - #9)
Sara Sant'Ambrogio (cello)
David Davidson (violin)
David Angeli (violin)
Kris Wilkinson (viola)
Stevie Wonder (harmonica - #10)
Paulinho da Costa (percussion)
Noah East (piano - #11)
Billy Childs (piano)
Chuck Loeb (acoustic guitar)
Chris Gero (guitars)
America Choir (vocals - #14)
Plus:
The Nashville Recording Orchestra
Tracklist
01:101 Eastbound [Marcel East & Nathan East] (5:25)
02:Sir Duke [Stevie Wonder] (4:06)
03:Letter From Home [Pat Metheny] (4:03)
04:Moondance [Van Morrison] (4:21)
05:I Can Let Go Now [Michael McDonald] (2:48)
06:Daft Funk [N. East & Michael Thompson] (4:48)
07:Sevenate [Chuck Loeb] (3:40)
08:Can't Find My Way Home [Steve Winwood] (5:33)
09:Moodswing [Bob James] (5:08)
10:Overjoyed [Stevie Wonder] (4:26)
11:Yesterday [Lennon/McCartney] (3:14)
12:Finally Home [Chris Gero, Oda Kazumasa, Nathan East] (5:10)
13:Madiba [N. East & Chris Gero] (8:23)
14:America The Beautiful [Katharine Lee Bates & Samuel A. Ward] (4:34)
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