Fairytale / Rise Of The Twilight Lord
 Rise Of The Twilight Lord Spielzeit: 56:56
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Heavy Metal

Review vom 10.11.2011


Andrea Groh
Fairytale - werden hier Geschichten aus einer Märchenwelt voller phantastischer Wesen erzählt, darunter zarte flatternde Feen und Elfen?
Nee, wohl nicht. Hier geht es um tapfere Recken, die in Metall gewandet gegen böse Drachen kämpfen.
Die metallenen Rüstungen der Krieger sind aus Heavy Metal geschmiedet.
Da braucht man keine Kristallkugel um zu erraten, dass es auf "Rise Of The Twilight Lord" traditionellen bzw. Power Metal gibt. Oder?
Das Bündnis der wackeren Drachenbekämpfer wurde 2000 in Recklinghausen gegründet. Der erste Streich war ein Demo im Jahr 2002, gefolgt von von der EP "Book Of Fairytales" in 2006.
Fünf Jahre später erscheint nun das zweite Werk "Rise Of The Twilight Lord", ebenfalls als Eigenproduktion.
Darauf enthalten ist deutscher Heavy-/Power Metal mit den dafür typischen Galoppriffs, Harmonien etc.
Originell oder modern ist das ganz sicher nicht. Will es bestimmt auch nicht sein. Böse und zu hart ist es auch nicht, sondern stets melodisch und eingängig.
Womit Fairytale sich sicher Freunde machen unter all denjenigen, denen heute vieles zu aggressiv, vergrowlt und verknüppelt ist.
"Rise Of The Twilight Lord" gehört zu den Scheiben, die von heute oder aus den 80ern sein könnten, zum Glück ohne mit aller Gewalt alt klingen zu wollen.
Hier geht es weniger darum, etwas sein zu wollen, sondern schlicht Metal zu spielen und Spaß daran zu haben.
Zweistimmige Gitarrenleads, flüssige Breaks und Riffs, Melodien zum Mitsingen - alles am Start.
Obwohl sich alles im traditionellen Bereich bewegt, gibt es auch mal eingebaute kleine Überraschungsmomente z. B. wenn die Stimme doch mal ein dezentes Grunzen (beim Titeltrack) einstreut - keine Angst, kommt nur selten vor und wirkt nicht störend, sondern wie eine angenehme Auflockerung, genau wie die hohen Screams (beim Song danach, "Legend") als Kontrast dazu.
Spieltechnisch und vom Songwriting her gibt nichts zu meckern. Mal mehr auf Tempo, mal mehr auf Hymnenhaftigkeit ausgelegt ist alles vertreten, was sich die Zielgruppe wünscht.
Und wenn diese zufrieden ist, wie die Band offensichtlich auch - was sich in der fühlbaren Spielfreude zeigt - dann ist alles okay im Märchenland.
Klar, Fans von härteren Klängen werden hier ebenso wenig glücklich wie welche, die auf der Suche nach neuen musikalischen Offenbarungen oder abgefahrenen Ideen sind.
Obwohl "Rise Of The Twilight Lord" eher nicht in mein bevorzugtes Beuteschema passt, finde ich die CD gut gemacht. Hab' da schon deutlich Schlechteres gehört.
Deswegen: Anhänger von eher gemäßigtem traditionellem Teutonenstahl mit Fantasy-Touch sollten unbedingt mal reinhören.
Fairytale eine märchenhafte Zukunft zu prophezeien, ist sicher ein wenig übertrieben… dennoch denke ich, dass sie noch Einiges vor sich haben: neue Fans gewinnen und vielleicht ein passendes faires Label finden… viel Erfolg dabei wünsche ich…
Line-up:
Frank Buchta (bass)
Colin Brinker (guitars)
Sascha Rose (vocals)
Christopher Instenberg (drums)
Miko Lersch (guitars)
Tracklist
01:Mercenaries (6:03)
02:The Dragon (5:39)
03:Private Purgatory (4:22)
04:Witching Hour (5:09)
05:Crystal Ball (4:33)
06:Thundersword (4:19)
07:Rise Of The Twilight Lord (6:19)
08:Legend (6:39)
09:The Vision (5:16)
10:Dreams (8:37)
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