Keimzelle von The Freeway Revival waren die Zwillingsbrüder Adam und Jonathan Clayton, als sie zusammen mit dem Freund aus Kindertagen, Joseph Lee, an der High School gemeinsam musizierten. Der Einfluss der Brüder bestand aus den unterschiedlichen Musikvorlieben der Eltern, reichend von AC/DC, den Doobie Brothers bis hin zu Country-Ikonen wie Patsy Cline oder Loretta Lynn. Doch schnell konzentrierten sich die gemeinsamen Interessen offensichtlich auf die Klassiker des Südens, wie Lynyrd Skynyrd und die Allman Brothers Band.
2012 entstand eine erste, selbstproduzierte Platte, bis zwei Jahre später ein offizielles Album erschien. In Los Angeles entstanden nun die Aufnahmen für diese aktuelle, "Over The Mountain" betitelte, Platte.
In der Tat klingt die Musik von Beginn an auf gewisse Weise angenehm antiquiert. Dabei werden Zutaten aus Southern Rock, Blues und Country verwendet, um diese besondere Art von Folk Rock zu präsentieren. Hierbei ist für mich ein gelegentlicher Schwachpunkt bereits sehr schnell deutlich: Das ist der Gesang, den ich nicht bei jedem Song für sehr überzeugend halte. Recht unsicher wirkt es dann mitunter, dünn, ohne den gewissen Kick im Ausdruck. Besonders auffällig ist das für mich bei den ersten beiden Songs, bevor ich bei "It Could Be Worth Singin'" einen anderen Eindruck gewinne und den vorherigen rasch revidieren muss. Denn bei diesem ruhigen Titel passt es, inklusive der Vokalharmonien der beteiligten Stimmen. Das gilt für alle etwas langsameren Songs, aber auch bei jenen, die ein wenig mehr in Richtung Country zielen, denn auch das locker flockige "One Way Or Another" (mein Lieblingssong der Platte) halte ich im Gesamtausdruck für durchaus gelungen. Da diese überwiegen, kann ich letztlich gut mit diesem persönlich empfundenen Manko leben.
Einen weiteren Pluspunkt sehe ich in der Art und Weise, wie die Songs grundsätzlich dargestellt werden: nämlich recht locker, unbeschwert und lässig. Das atmet ab und zu dann auch etwas von jener Atmosphäre, wie sie von The Band vorgetragen wurde. So ist auffällig, dass im Gegensatz zu anderen Bands des Genres nicht die elektrischen Gitarren, mit entsprechender solistischer Ausprägung, in den Vordergrund gerückt werden, sondern vorwiegend sind es akustische Instrumente, die diese weitestgehend entspannte Atmosphäre spinnen. Ein sehr gutes Beispiel ist der für mich sehr gelungene Song "Right In Front Of Me", der durch die Mandoline noch zusätzliches gutes Feeling erfährt. Ein Feeling, das durch die feinen Melodien und Harmonien noch perfekt unterstützt wird. Sicher ist hier eine interessante Variante des Southern Rock gelungen, die einerseits keine Zeichen setzt, aber andererseits aber auch eine gemütliche Zeit des Hörens beschert.
So bleibt es bei einigen Ausnahmen, bei denen mir persönlich eben der Sangesvortrag nicht so sehr gefällt, doch schmälert das nicht unbedingt den insgesamt positiven Höreindruck. Und so lasse ich Henry Paul, Musiker der Outlaws, das Schlusswort sprechen:
»Cool Organic Hippie Country Rock« .
Line-up:
Adam Clayton (lead vocals, piano, Hammond B3, mellotron)
Jonathan Clayton (Fender Telecaster, slide and acoustic guitars, background vocals)
Joseph Lee (Gibson Firebird, acoustic guitar, mandolin)
Jorgen Carlsson (bass)
Richard Barron (accordion - #1)
Gerard Uht (organ - #3)
| Tracklist |
01:Wanderins' Got Two Hands On Me (3:14)
02:The Wind Makes Me Shiver (3:10)
03:It Could Be Worth Singin' (4:00)
04:One Way Or Another (3:59)
05:Right In Front Of Me (4:21)
06:A Long Way To Run (4:35)
07:I Remember (3:12)
08:Tell Me (3:41)
09:Sang In A Summer Song (3:55)
(all music by Jonathan Clayton and Joseph Lee, all lyrics by Adam Clayton)
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