Zunächst möchte ich mit ein wenig Geschichtlichem beginnen, z.B. wie es zur Entstehung von GPS gekommen ist. Nun, John Payne bekannt als kreativer Kopf von Asia, wurde 1992 von dem damals noch verbliebenen Originalmitglied Geoff Downs an Bord geholt. Paynes markanter Gesang, sein druckvolles Bassspiel, vor allem aber sein Gespür für hochklassiges Songwriting und ebensolche Produktion sicherten fortan und fünf Alben lang (das letzte, "Silent Nation", erschien 2004) den Bestand der Band.
Als Geoff Downs unlängst beschloss mit der Asia-Urformation auf Tour zu gehen, fackelte Payne nicht lange und gründete mit den noch verbliebenen aktuellen Asia-Mitgliedern Guthrie Govan und Jay Schellen, sowie mit Spock's Beard-Keyboarder Ryo Okumoto die Gruppe GPS.
Wie ihr nun auch erkennen könnt, setzt sich der Bandname aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der verbliebenen aktuellen Asia-Mitgliedern zusammen.
Da John Payne als der kreative Kopf von Asia bezeichnet wird, mag bei Manchem die Frage aufkommen, ob die Musik von GPS nicht in die gleiche Kerbe schlägt, wie die Musik von Asia.
Nein! GPS liefert anspruchsvolle, hochmelodische, opulente Rockmusik die bei jedem Asia-Fan Wonneschauer erzeugen dürfte. Zugleich birgt "Window To The Soul" indes auch starke Soloakzente und überraschende Wechsel, wie man sie bei Asia nie zu hören bekam.
Deutlich wird das schon bei Paynes Gesang. Er singt hier wesentlich markanter, härter, was man gleich schon beim Opener vernehmen kann. Außerdem dringt sein Bassspiel wesentlich druckvoller aus den Boxen.
Ryo Okumoto lässt herrliche Hammond-Kaskaden erklingen, bietet aber auch in großer Dichte jede Menge anderer faszinierender Klänge: Mellotron-Chöre, jubilierende Synthi-Glissandi und Streicherarrangements in "Jerusalem".
Verträumte bis opulente Beiträge auf E- und Grand Piano werden auf "Heaven Can Wait" und "Written In The Wind" geboten. Zuletzt erwähnte Nummer beginnt als leicht romantisches Folkstück, schwingt sich dann zu einer generösen Ballade auf, um schließlich in peppigem Bluesrock zu enden.
Eine weitere schöne Ballade ist "I Believe In Yesterday", welche im Verlauf zunehmend Spannung aufbaut.
Der Schlagzeuger Jay Schellen versteht es ebenfalls besondere Akzente zu setzen, auffällig ist dies bei "The Objector".
Gitarrist Guthrie Govan steht dem in nichts nach; er überzeugt mit proggigen Riffs, ebenso mit songdienlicher Arbeit, sowie perfekten Wah Wah-Soli. In "The Objector" hat er sogar ein Steel-Gitarren-Duett eingebaut.
Bleibt noch zu erwähnen, dass die CD erstklassig produziert ist!
Mich hat die Musik von GPS - "Window To The Soul" vom ersten bis zum letzten Track überzeugt und sollte nach meiner Meinung in keiner gut sortierten Sammlung fehlen!
Bleibt nur zu hoffen, dass man die Möglichkeit erhält, die Band auch in Deutschland live in Aktion zu erleben, da für Großbritannien schon die ersten GPS-Gigs unter Dach und Fach sind.
Line-up:
John Payne (vocals, bass, guitar)
Jay Schellen (drums, percussion)
Guthrie Govan (guitars)
Ryo Okumoto (keyboards)
Spielzeit: 64:18, Medium: CD, InsideOut, 2006, Melodic Rock
1:Window To The Soul (6:57) 2:New Jerusalem (8:27) 3:Heaven Can Wait (8:03) 4:Written On The Wind (6:54) 5:I Believe In Yesterday (7:15) 6:The Objector (6:19) 7:All My Life (5:28) 8:Gold (5:02) 9:Since You've Been Gone (4:55)
10. Taken Dreams 4:57
Michelle Karayilan , 23.08.2006
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