Group Rhoda / Out Of Time, Out Of Touch
Out Of Time, Out Of Touch Spielzeit: 31:35
Medium: CD
Label: Night School Records/Cargo, 2013
Stil: Minimal-Elektro


Review vom 25.09.2013


Udo Gröbbels
Zurück zum Minimalismus
Obwohl das 80er-Revial schon längst durch ist und aktuell jetzt die 90er wieder überall wiederbelebt werden, gibt es immer noch Bands, die sich diesem Jahrzehnt auch im Jahre 2013 noch widmen. Die vorliegende CD, "Out Of Time, Out Of Touch", ist so konsequent retro, dass sie ohne Probleme auch 1981 hätte erscheinen können. Komplett im Alleingang von Mara Barrenbaum aus San Francisco eingespielt, gibt es hier eine Hommage an die minimalistische Elektromusik, die vor knapp 30 Jahren populär wurde und die auch etwas später beispielsweise bei uns die Neue Deutsche Welle stark beeinflusst hat. Ich sag nur "Da Da Da".
Ist weniger wirklich immer mehr?
Die gute Mara hat sicher früher sehr viel deutsche Musik gehört, denn Reminiszenzen an Kraftwerk sind absolut unüberhörbar. Auch erinnert der Gesamtsound der CD sehr an die deutsche Undergroundband Malaria, die vor gut 30 Jahren mit "Kaltes klares Wasser" einen Szenehit landete, der auch heute noch in düster angehauchten Discos gerne gespielt wird.
Die acht Tracks sind alle mit alten Synthesizern und minimalistischen elektronischen Drums eingespielt worden. Dazu steuert Mara sehr beklemmende und schrille Vocals bei. Das Ganze klingt - ehrlich gesagt - grauselig und absolut ideenlos. Melodien sind kaum vorhanden, alles wirklich extrem erzwungen und völlig schräg. Bereits der Opener "Virtual Dancer" ist schwere Kost und nervt direkt gewaltig. Dazu die wirklich sehr bescheidene Produktion und man fragt sich, was Frau Barrenbaum hier geritten hat. Sicher wollte sie weg von den heute oft leider überproduzierten Sounds, aber so minimalistisch hätte ich das auch in den 80ern mit meinem Commodore 64 hinbekommen. Den Tiefpunkt erreicht die Scheibe zum Glück schon nach einer halben Stunde mit dem Abschlusstrack "Fire". Völlig uninspiriert und voll mit verzerrten Geräuschen ist dann aber auch nach dem Lied der Albtraum vorbei.
Lange ist es her, dass ich so ein schräges und einfach nur schlechtes Album gehört habe.
Wahrscheinlich hatte ich vorher irgendwelche bewusstseinserweiternde Mittelchen nehmen müssen, um in die Tiefe der Musik eintauchen zu können. Nüchtern jedenfalls gehen diese 31 Minuten völlig an mir vorüber. Ich sehe aber schon die ganzen hippen junge Menschen, die in Berlin-Mitte in Cafes sitzen und im Hintergrund läuft eben diese Scheibe. Für diesen Zweck ist sie sicherlich geeignet, aber allen Musikliebhabern, für die eine Platte mehr als nur eine Aneinanderreihung von Noten ist, kann ich getrost sagen, dass sie nichts verpassen, wenn sie "Out Of Time, Out Of Touch" ignorieren. Sorry, Mara Barrenbaum, aber das war leider nach langer Zeit mal wieder ein absolut würdiger Kandidat für unser Prädikat 'Wasted Time'. Besser kann man den Inhalt dieser Scheibe leider nicht bezeichnen.
Line-up:
Mara Barrenbaum (vocals, all instruments)
Tracklist
01:Virtual Dancer
02:Silence
03:Hi Rise
04:Work
05:At The Dark
06:Nightlight
07:Last House
08:Fire
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