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Seit 1990 ist dieses die mittlerweile achte Veröffentlichung dieser deutschen Band. War es in vergangener Zeit mehr die Hinwendung zum Folk, so haben mittlerweile auch andere Elemente Einzug gehalten und das musikalische Spektrum Guitavios angenehm erweitert.
Im rockenden Stil mit einem Hauch von Boogie und Blues sowie einer vom Akkordeon geführten Melodie, startet die erste Runde des Longplayers. Sehr zupackend und vorwärts preschend, mit ein wenig Pop-Appeal und dem Geist vergangener Tage behaftet, verspricht dieses eine interessante Platte zu werden. Die Stimme von Coretta von Behr steuert darüber hinaus diese gewisse Stimmung in eine positive Richtung. "Glory Days" scheint zunächst ein langsamer Titel zu werden, entwickelt sich aber schnell zu einem druckvollen Song. Wiederum ist es das Akkordeon, das den Sound bestimmt und der Musik insofern einen besonderen Anstrich verleiht.
Perkussiv vom Klang des Cajons angetrieben, dazu ein elastischer Bass mit jazzigem Ausdruck, so kommt sozusagen als Fusion verschiedener Stile der dritte Song daher, sehr ungewöhnlich und wenig vergleichbar mit Ähnlichem. Dann folgt aber endlich die Ballade mit "I Love The Way", zu Beginn geführt von akustischer Gitarre bis dann etwa nach zwei Minuten das Schlagzeug einsetzt und den Song stimmungsmäßig etwas anhebt. Mit jazzigem Akzent und einer scattenden Leadsängerin schlägt die Band mit "The Nursery Rhyme Song" ein weiteres Kapitel ihres umfangreichen Stil-Buches auf. Jazzige Licks auf der Gitarre fließen über swingendem Background durch die 'shuffelnde' Rhythmusgruppe. Das ist alles sehr leicht und locker, man muss aber auch sagen, dass keine Höchstleistungen oder ganz Besonderes geboten werden. Vielmehr ist es die Summe der Einzelkomponenten, die diese Musik so hochinteressant macht. So zum Beispiel die Kombination von Bass mit dem Wah-Wah-Pedal (jedenfalls klingt das so) auf "The Tale Of Jimmy Bean" - dann sind es wieder 'folkige' Momente wie auf "You Got The Power" oder die einmütige Gitarreneinleitung auf "Railroad Man", übrigens nicht mit Coretta als Leadsängerin.
"Crimson Red" erinnert mich ein wenig an Musik der britischen Folkszene der Siebziger und mit dem fröhlichen "The Time We Shared" endet diese abwechslungsreiche Platte.
Wie bereits geschrieben, ist "Crossing The Ocean" keine Musik, die mich aus dem Sessel hebt, mich aber in jenem gemütlich sitzen und genießen lässt. Als sehr angenehm empfinde ich dabei die Ausprägung des Sounds durch das Akkordeon, für mich ein klarer Pluspunkt. Eine Bereicherung wäre für mich ein noch besser ausgearbeitetes Arrangement des Gesangs, die Vokalharmonien sollten stärker integriert werden, das fehlt mir doch etwas.
Line-up:
Coretta von Behr (Gesang)
Hella Matzen-Lembcke (Akkordeon)
Markus Zell (Schlagzeug, Cajon, Percussion)
Ronald Kowalewski (E-Bass, akust. Bass, Konzertgitarre, E-Gitarre, Harp, Gesang)
Erk Böteführ (Akust. Gitarre, E-Gitarre, Gesang)
| Tracklist |
01:Crossing The Ocean (4:00)
02:Glory Days (4:31)
03:Cream In My Coffee (2:31)
04:I Love The Way (4:54)
05:The Nursery Rhyme Song (3:48)
06:The Tale Of Jimmy Bean (3:35)
07:You Got The Power (2:04)
08:I Am Who I Am (2:51)
09:Sweeter Than Wine (3:47)
10:Railroad Man (5:27)
11:Crimson Red (5:33)
12:Lonely Woman (2:56)
13:You Can't Take It With You (3:49)
14:The Time We Shared (3:38)
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