Sid Griffin / The Trick Is To Breathe
The Trick Is To Breathe Spielzeit: 42:15
Medium: CD
Label: Prima Records, 2014
Stil: Americana

Review vom 22.10.2014


Wolfgang Giese
Albert Sidney 'Sid' Griffin wurde am 18. September 1955 in den Vereinigten Staaten geboren, lebt jedoch in London. Bekannt wurde der Künstler als Musiker in den Bands Long Ryders und den Coal Porters. Gleichzeitig hat er sich bereits als Autor einen Namen gemacht.
Nach seinem bisher letzten Soloalbum aus 2005 ist dies nun endlich ein weiteres. Dieses Mal verließ er sich ganz auf den Produzenten Thomm Jutz, der in Nashville die Begleitmusiker für diese Platte aussuchte, nach Worten Griffins sei das ein Glücksgriff gewesen. Die Stücke wurden in nur vier Tagen eingespielt und zeugen von der offensichtlich lockeren Stimmung im Studio, derart fröhlich und beschwingt wirkt die Musik.
Stilistisch bewegt sich Sid Griffin zwischen Bluegrass, Folk, Country und Americana. Der erste Song erinnert mich hinsichtlich der entspannten Stimmung und der Ausstrahlung ganz stark an die frühen Dire Straits. Weiter geht es dann mit beherzt gespieltem Bluegrass. Das trifft auch auf die Neufassung des Titels "Get Together" zu, durch die Youngbloods bekannt geworden.
Folkig ausgerichtete Musik, langsam gespielt und von melancholischer Ausstrahlung, wie "Between The General & The Grave" (hier geht es inhaltlich um den Ersten Weltkrieg) wechselt sich mit angezogen rockenden Songs, wie dem fünften Track, ab. Im neunten Titel hingegen wird gesprochen und darüber diskutiert, warum Sänger oft so wütend sind, Schlagzeuger so hart auf die Felle schlagen und warum Gitarren derart übersteuert sein müssen, recht witzig. Und zu guter Letzt wird dann noch einmal ein wilder Bluegrass-Ritt vorgeführt.
Zusammenfassend bleibt zu bemerken, dass "The Trick Is To Breathe" letztlich ein Streifzug unter dem Oberbegriff Americana ist, mit einer Menge Country, Folk, Bluegrass und ein wenig Rock dabei. Eigentlich ist es durchaus als ein typisches Griffin-Album zu bezeichnen, denn mit seiner manchmal gehetzt wirkenden Stimme, verbunden mit einem treibenden Rhythmus, sowie mit langgezogenen, bei den wehmütig und langsam angelegten Titeln leicht nörgelig klingendem Ausdruck, bildet er ganz genau seinen persönlich gefärbten Stil seiner offensichtlichen Lieblingsmusik ab.
Und, was in diesem Zusammenhang für mich wichtig ist: Sid Griffin ist einer der Musiker, die sich dadurch auszeichnen, besonders zu sein, denn so klingt er mit Sicherheit nicht wie einer unter vielen, sondern stellt Individualität in den Vordergrund. Und das ist sehr gut so!
Line-up:
Sid Griffin (vocals, 12 & 6 string acoustic guitar, mandolin - #4,8)
Sierra Hull (mandolin)
Justin Moses (banjo, fiddle, dobro)
Mark Fain (Doghouse bass)
Paul Griffiths (drums, percussion)
Thomm Jutz (acoustic guitar)
James T. Brown (backing vocals)
David Henry (string arrangements & strings - #10)
Tracklist
01:Ode To Bobby Gentry (4:56)
02:Blue Yodel No.12 & 35 (2:41)
03:Circle Bar (3:19)
04:Between The General & The Grave (5:18)
05:Elvis Presley Calls His Mother After The Ed Sullivan Show (2:49)
06:Everywhere (5:41)
07:Get Together (3:22)
08:Front Porch Fandango (1:22)
09:Punk Rock Club (2:12)
10:Who's Got A Broken Heart (3:55)
11:We've Run Out Of Road (4:22)
12:I'll Forget You Very Well (2:18)
(all songs by Sid Griffin,
except #7 by Dino Valenti, #6 by Greg Trooper/Sid Griffin)
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