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Hoppla, was ist das? Herrliches Cover, Musik, die über den Kopf durch den Bauch in die Füße geht. 18. März 2005, 'Smith's Olde Bar', Atlanta, Georgia, die Donna Hopkins Band live.
Welch ein Genuss für die Zuschauer und jetzt für uns, von der ersten bis zur letzten Rille.
Die knapp über 40-jährige Donna Hopkins im Trio gemeinsam mit zwei Jones, die nicht verwandt sind: Brian Ashley Jones (Bass/Backing vocals) und Richie Jones (Drums/Backing vocals).
Die Hopkins ist in 3-facher Hinsicht gereift: Als Gitarristin, Sängerin und Songwriterin. Alle 11 Tracks hat sie geschrieben, oder hatte ihre Finger im Spiel.
Die gentechnische Kreuzung aus Southern Rock und Blues hat Donna Hopkins nicht nur im Kopf, sondern auch praktisch perfekt umgesetzt. Die beiden Jones 'ergänzen' sie auf den Punkt.
Das weibliche Spiegelbild von Warren Haynes? Auf den Gedanken könnte man nach den ersten 5 Minuten kommen. Später mehr zu dazu…
Beginne ich mal mit der Ausnahme auf "Live": Das akustische "Everything Money Can't Buy", die Jones sorgen für den Chorgesang. Keine Drums, kein Ton vom Bass. That's fun.
Furios wird das folgende "Free To Go" eröffnet, geht dann über in einen Hopkins-Solopart mit elektrisch verstärkter Gitarre, bevor zurückhaltende Drums und Bass sie begleiten. Hopkins-Gitarre satt, bis zum Abwinken. Vocals und Gitarre im Frage-Antwort-Spiel.
Herz, was willst du mehr. Erschreckend schön, das Teil.
Das Konzert wird eröffnet mit einem Song, der auf ihrer Erstveröffentlichung "Free To Go" (2003) nicht gelistet ist.
In "Spite Of Yourself", kraftvolle Jones-Drums, einwandfrei gezupfter Jones-Bass, leicht funky Licks von Hopkins, Breaks und alle Zutaten sind ausdrucksstark gemischt. Es ist angerichtet.
Und was solle ich noch zum Track "U-Haul You Back" schreiben? Mir gehen langsam die Superlative aus.
Erdiger, dreckiger Southern Rock vom Allerfeinsten. Gemessen an den anderen Songs eher im Uptempo-Bereich, die Swamps lassen grüßen.
Von den Sümpfen ins Dickicht: Bereits nach den ersten Tönen wird "Thunderin' In The Thickets" vom Publikum frenetisch begrüßt. Wieder eine Hammer-Nummer, richtig schön lang, bietet es Gelegenheit für ausladendes Gitarren-Jamming im Gestrüpp. Auch die leiseren Töne kommen auf den Plan. Hopkins zeigt, was sie so alles auf den 6 Saiten anstellen kann. Das ist vollendet, bis am Ende des Songs fassbar der Blitz einschlägt. Bending der anderen Art.
In "Dirty Alabama Road" erzählt Donna Hopkins eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Alkoholschmuggel, geheime Vorräte, Polizei, "…anything goes down the dirty Alabama road…"
Gefolgt wird das Spektakel von "Don't Ask Why". Geprägt von fetten Riffs, Slide-Gitarre und einem dahin fließenden Solo höre ich jetzt auch auf zu fragen. Ich neige vielmehr rasant zur Sprach- oder vielmehr Schreiblosigkeit.
Dann ist da noch das mit Haken und Ösen versehene "Let Love Go" und der tief im 12-Takter steckende Track "Anything".
Und zum Abschluss "Hit Me". Von mir aus auch das…
Spiegelblid? Warren Haynes? Gov't Mule? Southern Rock? Crossover? Blues?
Ja, ja und nochmals ja.
Ich habe fertig.
Spielzeit:61:21, Medium: CD, Dynasonic, 2005
1:In Spite Of Yourself (5:16) 2:Dirty Alabama Road (3:49) 3:Don't Ask Why (6:42) 4:Let Love Go (5:22) 5:Everything Money Can't Buy (3:55) 6:Free To Go (7:33) 7:U-Haul You Back (4:08) 8:Thunderin' In The Thickets (9:36) 9:Meet Me In The River (6:11) 10:Anything (4:33) 11:Hit Me (4:11)
Joachim P. Brookes, 11.03.2006
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