Heavy Honey / Crushing Symphony
Crushing Symphony Spielzeit: 46:00
Medium: CD
Label: Dust On The Tracks Records, 2014
Stil: Hard Rock


Review vom 21.06.2014


Jürgen B. Volkmar
Nach San Francisco, L.A. und Seattle jetzt vielleicht Las Vegas? Ist Heavy Honey das nächste große Ding? Warum nicht. Auf jeden Fall die Hard Rock-Hoffnung, die nicht nur aufhorchen lässt, sondern nach dem ersten Hördurchgang neben modernen und innovativen Klängen, die in einem vollkommen neuen Gewand präsentiert werden, auch von Anfang bis Ende eine Klangperle nach der anderen offenbart. Gebürtig in der Spielerstadt Las Vegas, haben die Jungs die Voraussetzungen mitbekommen, die man Showkompetenz, Professionalität und große Melodien nennt. Mit "Crushing Symphony" haben die Nevada-Cowboys einen absoluten Volltreffer gelandet. Mit Spurenelementen von fast allen gängigen, derzeit angesagten Musikrichtungen und der Fähigkeit diese nicht nur zeitgemäß, sondern auch zukunftsorientiert umzusetzen, haben Heavy Honey das Kunststück geschaffen, das man Ausnahmealbum nennt.
Gemixt von Kane Churko (u.a. Five Finger Death Punch, Hinder, Papa Roach) in den Hideout Studios sind auch die Singles "Soul Selling (Mr. Kane Mix)" und "Superlove" enthalten, die sich als Video langsam zu View-Bestsellern entwickeln. Mit dem Sänger, Gitarristen und Songwriter London Mace steht ein Frontmann zur Verfügung, dessen Stimme nicht nur im Ohr hängen bleibt, sondern der auch optisch voll überzeugen kann. Der Mann versteht die Texte mit den immer wieder aktuellen Themen von Liebe und daraus folgendem Leidensdruck tonal in Ohrwurmrefrains mit fetten Metal-Riffs und immenser Groove-Lastigkeit umzusetzen.
Einerseits kommt die musikalische Vergangenheit in Form von harten, aber zugleich eingängigen düsteren Rock'n'Roll-Riffs mit einem Hauch von 70er- bis 90er-Einflüssen an die Oberfläche, wobei Referenzen von Kiss, Alice Cooper, Guns N' Roses und Nickelback nur als Geburtshelfer Eingang finden, andererseits entwickeln sich die moderneren Varianten aus der Richtung von Alter Bridge und die Heaviness von Alice In Chains schon deutlich markanter. Selbstbewusst mit Songwriting vom Feinsten, dazu dynamisch mit durchdachten Arrangements, produziert die Band Hymnen am Fließband. Shouter London Mace vermag es zusätzlich, mit seiner Stimme die Emotionen voll in den Griff zu bekommen. Ob bluesig oder kraftvoll, es gibt buchstäblich nichts, was der Mann nicht songdienlich umsetzen kann.
Bis auf den typischen und verzichtbaren Allerwelts-Lovesong hat das Album alles, um den echten Überraschungshit zu erfüllen. Am Anfang steht mit "Soul Selling" schon ein definitiver Ohrenöffner, dessen musikalische Steigerung die Emotionen schon auf Betriebstemperatur hochfährt und den Sänger gleich im richtigen Licht erstrahlen lässt. Mit "Superlove", dem Hookline-Paket, bei dem jedes Solo sitzt, können Heavy Honey einen weiteren emotionalen Erhitzer platzieren. "If I Had You Back", inhaltlich die verlorene Liebe betrauernd, ist ein gelungener Volltöner - melancholisch, aber dennoch satt mit dumpf röhrenden Gitarreneinlagen, der in fast gothischer Dekadenz erstrahlt. In Ergänzung dazu kann "Falling" mit derart zündenden Rhythmen punkten, dass man sich den zukünftigen Einsatz als Tanzbodenfüller gut vorstellen kann. Vom "Death Delay Club" mit durchdringender Härte bis zu "On My Way" agieren Geschwindigkeit und Melancholie selbstständig nebeneinander. Es gibt auf diesem, an Eindringlichkeit nicht zu überbietenden Album keine Aussetzer. Alles pulsiert und lebt und dazu ist die komplette Palette an Gefühlswelten aus Leidenschaft und Perfektion in diesem Werk glänzend verarbeitet. Ist hier eine neue Supergroup am entstehen? Ich hoffe es, denn alle Zeichen stehen auf Erfolg. Heavy Honey vereinbart alle Voraussetzungen zum Überflieger des Jahres 2014.
10 von 10 RockTimes-Uhren
Line-up:
Pedro Sison (bass)
London Mace (vocals, guitar)
Rich Burnett (guitar)
? (drums)
Tracklist
01:Soul Selling
02:Superlove
03:If I Had You Back
04:Falling
05:Death Delay Club
06:On My Way
07:Play In The Dark
08:My Fu Smile
09:Never Let You Down
10:Overkill
11:My Hate
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