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Oh, Alternative Rock aus Norwegens Hauptstadt Oslo! Musik aus diesen nördlichen Regionen erreicht mich eher selten. Die Rede ist von Hope I Die Virgins neustem Werk "Is Forever No Way". Wat denn nu? Die ersten hörbaren Töne rufen bei mir die Couch irgendeines Seelenklempners ins Gedächtnis, der mit mystischen Harfenriffs versucht, mein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen, dabei ist bei mir, Gott sei Dank, die musikalische Welt noch in Ordnung. Nach diesem 'Irrläufer' geht's nahtlos ins richtige Tagesgeschäft der Truppe über und es kommt "Panther Streams" zum Vorschein. Ich weiß nicht, nach den folgenden "Acid Like" und "Anders Glaever (Interstellar Duke)" komme ich mir vor, als wenn ich einer spirituellen Sitzung beiwohne. Immerhin sind mir solche Klänge nicht gänzlich unbekannt und erwecken zunächst mein Interesse. Doch das hat sich schnell gelegt, denn meine Wahrnehmung des gesamten Liedguts der Tonkonserve löst bei mir fast eine Depression aus. Gerade "Anders Glaever (Interstellar Duke)" ist ziemlich experimentell und düster gestrickt, unterstreicht aber nachhaltig, dass die Band neue, eigene Wege gehen möchte. Von diesem Gesichtspunkt betrachte ich das Umsetzen von Gesang und instrumentaler Noten als gelungen! Es stellt sich nur die Frage, welche Zielgruppe sich von der Combo therapieren lassen möchte?
Das Cover könnte anhand des Motivs, eine brennende Kerze auf, ja auf was eigentlich, einem Grab(?), zur Auflösung meiner vorherigen Frage beitragen. Ich denke, die Gothic-Liebhaber dürften am ehesten Gefallen an diesen norwegischen Notensalat-Import haben. Für meinen Geschmack legen sich die knapp vierzig Minuten zu schwerfällig auf mein Gemüt. Interessant? Ja! Allein die Keyboardeinlagen überzeugen mit hoher Qualität und wirken, rein musikalisch betrachtet, recht tiefgründig. Aber ohne jeglichen Spaßfaktor liegt mir das Teil wie ein alter, nasser Medizinball im Magen. Da dürfte nicht mal 'ne große Flasche Kräuterlikör für Abhilfe sorgen.
Ihr ungewöhnlicher Sound soll, dem beigefügten Infoblatt entnommen, für ganz großes Geschmackskino sorgen! Ich sag's mal so: Wer auf die Original-Version von "King Kong" aus dem Jahr 1933 steht, der wird die Anmerkung sicherlich fett unterstreichen.
Zwar ist die norwegische Kapelle nicht in den 30ern hängengeblieben und weiß durchaus auch mit modernen Klängen aufzuwarten, aber großes Geschmackskino sieht bei mir anders aus! Der Rest des Scheibchens ist schnell erzählt, denn auch die letzte Hälfte der Platte bleibt sich der Linie von mystischen, abstrakten Klängen treu. Dennoch möchte ich nicht von einem gänzlich schlechten Alben reden, dazu sind die Geschmäcker der Musikfreunde einfach zu unterschiedlich und ich gehöre zu den Fans, die dem spirituellen Geplänkel nichts abgewinnen können.
Line-up:
Martin Aasen (vocals, bass)
Svein Harald Bigum (guitar)
Anders M. Ekeberg (drums)
Jon A. Eriksen (synthesizer)
| Tracklist |
01:Intro
02:Panther Streams
03:Acid Lake
04:Anders Glaever (Interstellar Duke)
05:Cogs
06:Wolf Head Dress
07:(Soon) Into Heavens
08:No Dwelling
09:At Crude Garbage Falls
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