I Build Collapsible Mountains / Songs From That Never Scene
Songs From That Never Scene Spielzeit: 35:11
Medium: CD
Label: Stargazer Records, 2012
Stil: Folk

Review vom 20.10.2012


Wolfgang Giese
Hinter dieser Platte steckt der Musiker Luke G. Joyce aus Edinburgh. Ganz allein hat er diese zehn Songs eingespielt - wie es heißt - in einer zwei mal zwei Meter großen Abstellkammer seines Apartments. Eine seltsame Umgebung, um Musik einzuspielen... sicher etwas beengt. So sagt der Künstler auch über diese Platte: »SFTNS is the most personal record I have ever recorded.«
Zuvor hatte er unter anderem in der Band The Gothenburg Address gespielt. Ich empfehle unbedingt, sich auf diese intime Atmosphäre einzulassen. Wer druckvollen Sound erwartet, sollte davon die Finger lassen, Folkies könnten möglicherweise nicht begeistert sein. Manchmal erinnert mich der eine oder andere Song an die Stimmung in einigen Titeln von Nick Drake, dessen Musik ja auch nicht immer leicht zu konsumieren ist. Allerdings fehlt Luke dessen bisweilen unendliche Melancholie. Hier wird es nur ansatzweise melancholisch - seine recht ausdrucksstarke Stimme, die jedoch gelegentlich schon einmal nur haucht, produziert eher eine sanfte und behutsame Wohlfühlatmosphäre.
Mitunter mischt sich gesanglich etwas, das nach Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit klingt, in die einfach, aber effektvoll strukturierten Songs. Mir erscheint es dann mitunter wie ein ohnehin bereits reduzierter Robin Williamson, der noch einmal etwas heruntergefahren wird. Dennoch halte ich die Musik im Verlauf der Platte angesichts der sparsamen Instrumentierung nicht für langweilig. Joyce vermag mit subtil zurückhaltenden Effekten zarte Farbkleckse zu produzieren.
Was im Line-up noch hätte aufgeführt werden sollen, ist die Perkussion, die Luke allerdings auf der Gitarre ausführt. So benutzt er den Korpus auch schon einmal als Rhythmusgeber und sorgt damit tatsächlich für etwas Schwung innerhalb der sehr ruhigen und beschaulichen Musik.
Für Ungeduldige und solche, die sich nicht einmal bequem zurücklehnen können und sich Zeit für Muße gönnen, mag die Musik möglicherweise ein Gräuel sein - für alle gegenteilig Ausgeprägten eine kleine Insel, auf der man gemütlich Tee und Gebäck genießen kann.
Line-up:
Luke G. Joyce (vocals, guitar, glockenspiel)
Tracklist
01:Songs From That Never Scene
02:Carousel
03:The Method Actor
04:When You Forget The Knives
05:An Exit
06:Stressing For Midnight
07:Her To Him
08:Double Dares
09:Promenades
10:Swan Song
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