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Oh boy, da musste ich erstmal ganz tief bei mir kramen, um mich an meine letzte 'Begegnung' mit Ion Vein zu erinnern. Halb dunkel waren mir noch ein paar Tracks der letzten Scheibe in Erinnerung und auch das ist noch fast übertrieben. Satte elf Jahre ist es her, seit die Metaller aus Chicago ihr Zweitwerk "Reigning Memories" auf den Markt brachten, um anschließend von meinem Radar zu verschwinden.
Mittlerweile hat Gitarrist Chris Lotesto der Band, die einst 1995 das Licht der Welt erblickte, neues Leben eingehaucht, was allerdings nur mit Hilfe von Transplantation vonstatten gehen konnte. Aus dem früheren Line-up ist nämlich nur noch er selber geblieben. Die beiden anderen Drittel des Trios werden von neuen Namen gebildet. Scott Featherstone schwingt nun das Mikro und die Felle werden von Chuck White bearbeitet. Für die Aufnahmen hat man sich noch den Basser Brian Gordon geholt, der allerdings ebenso wenig zur festen Besetzung gehört wie die beiden Live-Musiker Rich Knight an der zweiten Gitarre und Rob Such am Bass. Produziert wurde das Scheibchen ohne Namen erneut vom namhaften Toningenieur und Grammy-Gewinner Neil Kernon, der sich im Laufe seiner Karriere um Musiker von Elton John bis Judas Priest verdient gemacht hat.
Lässt man nun die Scheibe rotieren, so fallen direkt beim Opener ein Hammer-Riff und mächtig viel Double Bass auf. Dazu lässt Featherstone sein Organ mit viel Druck erklingen. "Fools Parade" ist ein gelungener erster Track, dem weitere elf auf einer Gesamtspielzeit von rund fünfzig Minuten folgen. Nicht alle jedoch zeichnen sich durch hohen Speed und wilde Orgien aus.
Direkt die zweite Nummer startet ruhiger, zieht dann aber in der zweiten Hälfte wieder gut am Gas und präsentiert deftige Härte, die sich bis ins nächstfolgende Stück, "Enough" fortsetzt. Immer wieder durchdringen Passagen die Instrumentierung, die man an den betreffenden Stellen nicht unbedingt erwartet hätte. Dadurch wird sehr geschickt Spannung kreiert, die sich bis zum Rausschmeißer zu halten vermag.
Anspieltipp Nummer 1: "This Is Me" - kraftvoll, melodiös, feinste Gitarrenarbeit im Riffing und bei den Soloeinlagen, variationsreicher Gesang. Anspieltipp Nummer 2: "Anger Inside" - schweres Riff mit fein auflockernden Solopassagen, thrashig anmutender Gesang und es wird richtig gut getrommelt. Anspieltipp Nummer 3: "Alone" - ruhiges Gitarrenintro, von einem satten Riff abgelöst, erneut super Gesangspassagen.
Kamen mir die Ion Vein der frühen Jahre sehr viel prog-lastiger vor, so präsentiert sich das Trio heute mit deutlich härteren Attitüden. Speed-, Power- und Thrash-Anleihen kann man durch das komplette Album hinweg entdecken. Der neue Sänger lässt die Ähnlichkeit seines Vorgängers zu Midnight auf den ersten beiden Scheiben von Crimson Glory vermissen (vgl. Ion Veins Debüt "Beyond Tomorrow"). Trotzdem ist seine Art zu singen für die neue Ausrichtung der Band durchweg auf den Punkt. Ich empfehle dringendst ein Antesten dieser sauber produzierten Scheibe.
Line-up:
Scott Featherstone (vocals)
Chris Lotesto (guitar, keyboards, percussion)
Brian Gordon (studio bass)
Chuck White (drums, percussion)
| Tracklist |
01:Fools Parade
02:Seamless (A Transition Of The Mind)
03:Enough
04:This Is Me
05:Face The Truth
06:Love/Hate
07:Anger Inside
08:Take Me From This Dream
09:Alone
10:The Will Of One
11:In The End
12:Twist Of Fate
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Externe Links:
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