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Angelehnt an den urbanen Chicago-Blues hat Al Jones im Laufe der Jahre seine eigene Stil-Vielfalt entwickelt.
Nicht weniger als 13 Musiker sind in sein neues Projekt "Bittersweet" involviert. Den Schwerpunkt bilden Musiker der Ludwig Seuss Band und Dr. Will & the Wizzards.
Thilo Kreitmeier (Saxofon, Klarinette) und Michael Schmidt (Trompete) geben sich auf 8 Songs ein Stelldichein.
Neben sechs Eigenkompositionen zeigt sich Al Jones als versierter Interpret, wenn es darum geht, Stücke der Altmeister Sonny Boy Williamson ("Checkin' On My Baby"), Albert King ("Won't Be Hangin' 'Round") und Magic Sam ("I Need You So Bad") zu spielen.
"Fesuloma Luck" vereint alles, was Al Jones an der Gitarre drauf hat: Tolle Licks, schöne Riffs und Saiten-Bending ohne Ende.
Auch in weiterer Hinsicht ist "Fesuloma Luck" eine Ausnahme, denn es ist das einzige Instrumental und hebt sich gegen Ende durch Congas von Biboul Darouche und Dr. Will-Percussion mächtig in Richtig Santana ab.
Wie weit gefächert das Jones'sche Songwriting geht, zeigt das Stück "Relax" in wiegendem Reggae-Rhythmus gespielt, gepaart mit einer etwas orientalisch angehauchten Klarinette von Thilo Kreitmeier.
Außerdem beweist Thilo Kreitmeier ein feines Händchen für die Horn-Arrangements auf "Too Long", "Bittersweet", "I Need You So Bad" und "Won't Be Hangin' 'Round". Die Gebläse-Abteilung bewegt sich im spannungsgeladenen Dunstkreis des nicht genau definierbaren Bereichs zwischen Blues und Jazz.
Mal schlägt die Waage eher zum Blues, mal mehr zum Jazz aus. Wirklich geschickt gemacht, Herr Kreitmeier.
Hinreißend sind auch Al Jones' herrlich dahin fließende Gitarrenläufe auf allen Songs. Auch der luftig warme Klang seiner Gitarre ist hörenswert.
Vielfalt: Das von Jones geschriebene "Demands", mal ohne Horns, hat Anleihen im Funk und wird mitgetragen von Thomas Bauser an der Hammond B3.
Ear catcher sind zweifelsohne auch die Kim Wilson-Nummer "Give Me All Your Lovin'" und Don Nixs Slowblueser "Nobody Wanna Die".
Die Coversongs gemeinsam mit den von Al Jones geschriebenen Stücken machen "Bittersweet" zu einem in jeder Hinsicht en vogue klingenden Blues-Album, das auch durch Al Jones Produktion einen perfekten Sound bietet.
Viel Musiker verderben auf dieser CD in keiner Weise den Brei. Alle haben dazu beigetragen, dass "Bittersweet" sehr kompakt daher kommt.
Spielzeit:49:28, Medium: CD, Acoustic Music Records, 2005
1:Too Long 2:Got To Be Tough 3:You Don't Love Me 4:Give Me All Your Lovin' 5:Bittersweet 6:I Need You So Bad 7:Nobody Wanna Die 8:Fesuloma Luck 9:Won't Be Hangin' 'Round 10:Checkin' On My Baby 11:Demands 12:Relax
Joachim P. Brookes, 01.03.2006
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