Lloyd Jones ist ein, möglicherweise im Bereich des Blues nicht so bekannter, Name. Dabei ist der 1950 in Portland/Oregon geborene Musiker schon lange im Geschäft. 1964 war es, als ihn ein Konzert von
James Brown stark beeindruckte.
Jimmy Reed und
Sonny Terry & Brownie McGhee waren weitere Einflüsse. Durch
Big Walter Horton und
S.P. Leary wurde ihm der Zugang zu weiteren Stilen ermöglicht, ebenso wie durch eine damalige Band namens
Brown Sugar. Neben der Gitarre spielte der Musiker seinerzeit auch Schlagzeug. Mittlerweile gibt es einige Plattenveröffentlichungen, die jedoch rar gesät blieben - die Letzte liegt bereits zwölf Jahre zurück.
Sind frühere Platten - mit vielen Bläsern, oft auch funky und mit viel Groove oder elegant swingend arrangiert - stark am Westcoast Blues orientiert, so erleben wir nun einen
Lloyd Jones, der sich ganz auf die wesentlichen Bestandteile des Blues reduziert: ausschließlich Gitarren und zweimal Harpbegleitung dazu. Dabei wechselt er zwischen akustischen und elektrischen Gitarren und erzeugt auf diese Weise Abwechslung, die grundsätzlich gar nicht notwendig wäre, so fesselnd sind seine Vorträge ohnehin. Mit seiner perkussiven Spielweise erzeugt er Rhythmus und Swing, dass es eine Freude ist, der Musik zu lauschen. Bis auf drei Titel hat sich
Jones allesamt Fremdkompositionen ausgesucht, die er auf seine spezielle Weise interpretiert und ihnen dabei eine wahre Frischzellenkur verpasst! In den Liner Notes erinnert er sich an die sechziger Jahre in Portland/Oregon, als viele seinerzeit bekannte Bluesmusiker durchreisten. Sie alle lehrten ihn die Grundlagen des Blues und offensichtlich will er damit jenen Musikern eine Widmung bieten. Das ist sowohl bei der Auswahl der Originalinterpreten als auch der Titel gelungen.
Meist sind es ganz alte Titel wie "Careless Love" von
W.C. Handy oder "Don't Want Me Baby" von
Mississippi John Hurt, aber auch
Blind Willie McTell oder
Big Bill Broonzy werden gewürdigt. Der relativ unbekannte Musiker
John Brim, für mich einer der verkanntesten Blueser, bekommt hier mit seinem sicherlich bekanntesten Titel "Ice Cream Man" ebenfalls seine Erinnerung - hier mit
Charlie Musselwhite an der Harp. Ein weiterer Harpeinsatz erfolgt von
Curtis Salgado auf "Lazy Bones", dem letzten Titel der Platte. Ganz fantastisch finde ich
Jones' stakkatohaftes Spiel auf der Danelectro-Gitarre mit Slideeinlage auf "Last Fair Deal Gone Down". Diese elektrische Gitarre kommt später noch einmal auf "Cry For Me Baby" zum Einsatz.