Der nicht nur klimatisch furchtbare Planet Klendathu, dessen Spinnenarmee...
Stop, falscher Film. Es geht ja nicht um "Starship Troopers", sondern um die Hamburger Band Klen-Dathu, welche mit "Songs Of The Familiar Unknown" ihre dritte Scheibe (nach den EPs "Trouble" [2003] und "Just A Ride" [2005]) ins Rennen schickt.
Allerdings geht es in dem Konzeptalbum schon auch um eine Art Film. Erzählt wird die Geschichte einer jungen, von der Zivilisation unberührten Frau namens Blanket, die aus einer Höhle zu einer Entdeckungsreise durch die Welt aufbricht. Ein Erzähler begleitet Blanket und uns, die Hörer, durch diesen Trip und eines gleich vorweg: Die Reise ist toll gemacht. Zu Beginn grollt der Donner, der Regen plätschert, Wald- und Tiergeräusche sind zu hören, und wenn sich die ersten Gitarrenklänge zum Gewitter gesellen, wird es fast unheimlich und man freut sich auf die kommende Geschichte.
»Somewhere becomes Nowhere...«, beginnt der Erzähler die Story, die Band steigt ein und wenn es jemanden gibt, der Blankets Geschichte singen kann, ist es Katrin Engebrecht. Die Stimme ist den jeweiligen Episoden angepasst; mal vorsichtig und zerbrechlich, dann powervoll fragend und klagend.
Die Jungs an den Instrumenten sind nicht minder gut. Stilistisch geht es quer durch die Instanzen. Seien es progressive Tunes, poppige Ohrwürmer, metallische Attacken, Gothicansätze... herrlich abwechslungsreich.
Die Gitarren sind mal 'normal', dann klingen sie wieder tiefer gelegt, der Bass kann nicht nur begleiten, sondern auch pumpen und bollern, die Schießbude feuert die Salven in Richtung solierende Gitarre und über allem 'thronen' die weiblichen Vocals. Richtig stark wird es, wenn Claudia Loss und Katrin Engelbrecht gleichzeitig die Mikros bedienen. (Zumindest könnte man meinen, dass die beiden Damen zusammen singen. Aus sicherer Quelle wissen wir aber, dass Claudia Loss hübsch das Coverbild ziert. Die weiblichen Vocals stammen einzig und allein von Katrin.)
Je nachdem, wo Blanket sich gerade befindet, gibt es die passenden Geräusche - Tiere, Kirchenglocken, vorbeirasende Autos, ...
Der Storyteller Alexander Lange, führt mit sonorer Stimme von Episode zu Episode.
Ende 2001 gründete sich die Band, deren Stärke, laut Bandvita, auf dem Livesektor liegt. Ohrenschmaus im Hamburger Logo, Hafengeburtstag auf der Beck's Bühne, erfolgreiche Teilnahme am OXMOX-Bandwettbewerb, die bis zum Finaleinzug führte, mögen dies belegen.
Auf dem Waschzettel ist zu lesen, dass es nun gilt, die Konzerterfahrungen über die Stadtgrenzen hinaus zu erweitern. Gut so, und bitte auch in den Süden kommen. Die Umsetzung von "Songs Of The Familiar Unknown" auf der Bühne muss ein Erlebnis sein.
Ein ganz dickes Lob kann ich der Aufmachung des Albums zollen: Alle Texte sind vorhanden, auch die des Erzählers zwischen den Nummern, so dass man Blanket auf der Reise durch 'unsere Welt' begleiten kann. Das kann auf zweierlei Art geschehen: Einmal, indem man im Booklet liest und die Musik als Begleitung zur Geschichte leise im Hintergund laufen lässt. Oder aber man legt den Focus auf die Musik, dreht die Lautstärke auf und groovt, rockt oder headbangt sich durch die halbe Stunde.
Und nun bin ich beim einzigen (kleinen) Kritikpunkt. Die Spielzeit nämlich. "Songs Of The Familiar Unknown" ist eindeutig zu kurz. Konzeptalben bieten allerdings ja immer die Möglichkeit einer Fortsetzung, so dass wir vielleicht in den Genuss einer (dann längeren) weiteren Geschichte kommen.
»Now all of us can leave their caves«, heißt es am Schluss der CD. Irgendwie sind wir alle ein bisschen wie Blanket. Aber so schön wie Klen-Dathu können wir es nicht rüberbringen.
Kompliment nach Hamburg.
Line-up:
Jan Bertram (guitars)
Kai Böttcher (drums)
Katrin Engebrecht (vocals)
Niko Nehlsen (bass)
...and
Claudia Loss (Blanket)
Alexander Lange (the voice)
Tracklist |
01:Stepping Forward (1:27)
02:Somewhere becomes… (0:30)
03:Blank (1:05)
04:…when circles… (0:39)
05:Here I Am (3:25)
06: ..walking into...(0:53)
07: Zamonia (4:29)
08: ...poetry writes... (0:40)
09:Letter (4:00)
10:...when the songs... (0:32)
11:Fire (3:25)
12:...physical wounds...(0:35)
13:Houses (3:13)
14:...now everythings... (0:52)
15:The Familiar Unknown (3:37)
16:Written Upon (1:15)
17:...now all of us... (0:06)
18:Going Beyond (1:23)
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Externe Links:
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