Mark Knoll Band / High Time
High Time Spielzeit: 47:04
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2007
Stil: Blues Rock


Review vom 19.02.2008


Jürgen B. Volkmar
Es gibt Veröffentlichungen, bei deren erstem Hörgenuss der Eindruck entsteht, dass die Sonne aufgeht und der Tag warm und freundlich beginnt. Diese Scheibe ist so ein Beispiel. Mark Knoll, Debütant mit eigener Band, allerdings schon über 30 Jahre im Geschäft und eigentlich Mitglied bei der Lamont Cranston Band, hat schon mit vielen die Bühne geteilt. Bonnie Raitt, Little Feat, Edgar Winter's White Trash, Chuck Berry, Little Richard, The Drifters, The Platters, The Coasters und The Marvelettes sind nur einige davon. Als Sessiongitarrist und Songwriter wirkte er bei zahlreichen Produktionen mit und veröffentlicht nun sein erstes Werk unter seinem eigenen Namen.
Schon bei dem Opener "Gotta Give It Up", kommt die Erinnerung an den Gesang des jungen
Eric Clapton auf. Eine treibende und nimmermüde Solo-Gitarre ergießt sich in Soloausflügen und findet dann doch zu der erdigen Stimme die richtige Harmonie.
Dazu kommt bei "It's Gotta Matter To Ya", eine schleichende Hammondorgel hinzu, sodass man meint, Duane Allman spielen zu hören. Dazu funkige Gitarrenparts, die von fetten inspirierten Soli unterbrochen werden... man merkt sofort, dass hier ein Vollblutmusiker mit jahrelanger Erfahrung an der Arbeit ist.
Normalerweise müsste diese Scheibe schon jetzt die volle Punktzahl bekommen, da kommt mit "Lay It On The Line" ein derartiger Groover aus den Boxen, dass man glaubt J. J. Cale und 'Slowhand' haben endlich wieder einen Nachfolger von "Cocaine" geschrieben. Rhythmus und eine Hookline zum Niederknien, das Ganze mit einer Stimme unterlegt, die sanft und doch rockig ist. Dieser Typ hat es wirklich drauf. Faszinierend wie er die Stilarten wechselt, vom klassischen Bluesrock in bester ZZ Top- Manier auf " "They Don't Cry", zu einem kantigen und riffstarken "High Time" à la Van Wilks mit Gehörganglangzeitwirkung, geht es weiter in Robben Ford-Manier zu "Fall Blues" oder in die Techniker-Ecke eines Steve Morse bei "The Bird Flew". Sogar die Balladenfans kommen nicht zu kurz. "Sweet Little Thing", mit geschmeidiger Melodienführung und einfühlsamen Lyrics, trifft mit seinen Arrangements genau den richtigen Ton.
"You've Got A Lot To Learn" liefert schnelle, griffige Soli, feine Hammonduntermalung und ein Drumming, das so taktgenau, wie ein Schweizer Uhrwerk arbeitet. Den Kontrapunkt dazu eröffnet der Abschlussstampfer "That's A Ball" in solidem Rock'n'Roll Takt, mit Boogie-Transferleistungen im Status Quo-Gewand und dazu Jerry Lee Lewis-Gesang und Pianogewitter.
Mark Knoll merkt man seine langjährige Erfahrung bei jedem Ton an. Er ist wirklich eine willkommene Bereicherung in der Bluesrock-Familie. Ausgereifte Komponierkunst und inspirierte, musikalische Ausführungen machen diese Veröffentlichung zu einem must have der Genreliebhaber.
Dafür gibt es 9 von 10 RockTimes-Uhren.
Tracklist
01:Gotta Give It Up
02:It's Gotta Matter To Ya
03:Lay It On The Line
04:High Time
05:They Don't Cry
06:Fall Blues
07:Sweet Little Thing
08:The Bird Flew (This Bird Has Flu)
09:You've Got A Lot To Learn
10:That's A Ball
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