Brian Lindsay / The Crossing
The Crossing
Brian Lindsay? Nie gehört.
"Er ist ein Singer/Songwriter, der die Einflüsse von Soul, Americana und Rock 'n' Roll zu seinem eigenen Stil vermischt." Das sagt seine Website über ihn. Ja Brian, dann lass doch mal hören.
Song Nummer 1 ist auch gleich der Titelsong, "The Crossing". Es geht mit Harmonika los, melancholischer Gesang, sehr sauber produziert, und ja, gefällt durchaus.
"It's All About You" ist etwas rockiger, hier treten die ansprechenden Backing Vocals zum ersten Mal in Erscheinung.
"East Side Of The River" kommt locker-flockig daher, einer meiner persönlichen Faves der Platte.
Bei "Forever Yours" werden die üblichen Gitarrenparts überraschenderweise durch Saxophon ersetzt.
Hinter "Lonesome Train" verbirgt sich ein Boogie, Southern Rock-Einflüsse sind erkennbar - klar ist das mein Lieblingsstück!
"Brave New World" könnte aus der Feder Bruce Springsteens stammen, "Begin Again" wiederum erinnert mich sehr an Tom Petty -Songs.
Bei "Unconditional" wurden gleich mehrere Gänge zurück geschaltet, ein sehr softes Stück.
Für "The Night Is Long" hat der gute Brian offensichtlich tief in die Plattenkisten seiner Eltern gegriffen und sich Inspiration geholt bei den Everly Brothers oder den Drifters - die 50' er lassen grüßen!
"Last Of The True Believers" hat wieder diese schönen Tom Petty -Gitarren. "Talk About Love" humpelt mit einen - angenehmen - schleppenden Groove.
Mit "American Justice" beendet Brian Lindsay sein Debüt-Album rockig und mit einer politischen Aussage, die uns alten Europäern mal wieder zeigt, dass noch nicht alle Amerikaner CNN-verblödet sind: er möchte nicht Teil eines Amerika sein, dass diese ganz spezielle "amerikanische Gerechtigkeit" in die Welt exportiert.
Fazit: der New Yorker Brian Lindsay hat sicherlich das Rad nicht neu erfunden, aber diese Platte ist durchweg gefällig, das Songwriting exzellent, das Spiel ausnahmslos solide und die Produktion sehr sauber und klar. Das Booklet gibt alle Texte und notwendigen Infos an. Auf seiner Homepage kann man in die Songs reinhören.
Also Jungs, wenn eure Freundin Dave Mustaines näselndem Gesang keine Romantik abgewinnen kann und Ihr Jon Bon Jovi absolut nicht hören könnt oder wollt, dann gebt doch beim nächsten Rendezvous Brian Lindsay mal eine Chance!
Spielzeit: 45:07, Medium: CD, GFI Music, 2004
The Crossing, 2: It's All About You, 3: East Side Of The River, 4: Forever Yours,5: Lonesome Train, 6: Brave New World, 7: Unconditional, 8: Begin Again, 9: The Night Is Long,10: Last Of The True Believers, 11: Talk About Love, 12: American Justice
Ella Wirtz, 09.01.2005