Lanfear / X To The Power Of Ten
X To The Power Of Ten Spielzeit: 51:25
Medium: CD
Label: Locomotive Records, 2008
Stil: Prog Power Metal


Review vom 20.08.2008


Michelle Karayilan
»You're trapped«, zu deutsch, du bist in der Falle! Mit diesen Worten fängt das mittlerweile fünfte Album der Heilbronner Progressive Power Metal-Formation an. Die Gründung von Lanfear war bereits 1993. Zunächst in Eigenregie vertrieben, jedoch ein Jahr später und mit verändertem Artwork, erschien 1997 das Debüt "Towers", welches über Urwerk Records das Licht der Welt erblickte.
Das zweite und progressivste Werk, mit dem ich Lanfear in die musikalische 'Falle' ging, ist 1999 über das kleine Label Famous Kitchen Records herausgebracht worden. Perfekt haben sie hier Prog Metal mit Neo Prog vermischt und mit Death Metal-Anleihen gewürzt. So war es für mich selbstverständlich, mir auch ihr nächstes Werk (2003), mit dem Titel "The Art Effect", zuzulegen und war zunächst erstmal enttäuscht, zeigte dieser Silberling ein verändertes Line-up und vor allen Dingen einen Stilwechsel. Die progressiven Elemente sind gehörig zurückgefahren worden und dafür bot man fast puren Power Metal, allerdings ohne symphonische Bombasteinlagen der Tasten.
Heute mag ich das Album, allerdings kann ich mich immer noch nicht so recht mit dem Gesang von Tobias Althammer anfreunden. "Another Golden Rage" aus dem Jahr 2005 kenne ich nicht. Beide zuletzt erwähnten gab es über Masacre Records.
2008 unterzeichnete man bei Locomotive Records und nun erscheint ihr fünftes Werk, "X To The Power Of Ten". Mit diesem Output haben sie mich wieder in ihrer 'Falle'. Weshalb, was ist nun anders?
Nun, zum einem haben sie mit Nuno Miguel Fernandes, manchem sicherlich von Anguish bekannt, einen neuen Sänger am Micro und seine Stimme sagt mir einfach mehr zu. Zu anderem sind die Songs sehr abwechslungsreich gestaltet und man hat auch wieder mehr progressive Elemente mit eingebaut. So beginnt "Enter Dystopia" zunächst mit elektronischen Spielereien, doch dann geht es mit Volldampf richtig los.
Bei "My Will Be Done" wird sogar Thrash aufgefahren. Klasse, wie Schlagzeug und Bass in diesen beiden Stücken für den nötigen Druck sorgen. Und was mir besonders gut gefällt ist, dass der Gesang nicht nervtötend schrill klingt, sondern in angenehmer mittlerer Tonlage bleibt. Auch die Gitarre setzt fesselnde Akzente.
Die Tasten bereiten den Stimmungswechsel in "Decrytption" mit sphärischen und elektronischen Klängen vor. Diesen Wechsel bekommt man in der melancholischen Nummer "Brave New Men" zu hören, indem sich die Tasten schön mit den Gitarren ergänzen. In der gleichen Stimmung verweilt man auch bei "The Question Keeper". Ebenfalls melancholisch, bis düster wirkt "Synaptogenesis" in dem mehrere Tempowechsel vorgenommen wurden. Toll finde ich den variablen Gesang vom Nuno Miguel Fernandes. Ob sanft oder aggressiv, er meistert alles perfekt und verliert niemals das Gespür für eindringliche Melodien. Mit "Just Another Broken Shell" serviert man eine äußerst gefühlvolle Ballade, die jedoch nicht schmalzig klingt und bei mir Gänsehautschauer erzeugt. Ideenreichtum beweisen sie auch mit dem famosen "A Twin Phenomenon", indem man auch kurze Passagen mit Growls eingebaut hat. "The Art Of Being Alone" und die Schlußnummer "Seeds Of Plague" setzen sich durch den metallischen Rhythmus gut in den Gehörgängen fest.
"X To The Power Of Ten" ist ein grandioses und kurzweiliges Werk geworden, in denen die Protagonisten erneut bewiesen haben, das sie sich keinesfalls vor Größen wie z.B. Vanden Plas oder Pagan's Mind, zu verstecken brauchen.
I am trapped - ich habe mich in die 'Falle' von Lanfear locken lassen und hoffe, dass auch ihr Euch locken lasst!
Line-up:
Nuno Miguel Fernandes (vocals)
Markus Ullrich (guitars)
Kai Schindelar (bass)
Richie Seibel (keyboards)
Jürgen Schrank (drums)
Tracklist
01:Enter Dystopia (5:59)
02:My Will Be Done (4:45)
03:Decryption (1:34)
04:Brave New Men (4:30)
05:The Question Keeper (4:43)
06:Synaptogenesis (5:37)
07:Jugglin' At The Edge (4:38)
08:Just Another Broken Shell (4:11)
09:A Twin Phenomenon (4:27)
10:The Art Of Being Alone (4:46)
11:Seeds Of the Plague (6:16)
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