|
Mal wieder etwas Hardcore aus Germanien gefällig? Dann gibt es gutes Futter für die Ohren, von Lavatch aus Köln.
Die fünf Burschen haben sich nach dem Clown aus "All's Well That Ends Well" (deutscher Titel: "Ende gut, alles gut") benannt, einem Stück von William Shakespeare. Okay, so weit so gut. Mal was anderes als die ständigen Bandnamen, die aus schier endlosen Aneinanderreihungen von Phrasen bestehen, wie es in letzter Zeit im Hard- oder Metalcore so gängig geworden ist.
Aber genug von Namen - auf die Musik kommt es an, oder?
Eben. Okay, zuerst dachte ich, ich hätte es mal wieder mit der x-ten Metalcore-Kapelle zu tun. Und der erste Song auf "Mental Deterioration" lässt (mich) auch Schlimmstes erwarten, denn hier überzeugt mich der Longplayer noch recht wenig. Aber schon beim zweiten Song entdeckt man doch etwas mehr als billigen Metalcore. Die Songs sind geschickt aufgebaut und verlaufen nicht nach einem plumpen Strickmuster. Gut, "Mental Deterioration" ist nicht ganz frei von typischen Metalcore-Standards. Gottseidank bleibt man aber von 08/15-Breakdown-Geschichten verschont.
Auch der Gesang ist nicht das typische Halbaffen-Gebrülle wie ihn schon tausende andere Core-Bands von sich geben, bei denen man glaubt, der Sänger leide schon seit Jahren an chronischer Verstopfung. Nein, Vokalist Marco scheint doch recht oft D.R.I. gelauscht zu haben, denn in einer ähnlichen Phrasierung klingen auch seine Vocals.
Im Laufe der Spielzeit hat man allerdings irgendwie den Verdacht, dass die Combo sich immer mehr traut und abseits der ausgetrampelten Pfade ihr Glück sucht. Und ehrlich, das steht den Jungs recht gut zu Gesicht. Solch abgefahrene Parts wie in "In Skills We Trust" sollten öfter auf der Scheibe passieren. Denn besonders diese machen richtig Laune.
Auch der nächste Song "The Expandible Pawn", mit seinem ruhigen Beginn, ist ein echter Hinhörer, besonders weil er später in einen ordentlichen Hardcore-Kracher umschwenkt.
Auch der Abschlusstrack hat dieses gewisse D.R.I.-Flair, was mir sehr gut gefällt. Mehr von solchen Ideen, gepaart mit euren psychedelischen Versatzstücken, und die Scheibe wäre echt groß. So bleibt am Ende des Tages aber immerhin ein gutes Scheibchen mit viel Potenzial.
Für Traditions-Metaller ist diese Scheibe bestimmt nichts, für viele Metalcorler vielleicht auch nicht, wer aber Bock auf (wenigstens etwas) Innovation hat, kann ja mal reinlauschen. Etwas offener sein bzw. Lust an Hardcore der älteren Schule sollte man schon haben. Dann könnte diese Scheibe etwas für euch sein.
Line-up:
Marco (vocals)
Jannis (drums)
Jochen (guitar)
Robert (guitar)
Andrew (bass)
| Tracklist |
01:Realm Of Shades
02:The Tide Is Turning
03:Footsteps
04:In Skills We Trust
05:The Expandible Pawn
06:Rise From The Dead
07:Game Misconduct
08:Emerald City |
|
Externe Links:
|