Wichtige Stationen des am 12. Mai 1945 geborenen Keyboarders
Ian McLagan sind die Bands
The Small Faces und sofort daran anschließend die
Faces. Nachdem sich diese 1975 auflösten, arbeitete
McLagan als Begleiter unter anderen für die
Rolling Stones, bis er 1979 sein Debütalbum unter eigenem Namen veröffentlichte: "Troublemaker".
1994 war es, als der Brite in die Vereinigten Staaten umsiedelte, nach Austin/Texas. So spielt er bereits seit geraumer Zeit mit der dort ansässigen
Bump Band zusammen, die sich aus einigen der besten Musiker der Stadt rekrutiert. Nun, etwa fünf Jahre nach seinem letzten Album, legt der Brite ein weiteres vor. Gleich vorweg, ein Meilenstein der Rockgeschichte ist es nicht - ein Griff ins Klo auch nicht. Dafür aber eine Platte mit solider und professionell eingespielter Musik des Mannes mit der leichten Reibeisenstimme, die auch manchmal etwas schwächelt. Die Stimme, die ja vielleicht während der gemeinsamen Zusammenarbeit mit
Rod Stewart ein wenig abgefärbt hat? Zugleich geht der Song "Don't Say Nothing" auch noch ein wenig in Richtung von "Maggie May" - na ja, zumindest erinnert er mich etwas daran.
Mit seiner Orgel und dem Klavier bestimmt er so manchen Song und neben leichtgängigem Rock gibt es auch einmal etwas vom Blues Beeinflusstes. Man lausche einmal "How Blue", mit einem auf der linken Hand ausgerichteten Akzent hämmert das Boogie-Piano den Rhythmus ganz sanft und rollend - ein feiner Song mit positiver Stimmung. Aber auch kleine Ausflüge in leichten Funk mit groovender Atmosphäre, gleich beim Eröffnungstitel, oder eine schwelgende Ballade mit "Mean Old World" runden das durchweg positive Bild ab.
Entstanden ist somit Musik, der man es anmerkt, dass sie mit Freude aller Beteiligten eingespielt worden sein muss, denn sie strahlt eine durchgehend angenehme Harmonie aus und die daraus entsprungene Qualität ist etwas, das von Reife zeugt und im Gegensatz zu so manch einer aktuellen 'schludrigen' Produktion neuer Bands steht. McLagan scheint sein Leben für die Musik wieder einmal gut ausgedrückt zu haben, jedenfalls ist das Ergebnis zufriedenstellend.