Magnolia / Falska Vägar
Falska Vägar Spielzeit: 42:06
Medium: CD
Label: Transubstans Records, 2008
Stil: Rock

Review vom 15.11.2008


Wolfgang Giese
Ich glaube, ich sollte mal wieder zur Volkshochschule - und schwedisch lernen.
Denn dann würde ich auch verstehen, was Ronny Eriksson hier zum Besten gibt, wenn er kraftvoll singt.
Dieser Ronny startete 1994 damit, eigene Musik zu schreiben. Inspirieren ließ er sich von Klängen der 60er und 70er, auch auf dieser Platte hörbar eindeutig nachzuvollziehen, denn seine damalige Inspiration dauert noch immer an.
Magnolia war damals der Name für sein Projekt, benannt nach einem Stück der 'Früh-Metaller' Blue Cheer, nämlich "Magnolia Caboose Babyfinger".
Damals war noch als weiteres Bandmitglied der Schlagzeuger Anders Hedström dabei.
Hier ist nun der zweite Streich mit dieser Platte, zwischen Herbst 2007 und Sommer 2008 eingespielt. Wie schon erwähnt, schwebt der Geist des Rocks der 60er und 70er über dieser Musik. Und so verwundert es nicht, wenn man ständig an Musik von Mountain, Cream, Free oder auch die namensgebenden Blue Cheer erinnert wird. Aber auch die Anfänge des Prog Rocks mit einschlägigen Bands dieses Genres sind mit eingeflossen, immer dann wieder spürbar, wenn sich die Band vom Thema löst und freie Improvisation ihren Lauf nimmt.
Sofort fallen mir 'modernisierte' Cream ein, allerdings ohne Ginger Baker. Der Drummer klingt hier meist rockiger und weniger 'afrikanisch', er hat schon etwas mehr von Mitch Mitchell zur Hendrix-Zeit.
Dazu kommen klare Einflüsse des in den Spätsechzigern gängigen Bluesrocks hinzu. Schleppernder schwerer Rhythmus lässt die Band Free eine Verjüngungskur erleben, aber immer wieder sind es nur Zitate, denn der Sound von Magnolia setzt sich aus all' den verschiedenen Einflüssen zusammen, die auf feine Weise gelungen verschmolzen sind.
Einer meiner Favoriten in diesem Zusammenhang ist dann "Tag Dig Själv I Kragen", wenn sich plötzlich aus der schleppenden Atmosphäre eine grummelnde Orgel erhebt.
Das, was mich ganz besonders begeistert bei dieser Musik, ist, dass die Musiker eine hervorragende Flexibilität an den Tag legen, Rhythmuswechsel gehen locker von der Hand, das spricht für mich von hoher Musikalität.
Im wahrsten Sinne des Wortes 'federt und swingt' diese Musik, großen Anteil hat für mich dabei der Schlagzeuger Hedström.
Er bringt dadurch eine ungeheure Leichtigkeit und Luftigkeit in den Sound. Mitunter kommen mir auch insoweit Assoziationen zum skandinavischen Jazz-Rock-Musikern wie Janne Schaffer oder Jukka Tolonen in den Sinn, die Band hat für mich noch Potential, sich weiter zu öffnen, mich würde interessieren, wie sie sich live präsentieren.
Gradlinig-griffige Gitarrenriffs und harmonische Melodienfolgen runden das treibend-rockige Gesamtbild ab.
Ruhige Töne, die leicht folkloristische Einflüsse mit einbeziehen, finden sich gar auf "Där Hemma", mit akustischer Gitarre, ein Instrumentalstück.
Eine sehr warm und melodisch-satt klingende Gitarre ist als Hauptinstrument sehr bestimmend, der Gesang ist für mich nicht immer überzeugend, unabhängig davon, ob ich den Text nun verstehe oder nicht.
Auf jeden Fall eine äußerst positive Entdeckung aus Skandinavien, dessen Musikszene ich schon immer sehr spannend fand.
Line-up:
Ronny Eriksson (lead vocals, bass, guitar & rhodes piano)
Mark Tholin (guitar)
Anders Hedström (drums)
Tomas Eriksson (drums)
Love Tholin (guitar)
Carl-Fredrik Eriksson (trombone)
Lars Ols, Eva Ulrika Gustafsson (vocals, whispers and violin)
Tracklist
01:I-Land Blues
02:Dröm Dig Iväg
03:Tag Dig Själv I Kragen
04:Mammons Vägar
05:Kung Bore (Besegrad)
06:Vägskäl
07:Där Hemma
08:Säg Mig Hur
09:Den Tiden Är Förbi
10:Förbannad Igen
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