'Maria unter der Dusche', ein ziemlich seltsamer Bandname dieser Formation aus Kanada. Seltsam mutete es auch an, was ich über den angeblichen Stil dieser Band las, da wurde eine Mischung aus Tin Pan Alley, kubanischer Musik, Rockabilly, Punk, Folk, Vaudeville, Kabarett und Jazz beschrieben.
Nun, angesichts dessen sollte man schon gespannt sein, was da auf einen zukommen mag. Wie kann man alle diese Einflüsse nur so zusammenbringen, ohne dass Chaos vorherrscht? Der Drummer der Band selbst beschreibt die Musik so: »Cab Calloway on honeymoon with Bela Bartok.« Nun, bei Liveauftritten soll das Publikum durchaus tanzenderweise bereits ausgerastet sein.
Im Mai 2011 ist diese Platte wohl bereits erschienen. Nun ist sie offensichtlich auch hierzulande ins Vertriebsprogramm genommen worden. Im Eröffnungstitel klingt es nach Mexiko, nach Mariachi, nach Burritos, ein schunkelndes Akkordeon setzt ein, eine fast osteuropäisch wirkende Atmosphäre verbreitet sich, viel Melancholie und Traurigkeit, bis es dann flott abgeht. Dieser Einstieg ist in seiner Stilvielfalt bereits verwirrend. Und dann "Don't Build A Wall 'round The Graveyard (Ain't No One Tryin' To Get In)", das ist für mich irgendwie ein heimlicher Hit. Diese Melodie hat sich bei mir sofort eingegraben, verbreitet sehr viel Fröhlichkeit und ein tolles Feeling, sogar ein wenig Gospelfeeling inklusive. Ein wenig denke ich dabei auch an Hazmat Modine. Aber dieser zackige und stetig treibende Rhythmus befindet sich auch auf den Spuren des "Egyptian Reggae" von Jonathan Richman.
Weiter geht es unter anderem mit Musik zwischen Tango, Gruppo Sportivo, Zirkusmusik ("Tomorrow's Song") und Spuren von ganz alten Jazzstilen. Nun, die Band war schließlich einst als Duo mit der Absicht gegründet worden, vorwiegend solche Musik zu spielen. Dann bricht plötzlich der Rock'n'Roll los, um bereits in ziemliche Dissonanzen überzugehen, die irgendwie neben der Rolle sind. Ja, beim "Bee Song" wird ordentlich gesummt - aufgepasst, dass die Biene nicht sticht. Bei "Papa's Song" wird zum Akkordeon brav im Chor gesungen und Folk dringt durch. Manchmal meine ich, nun gibt es Zydeco um die Ohren, doch im nächsten Moment kann das schon wieder nach Tom Waits klingen.
"Mostly In The Dark", da scheinen Mönche zu singen, Geräusche von Donner und Regen dazu und ein weiteres skurril anmutendes Stück nimmt seinen Lauf. Trotz der Anspielung auf 'Dunkelheit' im Titel läuft dieser Song als fröhliche Nummer ab. Ja, Fröhlichkeit ist sicher eine wichtige Beschreibung für die Musik dieser Platte, die im Walzerrhythmus, mehrstimmigem Gesang zur Akustikgitarre und einem Hauch von keltischer Folklore abschließt. Über mangelnde Abwechslung kann man sich überhaupt nicht beklagen - wieder einmal interessante Musik zum Anfassen.
Line-up:
Brendon Hartley (bass, vocals)
Jack Garton (vocals, accordion and trumpet)
Martin Reisle (guitars, vocals)
Todd Biffard (drums)
Matt Bryant (mandolin -#2,7)
Tracklist |
01:She Rises (5:40)
02:Don't Build A Wall 'round The Graveyard [Ain't No One Tryin' To Get In] (3:42)
03:Tomorrow's Song (3:55)
04:Old Joseph Brady (5:05)
05:Mojo Hand (5:40)
06:The Bee Song [The Plight Of The Bumblebee] (4:26)
07:Papa's Song (3:52)
08:Jesus Is My Valentine (3:38)
09:Mostly In The Dark (4:43)
10:Star Of Bannack (3:38)
(all music and lyrics by Maria In The Shower)
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