Miss Behaviour / Last Woman Standing
Last Woman Standing Spielzeit: 42:20
Medium: CD
Label: Avenue Of Allies, 2011
Stil: Rock

Review vom 15.01.2011


Mike Kempf
Wer einen Blick auf das Cover von Miss Behaviours neustem Album "Last Woman Standing" riskiert, der kann wegen der abgebildeten Blondine im Zusammenhang mit dem Bandnamen in die Irre geführt werden. So vermutete ich zunächst eine Frontfrau, die mich zum Verzücken bringen könnte, denn ich hatte bisher von den Schweden noch keine Notiz genommen. Doch weit gefehlt, denn das Line-up besteht aus rein männlichen Musikern, die im Quartett den Silberling einspielten und mit ihrem Opener "1988" gleich an den Rock der Achtziger erinnern.
Diesen Stil beherzigen die Nordeuropäer das ganze Album über. Zum Teil würzen sie ihre Songs mit etwas Pop, Metal oder Hard Rock. Sänger Sebastian Roos besitzt das, was zumindest Frauenherzen höher schlagen lässt, ein glasklares, rockiges Zwerchfell. Er weiß genau, wie er seine Gesangseinlagen, ob in Höhen oder Tiefen, zielgerecht und kundenfreundlich in Szene zu setzen hat. Etwa vergleichbar mit den Stimmbändern von Journey-Sänger Arnel Pineda. Klampfer Erik Heikne beweist sein gutes Können, um den einen oder anderen spektakulären Gitarrenlauf zu präsentieren. Klasse Erik, Du verstehst Dein Handwerk! Neben diesen gekonnten Gitarrensoli sind Henrik Sproge Tastenelemente eine tragende Säule des Tonträgers. Nicht nur, dass er an seinem Keyboard auch die tiefen Töne eines Basses ersetzt, dieses bereitet im Verbund mit den Schlagzeugattacken von Anders Berlin Zwerchfellartist Roos ein grundsolides Klangfundament.
Neben "1988", "Cynthia", "Till We Meet Again", "Emergency" und dem Titeltrack "Last Woman Standing" finde ich Songs, die ich als Hörproben empfehlen möchte. Doch auch der Rest ist absolut hörbar und präsentiert durchgängig Melodic- und Classic Rock. Damit sind besonders die Fans aus dem Journey-, Europe- oder Foreigner-Lager, um nur einige aus der 80er Melodic Rock-Ära zu nennen, angesprochen, die mit dieser Platte ein tolles Alternativscheibchen zu den eben erwähnten Bands angeboten bekommen. Keine Frage, diese Zielgruppe kommt an dieser Tonkonserve nicht vorbei! Ich kann mir sogar vorstellen, dass das Album auch bei den jüngeren Fans punkten kann, zumal es rein musikalisch nichts zu bemängeln gibt. Wenn überhaupt ein Kritikpunkt angesprochen werden kann, dann der, dass die Songs alle vorausschaubar gestrickt sind. Der Band dürfte diese Anmerkung letztlich egal sein, denn sie ist sicherlich bestrebt, ein bestimmtes Publikum anzusprechen.
Fazit: Mit "Last Woman Standing" ist dem schwedischen Vierer, ein nicht überaus spektakuläres, aber dennoch gutes Album gelungen. Instrumental gibt's nichts zu bemängeln. Im Gegenteil, die Soli von Heikne sind alle dem gehobenen Standard zuzuordnen und unterstreichen oftmals seine individuelle Klasse am Sechssaiter. Ebenfalls vom Fach und ohne Fehl und Tadel: Keyboarder Sproge und Hau-Drauf-Experte Berlin an seinen Fellen. Zu diesem Trio passen Sebastians Gesangseinlagen wie die Faust auf's Auge und präsentieren letztendlich dem Konsumenten ein gelungenes Rock-Album.
Line-up:
Sebastin Roos (vocals)
Erik Heikne (guitar)
Henrik Sproge (keyboard)
Anders Berlin (drums)
Tracklist
01:1988
02:Cynthia
03:Give Her A Sign
04:Perfect War
05:Average Hero
06:Till We Meet Again
07:Taking Hostage
08:Emergency
09:Living The Dream
10:Last Woman Standing
11:11th Hour
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