Diesen Stil beherzigen die Nordeuropäer das ganze Album über. Zum Teil würzen sie ihre Songs mit etwas Pop, Metal oder Hard Rock. Sänger
Sebastian Roos besitzt das, was zumindest Frauenherzen höher schlagen lässt, ein glasklares, rockiges Zwerchfell. Er weiß genau, wie er seine Gesangseinlagen, ob in Höhen oder Tiefen, zielgerecht und kundenfreundlich in Szene zu setzen hat. Etwa vergleichbar mit den Stimmbändern von
Journey-Sänger
Arnel Pineda. Klampfer
Erik Heikne beweist sein gutes Können, um den einen oder anderen spektakulären Gitarrenlauf zu präsentieren. Klasse
Erik, Du verstehst Dein Handwerk! Neben diesen gekonnten Gitarrensoli sind
Henrik Sproge Tastenelemente eine tragende Säule des Tonträgers. Nicht nur, dass er an seinem Keyboard auch die tiefen Töne eines Basses ersetzt, dieses bereitet im Verbund mit den Schlagzeugattacken von
Anders Berlin Zwerchfellartist
Roos ein grundsolides Klangfundament.
Neben "1988", "Cynthia", "Till We Meet Again", "Emergency" und dem Titeltrack "Last Woman Standing" finde ich Songs, die ich als Hörproben empfehlen möchte. Doch auch der Rest ist absolut hörbar und präsentiert durchgängig Melodic- und Classic Rock. Damit sind besonders die Fans aus dem
Journey-,
Europe- oder
Foreigner-Lager, um nur einige aus der 80er Melodic Rock-Ära zu nennen, angesprochen, die mit dieser Platte ein tolles Alternativscheibchen zu den eben erwähnten Bands angeboten bekommen. Keine Frage, diese Zielgruppe kommt an dieser Tonkonserve nicht vorbei! Ich kann mir sogar vorstellen, dass das Album auch bei den jüngeren Fans punkten kann, zumal es rein musikalisch nichts zu bemängeln gibt. Wenn überhaupt ein Kritikpunkt angesprochen werden kann, dann der, dass die Songs alle vorausschaubar gestrickt sind. Der Band dürfte diese Anmerkung letztlich egal sein, denn sie ist sicherlich bestrebt, ein bestimmtes Publikum anzusprechen.
Fazit: Mit "Last Woman Standing" ist dem schwedischen Vierer, ein nicht überaus spektakuläres, aber dennoch gutes Album gelungen. Instrumental gibt's nichts zu bemängeln. Im Gegenteil, die Soli von Heikne sind alle dem gehobenen Standard zuzuordnen und unterstreichen oftmals seine individuelle Klasse am Sechssaiter. Ebenfalls vom Fach und ohne Fehl und Tadel: Keyboarder Sproge und Hau-Drauf-Experte Berlin an seinen Fellen. Zu diesem Trio passen Sebastians Gesangseinlagen wie die Faust auf's Auge und präsentieren letztendlich dem Konsumenten ein gelungenes Rock-Album.