Monsters Of Liedermaching / Sitzpogo
Sitzpogo Spielzeit: 76:55
Medium: CD
Label: Notolose (Soulfood Music), 2008
Stil: Punkrock, Deutschrock

Review vom 13.10.2008


Sabine Feickert
Wolf Biermann meets Strassenjungs - auf diesen kurzen Nenner könnte man die Monsters Of Liedermaching (MoL) bringen.
Die MoL unterhalten mit flott beschwingtem Gitarrengeklimper in bester Tradition der klassischen deutschen Liedermacher.
Bezieht man jedoch die Texte in den Gesamteindruck ein, so schwindet der erste, beschauliche Eindruck schnell.
Derb-komisch, bisweilen gar zotig werden verschiedenste Themen interpretiert. Ob nun der romantische Abend zu Zweit in einem Amoklauf endet ("Sabine hat auf Sand gebaut, denn Horst hat keinen Hunger") oder sich in "Ich mag mich" jemand vor lauter Liebe selbst aufisst, die Monsters scheuen keine Tabus.
Dies mag nicht weiter verwundern, wenn man sich anschaut, wer sich hinter den MoL verbirgt. Burger (Frontmann der Punkrockformation Die Schröders), Fred Timm (Ex-Norbert und die Feiglinge), Rüdiger Bierhorst, Tottovic Kalkül und das Duo Frische Mische Peer Jensen ('Pensen') und Jan Labinski (auch 'Lambada' oder 'Labörnski') sind Garanten für ironisch-witzige Lyrics.
Bei "Sitzpogo" handelt es sich, wie auch schon bei den Vorgängeralben "Männer wie uns" und "6 Richtige", um Liveaufnahmen. Die beste Wirkung entfalten die Monsters garantiert auch live, im gut besetzten Saal. Das Publikum, bereits an- und aufgeheitert, kann sich dem Humor und der speziellen Komik sicher kaum entziehen.
Selbst ohne Liveerlebnis kann man sofort mit einstimmen, dass Mücken erschlagen gehören, auch wenn sich die MoL ansonsten als ausgesprochene Tierfreunde präsentieren, die gern Walgesänge hören und am liebsten sowieso Häschen wären.
Aber auch die ernsten Themen des Alltags verdienen die augenzwinkernde Beachtung der Monsters, seien es nun die fehlende "Moti"vation, "Hartz 4" oder "Gewalt".
Da sei es den jungen Herren von Herzen gegönnt, wenn sie eines Tages tatsächlich die "Weltklassemelodie" finden, die sie mit einem 'sauguten Refrain' schlagartig zu Millionären machen wird.
Doch zuvor dürfen sie noch mit einigen weiteren Konzerttouren und Livealben die Herzen und Lachmuskeln der geneigten Hörerschaft erfreuen.
Line-up:
Burger (Gitarre und Gesang)
Fred Timm (Gitarre und Gesang)
Rüdiger Bierhorst (Gitarre und Gesang)
Tottovic Kalkül (Gitarre und Gesang)
Peer Jensen (Gitarre und Gesang)
Jan Labinski (Gesang)
Tracklist
01:Sabine hat auf Sand gebaut, denn Horst hat keinen Hunger
02:Hartz 4
03:Weltklassemelodie
04:Moti
05:Ich mag mich
06:Blasenschwäche
07:Gewalt
08:Keine weiteren Antworten
09:Walgesänge
10:Pure Emotion
11:Ich bin nicht frei
12:Mofo-Mücken
13:Fisch
14:Schlittschuh-Lied
15:Nr.2
16:Buhgabe
17:Punkermädchen
18:Quizmillionär
19:Selbstverständlichkeit
20:Nur 3 Akkorde
21:Häschen
22:Die reine Poesie
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