Mr. Serious & The Groove Monkeys / Same
Same Spielzeit: 25:32
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Rock

Review vom 06.04.2014


Mike Kempf
Mr. Serious & The Groove Monkeys geben mir bei der Jagd nach erstklassigen No-Name-Bands, die sich oftmals im deutschen Musik-Mischwald versteckt halten und von daher nur schwer einzufangen sind, das Gefühl eines Erfolgserlebnisses. Denn ich habe ihr gleichnamiges Album entdeckt, mir die Beute gleich mal gesichert und setzte nun meine Seziermesser an, um die Tonkonserve in ihre Einzelteile zu zerlegen. Okay, sechs Songs in einer knappen halben Stunde zu rezensieren, ist für einen gestandenen RockTimer an sich nicht die große Herausforderung, es sei denn, die betreffende Kapelle kann in der kurzen Zeit mit spitzenmäßigem Songmaterial aufwarten.
Das Eröffnungsteil "Booze" setzt für mich genau die Reizpunkte, um bei meinen Sinnesorganen das Interesse fürs komplette Album hochzuhalten. Als erstes fällt mir der unglaubliche Groove vom Bassisten Pogy auf, dessen Saitengezupfe sehr anspruchsvoll rüberkommt. Auch die Gitarristen bewegen sich auf hohem Niveau, zelebrieren schon beim ersten Teil der Tonkonserve, ob nun von Fetz oder Tobi vorgetragen, ein spielstarkes Solo. Spätestens nach der Hälfte der Platte fällt noch ein Attribut der Band stark ins Gewicht. Es ist der kopiergeschützte Gesang von Marco. Obwohl seine Stimme vermutlich nie eine Gesangsstunde erhalten hat, ist diese vielleicht genau deshalb sehr prägnant und hebt sich vom handelsüblichen, durchschnittlichen 'Blabla' entscheidend ab.
Als Anspieltipps empfehle ich neben "Booze", "Rlone" noch "Carl Huso", die für mein Empfinden ihren musikalischen Charakter perfekt widerspiegeln. Diese kommen lässig, etwas schräg rüber und klingen trotzdem sehr interessant. Interessant auch deshalb, weil auf großartige Effekthascherei verzichtet wurde und dadurch zum Beispiel die Gitarren leicht schroff und verzerrt klingen lassen. Da passt Marcos Gesang zum dargebotenen Klangteppich der Instrumentalisten wie die Faust aufs Auge und ich denke, dass ihre Stärken bei Live-Auftritten am bestens zur Geltung kommen
Letztlich habe ich ein Album einer jungen aufstrebenden deutschen Band gecheckt, dessen Werk ich ausnahmslos mit einem 'gut' bewerte und ein 'gut' ist nun wirklich nicht die schlechteste Bewertung. Ihre Platte bietet eine gehörige Portion Rock mit Metalleinschlägen, Funk und etwas Blues. Genau die Rezeptur, um dem Silberling trotz Grundkonzept die nötige Abwechslung zu geben, damit beim Konsumenten positive Eindrücke hinterlassen werden. Bei mir war das so und deshalb möchte ich zumindest ein Reinhören anordnen, damit sich jeder Musikfreund ein eigenes Bild machen kann.
Line-up:
Marco (vocals)
Fetz (guitar)
Tobi (guitar)
Pogy (bass)
Sebi (drums)
Tracklist
01:Booze (4:00)
02:Rlone (3:35)
03:The Bug (4:12)
04:Dream (3:48)
05:Carl Huso (3:44)
06:Sundown (3:11)
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