Ronny Munroe / The Fire Within
The Fire Within Spielzeit: 54:45
Medium: CD
Label: Metal Heaven, 2009
Stil: Power Metal

Review vom 30.09.2009


Jürgen B. Volkmar
Ob die Solo-Ambitionen des Metal Church-Leadsängers Ronny Munroe letztendlich schuld an der Auflösung seiner Stammformation waren, mag in den Bereich des Spekulativen gehören. Fakt ist jedoch, Metal Church ist nicht mehr und Ronny Munroe legt seinen Solostreich "The Fire Within" vor.
Eigentlich zum richtigen Zeitpunkt. Da das Werk schon vor dem Split in den USA veröffentlicht wurde, handelt es sich wohl um ein zufälliges Zusammentreffen. Nichtsdestotrotz kommt die Veröffentlichung nicht überraschend, da bereits 2007 die 3-Track EP "Internal Quest" erschien, deren Song "Desperate Man" ebenfalls auf dieser Scheibe enthalten ist. Übrigens, Kurt Vanderhoof fungiert hier als Co-Produzent, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass die bereits erwähnte Auflösung durch irgendwelche persönliche Probleme mit seinem ehemaligem Arbeitgeber entstanden sind.
Ebenfalls mit von der Party ist, Gitarrist Rick Van Zant, womit Ähnlichkeiten mit seiner ehemaligen Combo nicht von vornherein ausgeschlossen werden können.
Mit dem Opener "Far" wird sofort der Beweis angetreten, dass die Power Metal-Tradition beibehalten wird. Die Stimme treibt einem nach wie vor Schauer über den Rücken und ist komplett auf Vollgas programmiert. Der Powershouter hat tatsächlich nicht an Dampf verloren, daher stehen die Signale weiter auf Vollbedienung. Das Riffing kommt gekonnt in die Gänge, und jede Menge Groove wabert aus dem Metal-Topf. Tatsächlich hat Munroe nicht verlernt, wie er seine Fähigkeiten ganz im Sinne der songwriterischen Vorgaben einzusetzen hat.
"What You Choose To Call Hell (I Call Home)" mit dem Queensryche-Klampfer Michael Wilton, der hier als Unterstützung fungiert, kommt als klassische Metal-Granate. Alle Tracks sind stilistisch im musikalisch vorgegeben Gefilde, und der Sänger röhrt die Hooklines wie in den besten Zeiten, als der Heavy Metal noch frisch und unverbraucht war. Alle Riffs sind überzeugend, und die Tieftöner geben zusammen mit dem Schlagwerker ein höllisch gutes Fundament für eine gepflegte Metal-Unterhaltung.
"Rebuild The Ruins" und "Delirium" sind wahre Monumente, die anderen Szenegrössen wie
Blaze Bayley oder Dio auch gut zu Gesicht bzw. Stimme stehen würden. Jede Menge klassischer Zitate verbinden sich zu einer vielschichtigen Atmosphäre. Die Refrains sind gut platziert und lassen die manchmal aufkommende Eintönigkeit etwas vergessen. Alles ist geschickt arrangiert, jedoch hat man den Eindruck, dass der große Überflieger fehlt.
"Demon Opera" grenzt sich irgendwie vom sonstigen Songmaterial ab. Hier spürt man das Feuer, das im Titel des Debüts enthalten ist. Gut komponiert, bringt die Stimme interessante Nuancen, die dem Ganzen einen neuen, ambitionierten Anstrich verleihen.
Natürlich kommt man auch hier nicht an der ruhigeren Zone vorbei. "Across The Sea Of Souls" fügt sich positiv mit gefühlvollen Vokalpassagen in den Gesamtdurchlauf ein. "Desperate Man" und "Evil Genius" könnten auch von Metal Church stammen und entfachen als echte Knaller zusätzliche Freude in den Gehörgängen.
Ob zum Abschluss "Man On The Silver Mountain" von Rainbow seinen Platz auf diesem Album zu Recht hat oder nicht, oder ob dieser Track dem Sänger als eine Art Empfehlung zum Empfang höherer Weihen dient, bleibt im Bereich des Spekulativen verborgen. Jedenfalls kann Munroe auch bei dieser Nummer mit seinem Job zufrieden sein.
Das Album hinterlässt mit seinen zündenden Refrains und der vorzüglichen Gitarrenarbeit, die von der Stimme eines versierten Metal-Frontmannes mit echtem Basisbezug begleitet wird, eine eindeutig definierte Botschaft: Grundsolides Material mit vorzüglichen Gitarrenharmonien, das bereits bei diesem Erstwerk schon beachtliches Potenzial für kommende Power Metal-Lichtblicke erkennen lässt.
Line-up:
Ronny Munroe (vocals)
Rick Van Zant (guitar)
Michael Wilton (guitar)
Randy Cooper (guitar)
Izzy Renaume (bass)
Johnny Ringo (drums)
Tracklist
01:Far
02:What You Choose To Call Hell (I Call Home)
03:Deafening Hypocrisy
04:Rebuild The Ruins
05:Delirium
06:Demon Opera
07:Across The Sea Of Souls
08:Desperate Man
09:Ivory Towers
10:Evil Genius
11:Ride Me
12:Man On The Silver Mountain
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