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Freunde des Doom Metal kommen mit dem Debüt-Album "NYMF" der gleichnamigen schwedischen Metaller wieder voll auf ihre Kosten. Das schon vom äußeren Erscheinungsbild düster daher kommende Cover sieht vielversprechend aus und die fünf Schweden halten auch Wort mit dem, was sie uns mit den Namen der neun Songs versprechen. Drehen sich doch fast alle Tracks um Tod und Grabstätten und darin wird kein Klischee ausgelassen.
Im Jahre 2007 rotteten sich um Sänger Niklas Sjöberg, der auch gleichzeitig The Graviators seine Stimme leiht, im kleinen schwedischen Karlshamn vier weitere Kollegen aus der lokalen Musikszene, um das Projekt NYMF ins Leben zu rufen. Ihre Idee war es, eine Band zu gründen, in der sie sich ohne Druck der Labels auf ihren Stil konzentrieren konnten. Deshalb dauerte es nun auch fast vier Jahre bis ihre erste CD "NYMF" auf den Markt kommt. Da Doom und Stonerrock nicht unbedingt die Genres sind, mit denen man an jeder Ecke einen Vertrag bekommt oder die Charts stürmen kann, musste die Band erst einmal viele Klinken putzen um anerkannt zu werden. Und da die Skandinavier bekanntlich sehr hartnäckig sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre Idee durchgesetzt hat.
Herausgekommen ist ein durchweg gutes Ergebnis, das sich im Mainstream des Genres bewegt, ohne dabei unbedingt herausragend zu sein. Der Opener "The Grave" beeindruckt sofort mit schwerem Gitarrensound, der sich gleich einprägt und sehr gefällt. Tiefer Doom-Gesang tut sein Übriges, um dem Hörer sofort die Richtung zu weisen. Und die wird im nächsten Song "Dark Autum's Fire" in gleicher Weise beibehalten. Tiefer Gesang, druckvolle Gitarren, aufgelockert mit einem sehr schönen Solo, und gegen Ende mit markanten Tempowechsel.
"Regardless" kommt in der Abfolge etwas ruhiger daher und langsam machen sich die Einflüsse von Black Sabbath bemerkbar. Im Titeltrack "NYMF" wird der Sabbath-Stil unverkennbar und auch in der Stimmlage ist Ozzy nicht zu verleugnen. Aber dennoch ein recht guter Titel, den man sich immer wieder gerne anhört. Nach düsterem Gesangseinstieg setzen die Gitarren das Stück richtig in Bewegung und von nun an kann es zügig losgehen.
Doch schon Track fünf, "Step Inside", kommt etwas zu ruhig rüber. Leider fließt der ganze Song ohne Höhepunkt über seine 4:18 Minuten hin und ständig warte ich auf einen Gitarrenbreak oder auf eine andere Überraschung - leider Fehlanzeige. Dafür folgt für mich das Highlight auf dem Fuß: "Forsaken" ist der beste und anspruchsvollste Titel der CD und beinhaltet von Akustik bis Heavy alles, was das Herz begeht. Sehr abwechslungsreich gespielt und gesungen und mit 6:05 Minuten genau in der richtigen Länge, um das Dargebotene ausreichend genießen zu können.
Voller Vorfreude auf das nun Folgende, flachen leider die letzten 16 Minuten von "NYMF" etwas ab. Die drei letzten Titel "Man's End", "Evil Itself" und Bleeding Heart" reißen nichts mehr heraus und somit bewegt sich die CD leider nur im oberen Mittelfeld.
Mit einer Gesamtspielzeit von gerade mal knapp 42 Minuten ist "NYMF" auch etwas zu kurz geraten. Dabei hatten die fünf Schweden doch ausreichend Zeit, um etwas längeres auf die Beine zu stellen, und was macht man denn sonst in den langen kalten Winternächten Skandinaviens als zu Musizieren, zu Trinken und zu Fi….. (Äh die Landschaft zu genießen)?
Trotzdem kann ich den Liebhabern des Doom Metal die Scheibe empfehlen, denn ich denke das sich bei NYMF noch viel mehr entwickeln kann, wenn die Band durch ihre Fans erst einmal unterstützt wird. Vielleicht sind sie ja demnächst mal in Deutschland auf Tour. Wer sich darüber informieren möchte, muss erst mal mit der MySpace-Seite der Band vorlieb nehmen.
Line-up:
Niklas Sjöberg (vocals)
Martin Fairbanks (guitar)
Kristofer Sternquist (guitar)
Pontus Svensson (bass)
Pierre Lopez (drums)
| Tracklist |
01:The Grave (3:42)
02:Dark Autum's Fire (4:08)
03:Regardless (3:59)
04:NYMF (4:23)
05:Step Inside (4:18)
06:Forsaken (6:05)
07:Man's End (5:00)
08:Evil Itself (5:05)
09:Bleeding Heart (5:54)
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