The Ordeal / Descent From Hell
Decent From Hell Spielzeit: 60:17
Medium: CD
Label: Dust On The Tracks, 2012
Stil: Heavy/Melodic Metal

Review vom 21.07.2012


Marius Gindra
The Ordeal waren mir völlig unbekannt, bis überraschenderweise ihre neue CD "Descent From Hell" in meinem Briefkasten lag. Doch da unsere Chefin so etwas nicht ohne Hintergedanken verschickt, gab ich den Hannoveranern mal eine Chance. Einen großen Backkatalog können sie bislang noch nicht aufweisen: So erschien vor acht Jahren mit "Kings Of Pain" (Mausoleum Records) lediglich ein Longplayer vor eben jenem Silberling. Ein Blick auf den beiliegenden Promozettel verrät ein paar interessante Fakten, bei denen Fans des deutschen Heavy Metal mit den Ohren schlackern dürften: Produziert wurde das Album von keinem Geringeren als Michael Wagener (u.a. Accept) in Nashville, Gitarrist Kai Reuter war bereits in der Soloband von Jutta Weinhold (ex-Zed Yago) und Viva aktiv, Dirk Rogon bei Zenith.
So far, so good... Doch wird man diesem ganzen Namedropping auch gerecht?
Zum Album, vertrieben über Dust On The Tracks, lässt sich allgemein sagen, dass es sich nicht wirklich um - wie von der Plattenfirma angepriesen - progressiv angehauchten Metal handelt. Allerdings befinden sich darauf ein paar wirklich gelungene Melodic Metal-Nummern mit leicht moderner Schlagseite, denen man als Genrefan durchaus eine Chance geben kann. Man merkt den fünf Musikern ihre jahrelange, handwerkliche Erfahrung ziemlich deutlich an. Zwar reißt mich kein Song komplett vom Hocker, doch grundlegend kann man auch nicht viel zum Meckern finden. Ich würde mal einfach von solidem, zeitgemäßen Heavy Metal sprechen, der wie hunderte andere Bands zuvor auch klingt.
Anfangs geht's mit "Descent From Hell" und "Black Rain" eher heavy zur Sache, bis mit "Dragon Tears" die erste Ballade folgt. Mit "Here Comes The Flood" hat die Band Peter Gabriel gehuldigt. Der Rest der elf Stücke weicht nicht besonders weit vom typischen Melodic/Heavy Metal-Schema ab, ist aber zumindest jederzeit hörbar und verführt zumindest nicht dazu, den Datenträger in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Mit Oliver Oppermann haben sie sich einen relativ guten Sänger mit kraftvoller Stimme ins Boot geholt, der hin und wieder Einflüsse vom Schlage Tony Martin bzw. Dio aufweist, jedoch zu keiner Zeit deren Klasse erreicht.
Sagen wir es letztendlich einfach mal so: Diese Platte tut keinem weh, wird aber auch nicht in meiner Jahres-Top-Ten auftauchen...
Line-up:
Oliver Oppermann (vocals)
Kai Reuter (guitar)
Dirk Rogon (guitar)
Hannes Vesper (bass)
Michael Fromm (drums)
Tracklist
01:Descent From Hell
02:Black Rain
03:Dragon Tears
04:Here Comes The Flood (Peter Gabriel-Cover)
05:Cyber Cross
06:Second Sun
07:The Innocent
08:Dance With The Devil
09:Letter Of Time
10:Sinner's Addiction
11:Hellsgate
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