Pitpony / A Small But Angry Creature
A Small But Angry Creature Spielzeit: 30:57
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Progressive Rock

Review vom 07.09.2009


Mike Kempf
Berlin ist ja bekanntlich Deutschlands größte Metropole, und wie es sich für eine Großstadt gehört, können Künstler jeglicher Art ihrem Ideenreichtum freien Lauf lassen. So kann ich den Leser der folgenden Zeilen beruhigen. Pitpony ist keine unerlaubte Tierkreuzung eines Pitbulls mit einem Pony, sondern ein musikalisches Trio aus Berlin, das recht bescheiden mit einer E-Klampfe, einem Bass, Drums und Gesang auskommt.
Erfreulich ist, dass man das neue Album von Pitpony für ca. 8.50 € (inkl. Versand) bestellen kann (siehe untere Links). Bei einer Spielzeit von einer guten halben Stunde einer fairer Preis. Doch Vorsicht! Fans, die sich an dieses Scheibchen heran wagen, sollten hart im Nehmen sein! Zuhörer, die sich eher den schmusigen Klängen widmen, können schon mal eine große Flasche 'Doppelherz' bereitstellen. Die wird nämlich benötigt, wenn man sich Stefans Gesang am Anfang zu Gemüte zieht und nicht gleich aus den Latschen kippen möchte. Neben seiner extremen Stimme beackert er noch, durchaus gekonnt, sein Kraftwerk.
Spätestens nach "Born Without A Cause" wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Dieser Song wirkt sehr experimentell, verlangt dem Konsumenten alles ab und unterstreicht, dass die Combo vor Nichts und Niemandem zurückschreckt. Entweder beginnt man, den Tonträger interessant zu finden, oder man wird gnadenlos drauf rumtrampeln. Doch ein Durchhalten ist durchaus angebracht, denn die Highlights folgen noch!
Volle Pulle geradeaus werden einem bei "The Flickering Beauty Within" die Trommelfelle massiert. Stefans 'kopiergeschütztes' Stimmchen, Florians schräges Geklampfe und Markus' Bassgezupfe lassen mich zumindest ins Grübeln kommen, um das Liedgut des Hauptstädtischen Trios nachzuvollziehen. War ich eben schon am Rande des Wahnsinns, klingt "Sweet Johnny" fast wie ein Stück aus der Semperoper. In knappen sieben Minuten verleiht ein orientalischer Touch dem Song etwas Besonderes. Selbst Stefan unterbreitet dem Zuhörer seine sentimentale Seite und lässt es am Mikro verhältnismäßig ruhig angehen. Klasse! Auch "Part Of The World" ist ein starkes Stück, beide kann ich als Anspieltipps empfehlen!
Zum Ende gibt's noch "Never Before" und "No Way" auf die Lauschlappen, die ein für mich denkwürdiges Album beschließen. Geht's am Anfang noch extrem heftig und keinen Nervenstrang im Körper verschonend zu, wird es nach hinten raus besser bis richtig gut. Die Musikkonserve steht und fällt hauptsächlich mit Stefans Gesangseinlagen, die ich bei zwei Dritteln der Songs als überzogen empfinde. Hier könnte weniger durchaus mehr sein. Die großen Veranstaltungsorte werden für die Band zunächst weiterhin Tabu bleiben. Trotzdem, ein Reinhören halte ich für empfehlenswert, denn letztlich wird und muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die Platte im jeweiligen CD-Regal landet.
Line-up:
Florian Karg (guitar)
Markus Kirrstetter (bass)
Stefan Karg (vocals, drums)
Tracklist
01:This Is It
02:Breathe In Breathe Out
03:Born Without A Cause
04:The Flickering Beauty Within
05:Sweet Johnny
06:Part Of The World
07:Never Before
08:No Way
Externe Links: