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Kaum zu glauben, aber wohl wahr…
Diese Platte soll tatsächlich das hundertste Album des Musikers sein! "The Fabulous Rock 'n' Roll Songbook" hat er es genannt, wahrscheinlich in Anlehnung an die Musik, mit der er seinerzeit aufwuchs und die ihn beeinflusste.
Er selbst führt dazu aus: »Dies ist mein Tribut an alle Künstler, die den Rock'n'Roll in den Charts ganz nach vorn brachten. Ich liebte den Rock'n'Roll damals und ich liebe ihn heute immer noch!«
Aber auch ruhige Klänge in Form von damaligen 'Schluchzballaden' hat Cliff neu eingespielt.
Es startet mit dem bläserunterstützten, rockenden Arrangement von "Rip It Up", wobei die rohe und wilde Atmosphäre der einstigen Aufnahme von Little Richard doch ziemlich auf der Strecke bleibt und sehr gemäßigt über die Bühne geht. Man springt dann über zu den Everly Brothers mit dem zweiten Song, wobei die ursprüngliche Atmosphäre recht gut getroffen ist. Genau wie bei allen anderen ruhigen Titeln. Und Songs wie das wunderschöne "Sealed With A Kiss" bekommen dabei noch ein richtig feines modernes Schmuse-Pop-Gewand umgelegt.
Nur am Rock'n'Roll hapert es dann doch sehr. Das ursprünglich Raue wurde durch die Neuinterpretationen recht glatt gebügelt und vom Rock'n'Roll bleibt allenfalls der Rock, denn der der Musik stark eigentümliche Swing ist eher trocken geschlagenen Beats gewichen. Das wiederum bedeutet nicht, dass die Songs schlecht gespielt sind, nur sollte man sich nicht an den Originalen zu stark orientieren und ein Revival erwarten.
Noch etwas mehr Pep und man könnte sich soundmäßig in den Siebzigern wiederfinden, als Musiker wie Dave Edmunds und Nick Lowe einzeln oder zusammen als Rockpile dem Sound der guten alten Zeit frönten. Doch auch diese Energie fehlt hier einfach meistens, das ist alles sehr professionell, aber es brennt nur ein kleines Feuer, hier lodert nicht viel, hier brennt dieses Feuer mehr genüsslich vor sich hin.
Gelegentlich geht es dann doch ein wenig mehr ab. Satt rockend zieht zum Beispiel "School Days" von Chuck Berry ab, ebenso vom gleichen Komponisten das unverwüstliche "Johnny B. Goode", zwar auch nicht mit der Glut des Originals, aber es rockt halt gut.
Aufgenommen wurde in Nashville mit sehr guten Studiocracks, sodass der Sound letztlich dadurch sehr professionell ist. Und geboten bekommt man einen schön klingenden Bandsound, mit dem man sich genüsslich an die Zeit erinnern kann, als diese Songs entstanden und sich dabei gemütlich auf dem Sofa räkeln und ein wenig träumen.
Doch wenn mir danach wirklich ist, dann hole ich mir lieber die Originale aus dem Regal.
Ein neuer Track ist uns spendiert worden: "One More Sunny Day". Dieser sollte eigentlich richtunggebend sein für das, was Cliff einfach einmal als nächstes anpacken müsste. Weg von noch mehr Coverversionen, noch mehr Aufgüssen, sondern hin zu neuen Titeln. Popmusik von hoher Güte, die ja gern ein wenig nach früher riechen darf. Denn singen kann er schließlich immer noch, der nun mittlerweile Dreiundsiebzigjährige.
Line-up:
Cliff Richard (lead vocals, background vocals)
Max Abrams (saxophone)
Dane Bryant (keyboards)
Tom Bukovac (acoustic guitar, electric guitar)
Andy Childs (background vocals)
Vince Gill (background vocals)
Sandy Goans (background vocals)
Teea Goans (background vocals)
John Howard (bass)
Reagan Mandile (background vocals)
Steve Mandile (acoustic guitar, electric guitar, background vocals)
Gunnar Nelson (background vocals)
Chuck Tilley (drums, percussion)
| Tracklist |
01:Rip It Up
02:Wake Up Little Susie
03:Poetry In Motion
04:Sealed With A Kiss
05:Stood Up
06:Such A Night
07:School Days
08:Teddy Bear & Too Much (Medley)
09:Don't Let Gov
10:Dream Lover
11:Stuck On You
12:Fabulous
13:Rave On
14:Johnny B. Goode
15:One More Sunny Day
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